Mehrere Rettungseinsätze am Wochenende

München verbietet Schlauchboote auf der Isar - Lebensgefahr durch Hochwasser und Treibholz

Am Wochenende sind an der Isar mehrere Schlauchboote gekentert.
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Am Wochenende sind an der Isar mehrere Schlauchboote gekentert.

Nach den letzten Regenfällen führt die Isar mehr Wasser als üblich. Es besteht Lebensgefahr – München untersagt Befahren mit Schlauchbooten vom Großhesseloherwehr bis zum Flaucher.

  • Am Wochenende sind mehrere Schlauchboote an der Isar verunglückt.
  • An der Wasserwalze an der Marienklause und kam es zu Rettungseinsätzen.
  • Die Stadt München hat jetzt ein Machtwort gesprochen.

Am Samstag kam es zu dramatischen Szenen an der Isar. Nach Bericht des Bayrischen Roten Kreuz (BRK) sind innerhalb von vier Stunden elf Schlauchboote, mit insgesamt 32 Personen an Bord in der Isar gekentert. Ein Einsatz nach dem anderen, habe die Einsatzkräfte der Wasserwacht des Münchner Roten Kreuzes, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei auf Trab gehalten.

Die Einsatzkräfte der Wasserwacht im Einsatz an der Marienklausenbrücke.

Der Wasserstand am Pegel Isar-München ist seit Tagen erhöht. Auch unterhalb der Hochwasser-Meldestufe 1 führt die Isar derzeit sehr viel Treibholz mit und weist eine starke Trübung sowie Strömung auf. Es besteht eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben, wenn Personen die Isar mit Booten und sonstigen Schwimmkörpern jeglicher Art befahren. 

Die Landeshauptstadt München hat daher zur Regelung des Gemeingebrauchs das Befahren der Isar mit kleinen Fahrzeugen ohne eigene Triebkraft (Boote und Schwimmkörper jeglicher Art) vom Großhesseloherwehr bis zum Flaucher ab Sonntag, den 05.07.2020, bis auf Weiteres verboten. 

Die Bootfahrenden werden gebeten, oberhalb des Großhesseloherwehrs den beschilderten Ausstieg auf der rechten Seite zu nutzen und die Gefahrenstelle an der Marienklause zu umgehen.

 Aktuell herrschen auf der

Isar

Verhältnisse vor, die eine gefahrlose Ausübung des Gemeingebrauchs nicht zulassen. Am Samstag kam es auf der

Isar

zu einigen Unfällen, insbesondere an der Wasserwalze bei der Marienklause. Bei den Rettungsaktionen brachten sich auch die Helfer in Lebensgefahr.

 Rettungseinsätze am Wochenende - Mehrere Schlauchboote kentern an der Isar

An der Thalkirchner Brücke hatten sich aufgrund des hohen Wasserstandes mehrere Bäume an einem Brückenpfeiler verfangen. Ein Paar wollte mit ihrem Schlauchboot die Brücke passieren, blieb an einem der Bäume im Wasser hängen und kenterte. Aus eigener Kraft konnten sich die beiden an einen Brückenpfeiler festhalten bis die Feuerwehr und Wasserwacht eintraf. Die Wasserwacht brachte die beiden Personen mit Unterstützung der Feuerwehr an das trockene Ufer.

Noch während der Rettung ging ein weiterer Notruf flussaufwärts von der Brücke an der Marienklause ein. Mehrere Schlauchboote mit insgesamt acht Personen waren an einer Wasserwalze gekentert. Nur durch Glück und der schnellen Hilfe blieben die Person weitestgehend unverletzt. Sie kamen mit dem Schrecken davon.

Die Wasserwalze an der Marienklause ist durch das Hochwasser besonders gefährlich.

Gegen 19:16 Uhr dann wieder ein Notruf von der Brücke an der Marienklause. Wieder war ein Schlauchboot mit vier Personen gekentert. Drei der Insassen konnten sich mit Hilfe der Wasserwacht ans Ufer retten. Eine Person war im Strudel unter dem Schlauchboot gefangen. Mit dem Hubschrauber und einem Retter am Seil war es gelungen auch die in Lebensgefahr geratene Person zu retten.

Ein Helikopter wurde zur Rettung herbei gerufen.

Die Gefahren der Isar werden regelmäßig unterschätzt

An Wehrkanten bilden sich lebensgefährliche Wasserwalzen, die alles was darin gefangen ist, immer wieder zur Kante zurück spülen. Wie in einer Waschmaschine wird man immer wieder im Kreis und unter Wasser gedrückt und hat kaum eine Chance zu entkommen. Treibgut ist genauso in der Wasserwalze gefangen, was die Verletzungsgefahr stark erhöht, ganz zu schweigen, von der Gefahr zu ertrinken. 

An der Brücke an der Marienklause, wie auch am Flaucher befinden sich zwei dieser Wehrkanten, dazu kommt, dass die Floßrutsche durch die Stadt München an der Marienklausenbrücke gesperrt wurde und somit die Schlauchboote an dieser Stelle aus dem Wasser müssten. Am Flaucher ist das Bootfahren ganz verboten, aber auch das hält manche Hobbykapitäne nicht auf und sie fahren die Wasserfälle hinab, in die nächste Wasserwalze.

Eine weitere Gefahr ist Treibgut im Wasser. Dies kann entweder das Boot beschädigen, weil man es im Wasser nicht sieht, andererseits verkeilt es sich an Brückenpfeilern. Ein Boot, das in solch eine Verblockung getrieben wird, wird vom scharfkantigen Holz aufgeschlitzt, die Besatzung eventuell unter das Holz gezogen. Deswegen der Apell der Wasserwacht des Münchner Roten Kreuzes, bei erhöhtem Wasserstand (das Wasser ist braun und trüb) nicht in die Isar zu gehen. Weder zum Schwimmen noch zum Schlauchbootfahren. 

Die Wasserwacht weist eindringlich auf die Gefahr für Kinder hin. Kinder sollen vom Wasser ferngehalten werden, sie unterschätzen die Strömungsgeschwindigkeit und erkennen die Gefahren der Wasserwalzen nicht. An der Marienklausenbrücke springen Kinder gerne vom Rand aus in die Isar, dies ist schon bei leicht erhöhtem Wasser eine große Gefahr für Kinder, die gegen die Wassermassen nicht ankämpfen können.

brk/rgu/Berufsfeuerwehr München/jh

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