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Hohe Kraftstoff-Preise: Landkreis greift Verkehrsunternehmen unter die Arme

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Unfall an einer Bushaltestelle in München zwischen einem Mann und einem Linienbus. (Symbolbild)
Der Landkreis unterstützt die Verkehrsunternehmen bei den gestiegenen Kraftstoff-Preisen. © dpa/Peter Kneffel

Aufgrund der gestiegenen Kraftstoff-Preise unterstützt der Landkreis München die Verkehrsunternehmen nun finanziell. Es sollen bis zu 6,6 Millionen Euro ausgeschüttet werden.

Update, 26. Juli

Landkreis greift Verkehrsunternehmen unter die Arme: Ausgleichszahlungen von rund 6,6 Millionen Euro

In einer Sitzung des Kreistages des Landkreises München wurde die Förderung der Verkehrsunternehmen beschlossen. Dabei soll sich die zu zahlende Summer aus einem Index berechnen, der die Durchschnittswerte des Jahres 2021 den aktuellen monatlichen Energiekosten gegenüberstellt.

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Rückwirkend für den Monat März bis längstens April 2023 sollen quartalweise die Zahlungen ausgeschüttet werden. Bis Ende des Jahres soll so eine Summe von knapp 6,6 Millionen Euro ausgezahlt werden. Ohnehin haben Verkehrsunternehmen die Option, treibstoffbedingte Mehrkosten beim Landkreis nachträglich zu veranschlagen. Es handelt sich bei den jetzt getätigten Zahlungen um eine „zeitliche Vorwegnahme der Verrechnung“, um die Liquidität der Unternehmen zu wahren.

Landrat Christoph Göbel freut sich über die Entscheidung und begründet diese mit der immensen Wichtigkeit des öffentlichen Nahverkehrs und der beteiligten Unternehmen auch für die Bürger.

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Ursprungsmeldung vom 25. Juni:

München - Was jedem Autofahrer aktuell die Laune verdirbt, wächst sich für den Öffentlichen Nahverkehr zum Existenzproblem aus: die teuren Preise für Kraftstoffe. „Nach aktuellem Stand – die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten – entstehen den Verkehrsunternehmen Mehrkosten von circa zehn bis zwölf Prozent“, teilt eine MVV-Sprecherin auf Hallo-Anfrage mit.

Eine konkrete Summe könne wegen der 45 Firmen im Verbundraum zwar nicht genannt werden. Allerdings habe eine im März bereits Insolvenz anmelden müssen. Jetzt sollen darum die Aufgabenträger – also die Stadt München und acht umliegende Landkreise – aushelfen.

Verkehrsunternehmen stehen vor der Insolvenz: MVV benötigt Hilfe von der Stadt und den Landkreisen

Schon im März hatten diese als unmittelbare Liquiditätshilfe eine Vorschusszahlung von insgesamt 1,7 Millionen Euro geleistet. Dazu sollen nun noch Sonderzahlungen kommen: Der Mobilitätsausschuss des Landkreises München hat bereits einem außervertraglichen monatlichen Kostenausgleich zur Kompensation der gestiegenen Energie- und Treibstoffpreise zugestimmt – „für die Dauer der Notwendigkeit“.

Allein für März 2022 würden dem Landkreis München dadurch 93 400 Euro Zusatzkosten entstehen, fast 570 000 Euro würden zudem als Vorschuss für erst 2023 fällige Vertragszahlungen vorgestreckt. Endgültig entscheidet darüber dann der Kreistag Mitte Juli.

Ausgleich für gestiegene Kraftstoff-Preise: Das plant die Stadt München

Ähnliches haben bisher auch die Landkreise Erding und Freising beschlossen. Anders die Stadt München: Bereits vor der Pandemie sei die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mit dreistelligen Millionenbeträgen unterstützt worden. „Im Jahr 2022 hilft der Rettungsschirm von Bund und Land den Unternehmen erneut, Einnahmen, die durch den Rückgang der Fahrgastzahlen entstehen, zu kompensieren. Darüber hinausgehende Unterstützungsleistungen, die speziell den gestiegenen Energiekosten entgegenwirken, werden aktuell nicht erwogen“, teilt Wolfgang Nickl, Sprecher des Referats für Arbeit und Wirtschaft, mit.

Für die Verkehrsunternehmen führt kein Weg an den Geldern vorbei: „Ein Ausgleich der gestiegenen Kosten ist notwendig, um mindestens das aktuelle Leistungsangebot erhalten und die hohen Qualitätsstandards halten zu können“, teilt MVG-Sprecher Maximilian Kaltner mit. Das Streichen von Fahrten aus Kostengründen sei allerdings nicht geplant. Diese seien weder für die MVG noch für die Münchner zielführend, „da durch steigende Benzinpreise der Umstieg auf den ÖPNV befördert wird“.

SWM-Bäder: Kältere Becken, um Energie zu sparen

Die gestiegenen Energiekosten bekommen auch die Gäste der Münchner SWM-Bäder zu spüren: Um Energie zu sparen, werden ab sofort die Becken-Mindesttemperaturen gesenkt. „Dies betrifft vor allem jene Bäderstandorte, deren Wärmeanbindung über Gas erfolgt und alle Außenbecken, da hier die Energieverluste über Nacht am größten sind“, teilt das Unternehmen mit.

In den Freibädern inklusive dem Dante-Stadion wird die Mindest-Wassertemperatur in allen Schwimmerbecken auf 22 Grad Celsius gesenkt. Nur in Attraktionsbecken und Kleinkinderbereichen, in denen eine separate Temperatursteuerung möglich ist, bleibt alles wie gewohnt. Betroffen sind auch die Hallenbäder und das Warmwasser-Außenbecken im Dante. In diesen fällt die Temperatur von durchschnittlich 34 auf 30 Grad. Im derzeit einzigen noch gasversorgten Hallenbad – dem Michaelibad – wird laut SWM „zusätzlich die Temperatur im Schwimmerbecken von maximal 27 auf 25 Grad reduziert“. Im Herbst könnte es weitere Einschränkungen geben: Dann sollen weitere Maßnahmen für die fernwärmeversorgten Hallenbäder geprüft werden.“

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