ZKI koordiniert „Action Day“

Deutschlandweite Ermittlungen wegen Kinderpornographie - Fall der Polizei München liefert den Ausgangspunkt

Eine DVD mit der Aufschrift "Kinderpornographie" liegt im Laufwerk eines Notebooks.
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Ermittlung wegen Kinderpornographie in mehreren Bundesländern. (symbolbild)
  • Jonas Hönle
    vonJonas Hönle
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Die koordinierte Polizei-Ermittlung zu Kinderpornographie zeigt, dass Straftäter auch in der vermeintlichen Internet-Anonymität nicht vor Strafverfolgung sicher sind.

Am Mittwoch, den 27.01.2021, wurden in mehreren Bundesländern bei einer Durchsuchungsaktion im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen der Drittbesitzverschaffung und des Besitzes kinderpornografischer Schriften die Wohn- und Geschäftsräume von zehn tatverdächtigen Personen in fünf Bundesländern nach Beweismitteln durchsucht.

Koordiniert wurde der „Action Day“ von dem bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichteten Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI).

Dabei konnten die beteiligten Staatsanwaltschaften und Kriminalpolizeidienststellen umfangreiches Beweismaterial (insbesondere Computer, Smartphones und Datenträger) an den einzelnen Durchsuchungsörtlichkeiten auffinden und sicherstellen.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um zehn männliche Personen im Alter zwischen 33 und 71 Jahren. Diese stehen nach bisherigen Erkenntnissen des ZKI sowie der polizeilichen Ermittlungsbehörden unter dem Verdacht, im Zeitraum von Mai 2017 bis März 2020 Bilder und Videos mit kinderpornografischen Inhalten besessen und untereinander über Internetforen sowie verschlüsselte Messenger-Dienste ausgetauscht zu haben.

Fall der Polizei München liefert Ausgangspunkt für Ermittlungen wegen Kinderpornographie in mehreren Bundesländern

Ausgangspunkt der jetzt durchgeführten Durchsuchungen waren erfolgreiche Ermittlungen des Polizeipräsidiums München in einem anderen Fall:

Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften gegen einen 49-jährigen Münchner waren kriminalpolizeiliche Ermittler im September 2018 bei der Auswertung von sichergestelltem Beweismaterial auf Indizien und Hinweise gestoßen.

Demnach habe der 49-Jährige mit den nun ins Visier genommenen Tatverdächtigen über einen Zeitraum von mehreren Jahren Dateien mit kinderpornografischen Inhalten geteilt und sich mit diesen über den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ausgetauscht.

Hierbei fand die Kommunikation zum Teil über den Chatraum eines bekannten Internetforums für Pornografie statt. In der Folge ist es gelungen, den Tatverdacht gegen die Kommunikationspartner des Mannes soweit zu erhärten, dass vom ZKI und den Staatsanwaltschaften der beteiligten Bundesländer richterliche Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt werden konnten.

In Bayern wurden von den örtlich zuständigen Kriminalinspektionen Aschaffenburg, Dillingen a. d. Donau und Weilheim i. Ob. im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg Durchsuchungen bei vier Beschuldigten durchgeführt.

Von den jeweils zuständigen Staatsanwaltschaften der Bundesländer wurden im Rahmen des „Action Days“ am 27.01.2021 ebenfalls richterliche Durchsuchungsbeschlüsse vollzogen:

  • 2 Beschuldigte in Hessen
  • 2 Beschuldigte in Nordrhein-Westfalen
  • 1 Beschuldiger in Rheinland-Pfalz
  • 1 Beschuldigter in Sachsen-Anhalt

ZKI koordiniert Ermittlungen zu Kinderpornographie in mehreren Bundesländern

Die umfangreichen Ermittlungen in diesem Komplex dauern an. Insbesondere werden die sichergestellten Datenträger nun durch die Ermittlungsbehörden aufwendig ausgewertet und in detaillierter Arbeit auf weiteres kinderpornografisches Material hin untersucht.

Nach kriminalistischer Erfahrung ist damit zu rechnen, dass diese Auswertungen abermals Hinweise auf weitere Beschuldigte ergeben werden. Mit der koordinierten Aktion soll einmal mehr verdeutlicht werden, dass sich Straftäter auch in der vermeintlichen Anonymität des Internets nicht vor Strafverfolgung sicher fühlen können.

Zentralstelle Cybercrime Bayern

Seit dem 1. Januar 2015 besteht bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Zentralstelle Cybercrime Bayern. Diese Zentralstelle ist bayernweit zuständig für die Bearbeitung herausgehobener Ermittlungsverfahren im Bereich der Cyberkriminalität.

Sie ermittelt in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Spezialisten der Landes- und Bundespolizei, des Bundeskriminalamts, des Zollfahndungsdienstes und mit internationalen Partnern, z.B. bei Angriffen auf bedeutende Wirtschaftszweige oder bei Verfahren aus dem Bereich der organisierten Cyberkriminalität.

Auch dann, wenn bei Verfahren der Allgemeinkriminalität ein hoher Ermittlungsaufwand im Bereich der Computer- und Informationstechnik abzuarbeiten ist, werden die Staatsanwälte der Zentralstelle tätig.

Die bearbeiteten Fälle sind vielfältig. Sie reichen von Hackerangriffen über Fälle des Vorkasse-Betrugs im Internet, z. B. durch professionelle sog. Fake-Shops, und Fälle von Ransomware bis hin zum Handel mit Waffen, Drogen und Falschgeld im Darknet. Zudem ist die Zentralstelle Cybercrime Bayern für herausgehobene Fälle der Wirtschaftscyberkriminalität zuständig.

Seit dem 1. Oktober 2020 besteht bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern zudem das Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet.

Diese Spezialeinheit konzentriert sich insbesondere auf Betreiber und Nutzer von Darknet-Foren, die kinderpornografisches Material herstellen, posten oder damit handeln. Derzeit sind 17 Staatsanwältinnen und Staatsanwälte und vier IT-Forensikerinnen und ITForensiker bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern tätig.

Polizeipräsidium München/jh

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