Durchs Jahr geklickt – das war unser 2020

Hallo-Rückschau: Diese München-Themen haben die Leser interessiert 

Welche Themen die Hallo-Leser am interessantesten fanden, erfahren sie im Hallo München-Jahresrückblick.
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Welche Themen die Hallo-Leser am interessantesten fanden, erfahren sie im Hallo München-Jahresrückblick.

Der große Hallo München-Jahresrückblick fasst die beliebtesten München-Themen der Hallo-Leser von 2020 zusammen. Was uns dieses Jahr alles bewegt hat...

Außer Corona nicht viel gewesen? Von wegen! Wenngleich auch unsere Berichterstattung aus München und den Stadtvierteln in beinahe allen Bereichen von der Pandemie beeinflusst, oft sogar bestimmt wurde, so gab es durchaus auch andere Aufreger-Themen.

Unser großer Jahresrückblick in dieser und der kommenden Ausgabe beweist das. Die darin aufgeführten Themen haben übrigens Sie selbst ausgesucht. Wir haben uns angesehen, welche unserer Geschichten auf unserer Homepage (www.hallo-muenchen.de) die meisten Leser interessiert haben.

JANUAR: Frust über neues Parkraummanagement

„Das ist eine Abzocke, die ihresgleichen sucht!“, beschwerte sich die Kraillingerin Veronika Zimnik im Artikel „Neues Parksystem: Kunden müssen trotz minimaler Überschreitung zahlen“. Das Problem: Weil das Einkaufszentrum an der Stockacher Straße am Westkreuz kurz vorher auf eine digitale Parkraumüberwachung umgestellt hatte, die die Parkzeit mittels Sensoren erfasst, musste die Kundin 30 Euro Strafe für eine Überschreitung von drei Minuten zahlen.

Wäre mittels Parkscheibe kontrolliert worden, wäre Zimnik noch in der Zeit gewesen. Mittlerweile gibt es die Sensoren nicht mehr, Kunden müssen wieder die Parkscheibe ins Auto legen. Eigentümer MEAG wollte die Parkzeit von 90 auf 120 Minuten verlängern.

„Diese Verlängerung ließ sich leider nicht mit dem bestehenden Anbieter umsetzen. Vorübergehend wird die Parkzeit manuell erfasst. Bewährt sich die neue Parkzeit, soll längerfristig wieder eine elektronische Lösung eingesetzt werden“, so Josef Wild.

FEBRUAR: Zwischen Wahlkampf und Romantik

Schafft es CSU-Kandidatin Kristina Frank nicht mal in die Stichwahl? Bei unserer großen Hallo-Wahlumfrage sah es lange so aus. Am Wahlabend auch. Erst gegen Ende überholte die CSU-Kandidatin noch Katrin Habenschaden von den Grünen. Auch die Interviews mit den OB-Kandidaten, die sich alle in der Hallo-Redaktion unseren Fragen gestellt haben, wurden tausendfach gelesen.

MÄRZ: Die Welt schneidert Masken nach Münchner Vorbild

Im März schlägt das Thema Corona voll durch. Allein einer unserer Ticker wird innerhalb eines Monats weit über 600 000 Mal aufgerufen. Als wochenlanger Dauerbrenner auch in den Folgemonaten erweist sich unser Artikel über einen Münchner Schneider.

Um das Geschäft am Laufen zu halten, fängt er an, neben Maßhemden auch Mund-Nasen-Masken zu schneidern und gab unseren Lesern Tipps, wie diese auch zu Hause gelingen. Über 100 000 Nutzer lesen diesen Artikel allein in den ersten drei Tagen.

Heute sagt Maßschneider Gernot Kuhn: „Wir hatten nach dem Artikel so viele Webseiten-Aufrufe wie in fünf Jahren nicht und sogar Anfragen aus dem Ausland. Die Idee hat uns definitiv das Überleben gesichert.“ Ein kurzes Interview mit Kuhn lesen Sie im Folgenden.

Gernot Kuhn (r.) erreichten nach dem Hallo-Artikel Anfragen aus ganz Europa.

Maßschneider Gernot Kuhn aus Nymphenburg stößt in eine Markt­lücke, als er im März anfängt, Mund-Nasen-Masken zu nähen. Hallo verrät er, wie es weitergegangen ist.

