Blick nach vorne

Trotz harter Zeiten für den öffentlichen Nahverkehr: Diese Neuerungen plant der MVV

Der Bus ist voll: Die MVV plant eine Anzeige der Auslastung als Service für Fahrgäste.
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Der Bus ist voll: Die MVV plant eine Anzeige der Auslastung als Service für Fahrgäste.
  • Sabina Kläsener
    vonSabina Kläsener
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„Seit Anfang November sind die Fahrgastzahlen im freien Fall“, erklärt Bernd Rosenbusch, Geschäftsführer des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV). Welche Folgen das hat sowie die Pläne des MVV für 2021 erklärt Hallo München.

  • Die Fahrgastzahlen der MVV fallen wegen Corona
  • MVV auf Hilfe vom Freistaat angewiesen
  • Welche Pläne das Unternehmen für das Jahr 2021 dennoch hat

Vor Corona verzeichnete der MVV einen Anstieg der Abonnenten sowie der Zufriedenheit der Fahrgäste. Seit Februar 2020 gingen die Fahrgastzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent zurück. Das macht sich auch bei den Einnahmen bemerkbar: 380 Millionen Euro weniger als 2019. Davon erstattet der Freistaat 90 Prozent. Aktuell verhandelt der Freistaat mit dem Bund über einen Rettungsschirm für 2021. Auf Hallo-Nachfrage erklärte Rosenbusch, dass es aber derzeit keine Tarifdiskussion über mögliche Erhöhungen der Ticketpreise gebe.

Das sind die Pläne der MVV für das Jahr 2021

  • Nach dem Lockdown: Der MVV wirbt für einen Wiedereinstieg in den ÖPNV. „Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass das Ansteckungsrisiko im ÖPNV relativ gering ist.“ Grundpfeiler dafür sei, dass Hygiene-Maßnahmen wie das Tragen von FFP2-Masken und Abstand halten, weiter gelten.
  • Verbesserungen der MVV-Auskunft und -App: Im Falle einer S-Bahn-Störung soll die Kommunikation verbessert werden, indem die App in Echtzeit andere Fahrtmöglichkeiten aufzeigt. Zudem soll die MVV-App Push-Dienste erhalten. Weitere Mobilitätsangebote, wie Emmy-Roller und Mobilitätsstationen, sollen integriert werden. Die elektronische Fahrgast­information soll in Zukunft um eine Auslastungsanzeige ergänzt werden. Derzeit werden dafür in Regionalbussen Fahrgastzahlen erhoben, um dann die Auslastung einzelner Busse zu prognostizieren. „Die hohe Kunst wäre es, das mit Wetterdaten zu kombinieren.“ Aktuell sei man im Gespräch mit MVG und der S-Bahn, um auch hier diesen Service anbieten zu können.
  • Neue Konzepte: Der MVV möchte zudem die Alpenregion entlasten und Verkehrsströme lenken. Dafür würde Rosenbusch Konzepte ausprobieren, wie neue Buslinien, die direkt in die Berge fahren oder Park & Ride an Autobahnen kombiniert mit Shuttlebussen. „Das macht natürlich nur Sinn, wenn so ein Bus nicht nur alle vier Stunden fährt.“
  • Weitere Pläne: Die IsarCard im Abo soll voraussichtlich ab Dezember auch als Handy- und Online-Ticket verfügbar sein. Ab Herbst sollen Schülerzeitkarten sukzessiv auf Chipkarten umgestellt werden. Im Dezember soll zudem der Ring aus Expressbuslinien um München starten, der die S-Bahn entlasten soll. Gemeinsam mit der S-Bahn und dem ADFC überlegt der MVV auch, wie man das Angebot mit Fahrradverleih oder einer besseren Fahrradmitnahme verbessern könnte. Rosenbusch denkt dabei etwa an Mountainbikes zum Mieten, so dass das eigene Rad nicht in der BOB mitgenommen werden muss.

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