Lösung für Plastikmüll

Der Kampf für Gelbe Tonne: Münchner wollen die Wertstoffinseln abschaffen – zur Not auch per Bürgerbegehren

Die Container sind oft überfüllt, der Abfall landet davor. Ulrich Grasberger fordert deshalb ein Ende der Wertstoffinseln.
+
Die Container sind oft überfüllt, der Abfall landet davor. Ulrich Grasberger fordert deshalb ein Ende der Wertstoffinseln.

Ein Bürgerbegehren zur Einführung der Gelben Tonne – das kann sich Ulrich Grasberger durchaus vorstellen. Im Internet bündelt er die Proteste gegen die Wertstoffinseln in München.

  • Viele Münchner ärgern sich wegen den Müll-Containern.
  • Die Wertstoffinseln sind ständig überfüllt.
  • Aktivisten fordern die Gelbe Tonne für Plastik in München.

Der Moosacher Ulrich Grasberger hat die Internetseite www.muell-muenchen.de ins Leben gerufen. Denn viele Bürger gehen derzeit gegen die Zustände an den Containern auf die Barrikaden (Hallo berichtete).

Weil sich auch in Grasbergers Nachbarschaft der Müll an den Wertstoff­inseln stapelt und das angrenzende Biotop verschmutzt, startete er die Internetseite. „Es ist eine richtige Bewegung daraus entstanden. Wir haben inzwischen an die 1000 Aktivisten.“ Ihre Forderung: die Einführung einer Gelben Tonne für Plastikmüll.

Forderung nach Gelber Tonne - In München gebe es viel zu wenig Müll-Container

Bewohner aus Vierteln wie dem Lehel oder der Parkstadt Schwabing müssten sehr weit zur nächsten Wertstoffinsel laufen, kritisiert Grasberger. „Das macht niemand. Deshalb landet der Plastikmüll in der Restmülltonne und wird verbrannt.“

Das zeigten auch die Zahlen: Während München pro Einwohner nur fünf Kilogramm Müll recycle, seien es deutschlandweit im Schnitt mehr als 30 Kilogramm. „Jedes Kilogramm, das wir nicht recyclen, sondern mit dem Hausmüll verbrennen, sorgt für zusätzlich 1,3 Kilogramm CO2 und der Rohstoff ist verloren“, weiß Grasberger.

Deshalb müsse die Stadt mit der Gelben Tonne dringend auf ein Holsystem umstellen. „Notfalls werden wir über ein Bürgerbegehren nachdenken. Wir hoffen aber, durch Gespräche mit den Politikern ans Ziel zu kommen.“

Die Gelegenheit sei günstig, denn derzeit laufen Vertragsverhandlungen mit dem Dualen System, wie der Verpackungsmüll in den kommenden drei Jahren entsorgt werden soll. Aus dem für den Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM) zuständigen Kommunalreferat heißt es allerdings, dass diese bereits abgeschlossen seien und der Vertrag bis 2023 gerade den letzten Beteiligten zur Unterschrift vorliege.

Die Stadt will weiterhin auf die Wertstoffinseln setzen – allerdings mit einigen Verbesserungen im Vertrag

„Wir haben festgehalten, dass das System durch häufigere Leerungen und Reinigungen sowie höhere Kapazitäten optimiert werden soll“, so Kommunalreferentin Kristina Frank.

Gegen die Gelbe Tonne spreche, dass dafür in vielen Wohnanlagen kein Platz sei, teilt die AWM zudem mit. Für die Leerung seien zusätzliche Mülllaster nötig, die jedes Haus anfahren müssten. Glas müsse weiterhin in Containern gesammelt werden.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Corona in München: RKI meldet hohen Inzidenz - OB Reiter verschärft Regeln - Telefon-Krankschreibung möglich
Corona in München: RKI meldet hohen Inzidenz - OB Reiter verschärft Regeln - Telefon-Krankschreibung möglich
Corona in München: Aktuellen Zahlen und Maßnahmen von OB Reiter - München Klinik stellt Besuche ein
Corona in München: Aktuellen Zahlen und Maßnahmen von OB Reiter - München Klinik stellt Besuche ein
Corona-Test in München und Landkreis – Wo man sich in der Stadt testen lassen kann
Corona-Test in München und Landkreis – Wo man sich in der Stadt testen lassen kann
Maskenpflicht in Schulen und auch im Hort - Immer mehr Schüler in Bayern in Corona-Quarantäne
Maskenpflicht in Schulen und auch im Hort - Immer mehr Schüler in Bayern in Corona-Quarantäne

Kommentare