Herr Kuhn, welche Resonanz gab es?

Wir hatten nach dem Artikel so viele Webseiten-Aufrufe wie in fünf Jahren nicht und sogar Anfragen aus Schweden, Portugal, Spanien, Österreich und der Schweiz.

Was hat das Ihnen und Ihrem Betrieb gebracht?

Die Idee hat uns das Überleben gerettet. Wir hatten nicht geschlossen. Meine zwei Mitarbeiter und ich waren voll beschäftigt.

Nähen Sie immer noch Mund-Nasen-Bedeckungen?

Ja, aber bei Weitem nicht mehr so viele. Wir haben elf Designs und davon jeweils gut zehn Stück vorrätig. Anfangs blieb kein Stück länger als eine Stunde im Lager.

Und Ihre eigentliche Arbeit als Maßschneiderei?

Die bleibt der Schwerpunkt. Zwar sind wir noch nicht wieder bei 100 Prozent – aber etwas mehr als kostendeckend. Corona verdirbt den Kunden zum Glück nicht die Freude an Maßkleidung.

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APRIL: Aprilscherz mit Botschaft

Was ist während der Ausgangsbeschränkung erlaubt? Wie wird kontrolliert? Corona bestimmt auch den April. Davon abgesehen macht im Online-Ranking ein April-Scherz des „Deutschen Hanfverbands München“ das Rennen.

Von einer „Großrazzia in Supermärkten“ und einem erfolgreichen „Schlag gegen Drogenring“ war die Rede, weil angeblich in Supermärkten und Drogeriemärkten in München kiloweise Hanfprodukte beschlagnahmt worden seien. Kurzzeitig haben wir den April-Scherz übernommen, dann als solchen gekennzeichnet.

Völlig ernst gemeint war hingegen die Absage der Wiesn. Gemunkelt worden war es schon länger – endgültig bekannt gegeben haben es Ministerpräsident Markus Söder und OB Dieter Reiter auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am 21. April. Hallo-Leser erfuhren es wenige Momente später auf unserer Homepage.

MAI: Angefeindet in der U-Bahn

Seit dem 27. April gilt wegen der Pandemie unter anderem im Nahverkehr eine Maskenpflicht. Wer keine trägt, riskiert laut aktueller Bußgeldverordnung des Bayerischen Gesundheitsministeriums eine Strafe von bis zu 250 Euro. Doch was, wenn man aus gesundheitlichen Gründen von der Maskenpflicht befreit ist?

Wie sehr er in Bus und Bahn angepöbelt wurde, berichtete uns im Mai der Schwabinger Marcell Wegener. Kein Einzelfall – wie die Rückmeldungen einiger der knapp 50 000 Online-Leser dieses Artikels gezeigt haben. Wie es Wegener heute ergeht? „Bei offiziellen Kontrollen hat inzwischen eine gewisse Akzeptanz eingesetzt.

Aber noch immer wollen wildfremde Passanten, dass ich Ihnen mein Attest vorlege.“ Seine Vermutung: „Viele tragen trotz Attest lieber eine Maske, als sich diesem öffentlichen Druck auszusetzen.“

Wie sehr Menschen, die von der Maskenpflicht befreit sind, im ÖPNV angefeindet werden, verriet Marcell Wegener.

JUNI: Was zusammengehört wird zusammengeführt

In einem ansonsten stark von der Pandemie im Allgemeinen und der Corona-App im Speziellen geprägten Monat, schafft es die Rückkehr des Profifußballs ins Olympia­stadion in unsere Online-Top-Ten. Türk­gücü München erhielt dort einen Vertrag für maximal acht Saisonspiele.

Wie sehr die Drittliga-Spiele im Olympiastadion auch bundesweit für Furore sorgen, verriet jüngst Türkgücüs sportlicher Leiter Roman Plesche im Hallo-Interview.

JULI: Schockierende Tat und Ende einer Tradition

In Feldmoching wurde Ende Juli eine Frau vom Fahrrad gezogen und vergewaltigt. Danach konnte sie sich ins Feldmochinger Seehaus retten. Nicht nur die sehr brutal durchgeführte Tat an sich erschütterte die Stadt.

