Ein Kornkreis – viele Rätsel

Mysteriöser Kornkreis im Landkreis München auf Google Maps entdeckt – Waren hier Außerirdische am Werk?  

Wer sich bei Google Maps das Satellitenbild von Planegg ansieht, entdeckt unweit der Straße „Im Grund“ vier Kreise und ein Dreieck im Feld.
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Wer sich bei Google Maps das Satellitenbild von Planegg ansieht, entdeckt unweit der Straße „Im Grund“ vier Kreise und ein Dreieck im Feld.

Bilder auf Google Maps zeigen ein kurioses Muster in einem Feld bei München. Haben Außerirdische etwas mit dem Kornkreis bei Planegg zu tun – Hallo hat sich auf Spurensuche begeben

  • Bei Google Maps ist ein Kornkreis im Landkreis München zu sehen.
  • Handelt es sich bei dem Muster um eine Fotomontage?
  • Sind vielleicht Außerirdische in Planegg gelandet.

LANDKREIS MÜNCHEN – Alling, Mammendorf, Raisting: Es ist nur ein paar Jahre her, dass jeden Sommer ein neuer Kornkreis im Münchner Umland Tausende Neugierige anlockte. Vom Medienrummel ganz zu schweigen In Planegg (Lkr. München) ist ein Ansturm von Abenteurern, Alien-Fans und Fernsehteams bisher ausgeblieben. 

Aber wer mithilfe von Google Maps die Gemeinde aus Satellitensicht betrachtet, entdeckt ein ähnlich mysteriöses Muster im Feld: drei Kreise, die sich in einem Dreieck überschneiden, begrenzt von einem etwas breiteren Ring. Ein genauerer Blick verrät: Nur zur Erntezeit kann die Aufnahme entstanden sein, sie ist also nicht aktuell. Handelt es sich bei dem Gebilde also nur um eine Fotomontage

Waren hier Außerirdische am Werk?

Oder anders gefragt: Wenn dieses – vielleicht auch schon ein paar Jahre alte Muster echt ist – warum haben sich zig KornkreisPilger dann nicht auch ins Würmtal aufgemacht? Eine Spurensuche: 

Kornkreis im Landkreis München: Gemeinde und Besitzer ratlos

„Da waren eindeutig Außerirdische am Werk“, heißt es mit viel Ironie aus dem Rathaus Planegg. „Spaß beiseite, wir haben keine Ahnung“, ergänzt Sprecherin Bärbel Zeller. 

Ratlosigkeit auch bei der Familie von Hirsch, der die landwirtschaftliche Fläche nahe der Straße „Im Grund“ gehört. „Mir ist dieser Kornkreis unbekannt“, sagt Philipp von Hirsch. Selbst wenn das Satellitenbild älter sei: „Eigentlich hätte man damals davon hören müssen. Unter Umständen ist es einfach nur eine Fotomontage.

Kornkreis bei Google Maps aufgetaucht - Viel Schweigen beim Konzern

“ Wie alt die potenzielle Aufnahme des Planegger Kornkreises ist, woher die Bilder kommen – dazu ist von Google Deutschland nicht viel zu erfahren. Nur: „Die Daten in Google Maps stammen aus einer Vielzahl von Quellen“, teilt ein Sprecher mit. Gerade Luftbilder seien oft ein Mosaik verschiedener Aufnahmen. „Wir sind bemüht, Google Maps so aktuell und genau wie möglich zu halten.“ 

Aus gut unterrichteten Unternehmenskreisen heißt es hingegen, dass die Bilder durchaus auch zehn oder mehr Jahre alt sein können. Konkret: Vor allem dort, wo wenig Veränderung zu erwarten ist – etwa auf einem Feld – werden Daten oft seltener aktualisiert als etwa im Stadtgebiet von München

ChaosComputer Club: Bild von Kornkreis bei Planegg ist von 2015

In der Angelegenheit weiterhelfen kann schließlich Robert Helling vom Münchner Chaos­Computer-Club: Ihm zufolge stammt die Kornkreis-Aufnahme aus dem Juli 2015. Mithilfe von Google Earth findet er zudem heraus, dass „am 4. August 2015 nur noch Reste zu erkennen sind und ab dem 29. September 2015 gar nichts mehr zu sehen ist“. 

Eine Fotomanipulation hält Helling für ausgeschlossen. Viel wahrscheinlicher sei, dass in Planegg 2015 ein Scherzkeks sein Unwesen getrieben hat. „Oder die Aliens waren eben doch da.“

Experte ist sich sicher über Kornkreis im Landkreis München: "Keine Fotomontage"

Ob es sich bei einem Kornkreis tatsächlich um ein „authentisches Phänomen“ oder um Feld-Kunst handelt, versucht Andreas Müller herauszufinden: Der Herausgeber des Online-Nachrichtenportals Grenzwissenschaft-Aktuell.de, erforscht seit Jahrzehnten mysteriöse Muster und gründete 1994 das „International Crop Circle Archive“. 

„Sicher ist, das Bild wurde nicht manipuliert“, erklärt der Experte auf Hallo-Anfrage. Zwar sei auch ihm eine endgültige Beurteilung anhand eines Satellitenbilds nicht möglich. „Ich halte es aber durchaus für möglich, dass dieser Kornkreis von Menschenhand gemacht wurde, gerade bei einem solchen krummen Ergebnis.“ 

Andreas Müller, Herausgeber des Online-Nachrichtenportals Grenzwissenschaft-Aktuell.de.

Zudem sei das Muster mit rund 65 Metern Durchmesser überschaubar groß. Eine Idee, wie es entstanden sein könnte, hat Müller auch: Die geometrischen Figuren könnten alle mit dem sogenannten Zirkelprinzip gezogen werden. 

„Hier könnten schon zwei Personen mit einem handelsüblichen Architektenmaßband zu 30 Metern Länge gearbeitet haben.“ Bei so wenig Beteiligten müsse die Herstellung auch nicht auffällig gewesen sein – genau wie das Ergebnis. „Hier liegen ja keine großen Flächen, sondern eher schmale Linien nieder. Aus der Bodenperspektive verliert sich so ein Muster schnell und ist als solches kaum zu erkennen.“ 

Zumindest eines dürfte also ganz sicher sein: Die Schöpfer des Kreises dürften sich freuen, dass ihrem Werk nun doch noch Aufmerksamkeit zuteil wird. Wenn auch fünf Jahre später als gedacht.

Romy Ebert-Adeikis

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