Aus für Standorte

Karstadt und Kaufhof macht Filialen in München dicht – Oberbürgermeister Dieter Reiter rettet einen Standort

Karstadt & Kaufhof schießen Filialen  in München. Oberbürgermeister Reiter möchte Schließung abwenden.
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Karstadt & Kaufhof schießen Filialen  in München. Oberbürgermeister Reiter möchte Schließung abwenden.

Kaufhof und Karstadt schließen Filiale in München. Oberbürgermeister Dieter Reiter hat versucht die Häuser zu retten, doch der Erfolg fiel gemischt aus...

  • Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof schließt 62  Filialen in Deutschland.
  • Auch Standorte in München müssen dicht machen.
  • Oberbürgermeister Dieter Reiter wollte die Häuser noch retten.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter versuchte Galeria Karstadt Kaufhof Filialen vor der Schließung zu bewahren. Er führte in den letzten Wochen Gespräche mit den Immobilieneigentümern der Häuser, bei denen die Schließung noch nicht final feststand.

Jetzt steht fest: Die Filiale an der Münchner Freiheit wird nicht schließen, die Gespräche über die Filiale am Stachus endeten ohne Einigung. Damit werden wohl von den neun Häusern in München vier von der Schließung betroffen sein.

„Während für die Filiale an der Münchner Freiheit schnell klar war, dass eine Rettung des Standortes möglich ist, war dies für den Standort am Stachus trotz intensiver Bemühungen leider nicht verhandelbar.", teilt Oberbürgermeister Dieter Reiter in einer Pressemitteilung mit.

München: Wird Kaufhof am Stachus doch noch gerettet?

Karstadt und Kaufhof macht Filialen in München dicht – Oberbürgermeister Dieter Reiter möchte Schließung abwenden

Erstmeldung: 22.06.2020

Das geplante Aus von Dutzenden Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) sowie 20 Standorten der Tochter Karstadt Sports schürt in vielen Kommunen die Angst vor verödeten Innenstädten. Mitarbeiter sprachen von einer „schrecklichen Entscheidung“, die Gewerkschaft Verdi hofft aber weiter, doch noch die Schließung einiger Niederlassungen verhindern zu können.

Zunächst hatte GKK angekündigt, 62 seiner 172 Häuser zu schließen. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrates werden dadurch insgesamt 5317 Mitarbeiter in Deutschland ihre Arbeit verlieren. Der Konzern hat derzeit noch 28 000 Beschäftigte. 

Ursprünglich hatte die Geschäftsführung sogar bis zu 80 Geschäfte dicht machen wollen. Am Samstag wurde dann bekannt, dass auch 20 der 30 Niederlassungen der Tochter Karstadt Sports schließen sollen.

In München sollen Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof schließen

In München sollen mehrere Filialen von Karstadt und Kaufhof schließen. Darunter sind, laut Bericht der Deutschen Presse Agentur, die Standorte  Karstadt Am Nordbad, Karstadt im Olympia Einkaufszentrum und Galeria Kaufhof am Stachus.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter äußerte sich am Montag in einer Pressemitteilung zu den Schließungen der Filialen in München:

„Die Ankündigung der Schließung von Galeria Karstadt Kaufhof Häusern in München hat mich sehr betroffen gemacht. Vielen Menschen droht der Verlust ihres Arbeitsplatzes. Daher habe ich den Generalbevollmächtigten von „Galeria Karstadt Kaufhof“ heute um ein möglichst zeitnahes Gespräch gebeten, um zu klären, inwieweit die Stadt unterstützen kann, um die angekündigten Schließungen und damit verbundenen Kündigungen vielleicht doch noch abwenden zu können.“

Die Geschäftsführung von Galeria Karstadt Kaufhof bezeichnet Maßnahmen als unvermeidlich 

„Wir wissen, was dies für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet. Aber dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden“, sagte der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz.

Zur Schließung großer Filialen von Karstadt-Kaufhof und den damit verbundenen Arbeitsplatzverlusten äußert sich die Münchner Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion, Julika Sandt:

„Die Schließung großer und traditionsträchtiger Filialen von Karstadt-Kaufhof in München ist eine Tragödie. Die unternehmerische Schieflage darf in der aktuell schwierigen Zeit nicht zum Ruin für die Angestellten führen. Daher fordere ich, dass sich die Münchner Arbeitsagentur schnell auf die betreffenden Mitarbeiter vorbereitet und vor Ort in den Filialen Beratung und Vermittlung anbietet."

Ziel müsse sein, dass jeder Mitarbeiter schnell ein Sofortangebot von der Agentur erhält: entweder eine Vermittlung in eine neue Arbeit oder eine Weiterbildungsmaßnahme, die die Dienstleistungserfahrung der Betroffenen ebenso berücksichtigt wie zukünftig auf dem Arbeitsmarkt geforderte Kompetenzen.

Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof durch Corona in der Krise

Galeria Karstadt Kaufhof war durch die Corona-bedingte Schließung aller Filialen bundesweit in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Das Unternehmen rechnet aufgrund der Pandemie und den dadurch ausgelösten Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro.

Die Gewerkschaft Verdi betonte, es müsse nun darum gehen, alle Möglichkeiten, Chancen und Wege auszuschöpfen, um so viel Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Als Erfolg verbuchte Verdi, dass die Gewerkschaft für Karstadt Sports einen Tarifvertrag verhandelte. Dieser sehe unter anderem die Angleichung an das Tarifniveau von Galeria Karstadt Kaufhof in zwei Schritten bis zum 1. Januar 2022 vor sowie eine Standort- und Beschäftigungssicherung für die verbleibenden Häuser.

„Konkret bedeutet dies für die von Arbeitsplatzverlust betroffenen Beschäftigten eine Anhebung des Gehalts auf das Niveau der Flächentarifverträge des Einzelhandels“, betonte Verdi. Das kann spürbare Folgen für die Mitarbeiter haben, denn daraus berechnet sich später die Höhe des Arbeitslosengelds.

Im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag) betonte er, die Pandemie biete aber auch eine Chance: „Es muss uns gelingen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln - zum Beispiel Gemeinschaftskonzepte zwischen Handel, Gastronomie, Kultur, aber auch Büronutzungen.“ Das Wohnen in Innenstädten könne attraktiver werden, zumal wegen des Trends zum Homeoffice weniger Büroräume gebraucht würden. Dem Vernehmen nach planen mehrere Kommunen - unter anderem Berlin - Runde Tische mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften, um Zukunftskonzepte zu entwickeln.

dpa/Rathaus München/Julika Sandt/jh

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