Kurz darauf auch die Tatsache, dass der wenige Tage später wegen dringenden Tatverdachts festgenommene 35-jährige Münchner polizeibekannt und einschlägig vorbestraft war. Er war vier Wochen vorher aus der Sicherungsverwahrung entlassen worden.

Außerdem im Juli München-Thema: Nachdem sie das „Bräurosl“-Zelt auf der Wiesn 83 Jahre lang geführt hatte, kündigte die Familie Heide ihr Aus an. Der letzte Auslöser, sich vom Oktoberfest zu verabschieden, war die Corona-Krise.

Mittlerweile steht fest: Die Hacker-Pschorr-Brauerei geht mit Peter Reichert als Bräurosl-Wirt in die Bewerbung bei der Stadt für die nächste Wiesn. Reichert leitet künftig auch das Traditions-Wirtshaus Donisl.

Im Juli kündigte Familie Heide ihr Corona-bedingtes Bräurosl-Aus an.

AUGUST: Wo man sich in der Stadt testen lassen kann

Angesichts wieder steigender Corona-Fallzahlen stellt sich vielen die Frage, wo man sich testen lassen kann. Unser entsprechender Service-Artikel führt im August die Online-Bestenliste an und wurde bis heute nicht nur weit über 100 000 Mal aufgerufen, sondern auch täglich aktualisiert. Ewig aktuell ist auch der Spitzname der Isar.

Die „Reißende“ macht ihrem Namen im August alle Ehre. Zahlreiche Uferschäden und ein Badeverbot sind die Folge eines Isar-Hochwassers.

SEPTEMBER: „Fast wia im richtigen Leben“

Obwohl die Wiesn fehlt und Kabarettisten und viele andere Künstler mehr oder weniger ohne Existenzgrundlage dastehen: Der September fühlt sich im Vergleich beinahe normal an.

Die „Wirtshaus-Wiesn“ (sowie die Diskussionen darum) und der „Sommer in der Stadt“ (sowie dessen Bilanz) waren stark geklickte Themen, genau wie das Exklusiv-Interview mit Gerhard Polt und Michael Well. Ganz oben in der Klick-Liste steht aber auch im September Corona. Vor allem die Maskenpflicht im Unterricht wurde heiß diskutiert.

OKTOBER: Verdi-Warnstreik und die Reaktionen darauf

Obwohl tausende Münchner in Kurzarbeit oder im Home­office sind, gibt es im Oktober überfüllte Busse und Bahnen. Der Grund: ein Verdi-Warnstreik.

Die Reaktionen der Münchner fallen eindeutig aus: Den allermeisten fehlt „in Pandemie-Zeiten jegliches Verständnis für Warnstreiks im ÖPNV“. Aktuell ruhen die Verhandlungen – bis Ende April 2021 besteht Friedenspflicht.

Überfüllte S-Bahnen aufgrund eines Verdi-Warnstreiks, beschäftigen die Hallo-Leser unter anderem in der zweiten Jahreshälfte.

NOVEMBER: Todesschreie aus dem Eisbach

Neben Corona bewegt vor allem das Schicksal einer Anwohnerin des Eisbachs tausende Hallo-Leser. In den Sommermonaten höre man Tag und Nacht im Abschnitt zwischen der Brücke an der Oettingen-/Theodorparkstraße und der Tivolibrücke laute Hilfe-Rufe. Ernst und Spaß lasse sich dabei nicht unterscheiden.

Da es in den vergangenen Jahren tatsächlich immer wieder Notarzt-Einsätze am Eisbach gab und Anfang des Jahres sogar ein Schwimmer ertrunken ist, entschied der zuständige BA im November, dass es bald einen Runden Tisch – unter anderem mit der Schlösser- und Seenverwaltung, dem KVR und Bürgern – geben soll.

DEZEMBER: Impfen, Messerstecherei und Silvester

Auch im Dezember war die Pandemie und der erneute Lockdown das dominierende Thema. Über unseren Ticker informieren sich Tausende über das Impfzentrum in der Messe, den Impfstart sowie Liefer-Probleme.

Schockiert hat die Nachricht über die Messerstecherei am Olympia-Einkaufszentrum, bei der ein 14-Jähriger von drei Unbekannten verletzt wurde. Zuletzt war das Ausbleiben von Silvester im öffentlichen Raum und die geltenden Regeln zum Jahreswechsel sehr gefragt.

lit

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