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Kurt Hubers geistiges Erbe erhalten ‒ Für den NS-Widerstandskämpfer wird eine Stiftung gegründet

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Mit einer Stele wird in Gräfelfing bisher an Professor Kurt Huber erinnert. Jetzt soll noch eine eigene Stiftung dazukommen.
Mit einer Stele wird in Gräfelfing bisher an Professor Kurt Huber erinnert. Jetzt soll noch eine eigene Stiftung dazukommen. © Helmut Elstner

Um das geistige Erbe des NS-Widerstandskämpfers Kurt Huber zu erhalten soll im September eine Stiftung in seinem Namen gegründet werden.

München - Im kommenden Sommer jährt sich die Hinrichtung des Widerstandskämpfers Professor Kurt Huber durch die Nazis zum 80. Mal. Vielleicht wird bereits zu dem Anlass in einer eigens gegründeten Stiftung über das Vermächtnis des Weiße-Rose-Mitglieds debattiert. Das ist zumindest eines der Ziele der „Kurt-Huber-Stiftung“, die am Montag, 12. September in Gräfelfing (Lkr. München) – dem letzten Wohnort des Musikwissenschaftlers – Realität werden soll.

Würdigung für Kurt Huber: NS-Widerstandskämpfer wird Stiftung gewidmet

Angestoßen hat die Stiftung Dieter Püschel. Der Gräfelfinger hatte sich bereits vor zwei Jahren für eine posthume Ehrenbürgerschaft Hubers in der Gemeinde eingesetzt – ohne Erfolg. Mit einer eigenen Stiftung will er den Namen des Widerstandskämpfers auch außerhalb Gräfelfings – wo es eine Professor-Kurt-Huber-Straße und das Kurt-Huber-Gymnasium (KHG) gibt – bekannter machen.

„Zweck des Vereins ist die Pflege des geistigen Erbes von Kurt Huber mit dem Ziel der Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie der Förderung von Kunst und Kultur“, heißt es in der vorläufigen Satzung der geplanten Stiftung. Es gehe nicht nur um Dokumentation, sondern auch um die Auseinandersetzung mit Hubers Denken – etwa bei wissenschaftlichen Tagungen oder Veranstaltungen mit lokalen Institutionen. Auch eine Edition ausgewählter Werke und Teile des Nachlasses ist laut Satzung angedacht.

Zum Gründungsgremium gehören Püschel zufolge derzeit zehn Mitglieder, darunter sowohl ehemalige Absolventen des Kurt-Huber-Gymnasiums als auch Gräfelfinger Mitglieder der Weiße Rose-Stiftung. Auch Kurt Hubers Sohn Wolfgang sei an der sich entwickelnden Stiftung „interessiert, ohne dass er zum Gründungsgremium gehört“. 

Münchner Weiße-Rose-Stiftung in direktem Austausch mit Gräfelfinger Gymnasium

Die Münchner Weiße-Rose-Stiftung selbst wird ebenfalls nicht unter den Mitgründern sein. „Wir sind natürlich für einen Austausch offen, wenn die Stiftung tatsächlich zustande kommen sollte“, betont die Vorsitzende Hildegard Kronawitter. Ihre Stiftung habe das Anliegen, allen Beteiligten der „Weißen Rose“ besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, sie zu würdigen und auch als Einzelpersonen herauszustellen. „Gerade auch in Bezug auf Kurt Huber haben wir bisher schon viel vermitteln können“, sagt Kronawitter.

So habe es zuletzt Ende April eine Gesprächsveranstaltung mit einem Enkel Kurt Hubers gegeben. Jetzt stehen mehrere Projekte mit dem Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasium an. Für das neue Schuljahr stehe man bereits im engen Austausch mit Lehrkräften zu einem neuen Kurt-Huber-Projekt anlässlich „80 Jahre Weiße Rose“.

Wie Püschel betont sehe man sich nicht als Konkurrenz zu anderen Institutionen und Organisationen. „Der Fokus auf Huber soll bestehende Perspektiven ergänzen und bereichern, er soll neue Perspektiven erschließen, auch streitbare und strittige.“

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