Am Freitag

IAA-Protest in München: Polizei setzt Schlagstöcke bei Demo ein, Aktivisten sperren BlueLane und besetzen Haus

Demonstranten stoßen kurz nach Beginn ihres Demonstrationszuges gegen die Automesse IAA-Mobility an der Theresienwiese mit Einsatzkräften der Polizei zusammen.
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Demonstranten stoßen kurz nach Beginn ihres Demonstrationszuges gegen die Automesse IAA-Mobility an der Theresienwiese mit Einsatzkräften der Polizei zusammen.

Die Münchner Polizei und Aktivisten des IAA-Protestcamps auf der Theresienwiese geraten gleich beim Start der Demo aneinander. Schlagstöcke und Pfefferspray kamen zum Einsatz.

+++ Dieser Ticker ist beendet. Eine Zusammenfassung der Ereignisse und Proteste in München finden sie im aktuellen IAA-Artikel.+++

Update: 13.25 Uhr

IAA-Proteste in München: Polizei und Aktivisten geraten an Theresienwiese aneinander - BlueLane blockiert

Bei IAA-Protesten in München ist es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Die Beamten setzten am Freitagvormittag Schlagstöcke und Pfefferspray gegen Aktivisten ein. Einem Polizeisprecher zufolge sollen IAA-Gegner versucht haben, eine Polizeiabsperrung an der Theresienwiese zu durchbrechen.

Auf der Fläche, auf der normalerweise das Oktoberfest stattfindet, befindet sich ein Camp der IAA-Kritiker. Von dort waren am Freitagvormittag Hunderte Aktivisten und andere Demonstranten aufgebrochen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot am Ort, die Zahl der Beamten überstieg Beobachtern zufolge die der Demonstranten deutlich.

Wie der erste kehrte auch ein zweiter Demonstrationszug, der vom Klimacamp aus aufbrechen wollte, zunächst dorthin zurück. Kurz vor Mittag verließ dann aufs Neue ein Demonstrationszug die Theresienwiese.

Zudem blockierte eine Gruppe von Klimaaktivisten kurzzeitig die für die Messe eingerichtete Sonderspur BlueLane auf der Autobahn A94, die an der Messe vorbeiführt. Parallel dazu demonstrierte Aktivisten auf dem Münchner Königsplatz, einem der IAA-Ausstellungsorte außerhalb des Messegeländes.

Weitere Blockaden und Störaktionen bei der IAA sind angekündigt. Ein Polizeisprecher sagte, dass man gegen Straftaten konsequent vorgehen werde. Polizeiabsperrungen hätten nicht bloß „Empfehlungscharakter“.

Klima-Aktivisten kritisierten dagegen das Vorgehen der Polizei und sprachen von „massiver Gewalt“ seitens der Polizei, von der man sich aber „nicht einschüchtern“ lassen wolle.

Ob bei den Zusammenstößen jemand verletzt wurde, war zunächst offen, weder Polizei noch das Bündnis „Sand im Getriebe“ konnten dazu Angaben machen.

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Update: 13.07 Uhr

Hausbesetzung in München als Protest gegen die IAA

Das Bündnis „No Future for IAA“ hat nach eigenen Angaben ein Gebäude in der Karlstraße 20 besetzt. Vor dem Haus soll der „Open Space for Future“ stattfinden. Aktuell werde versucht die Veranstaltung anzumelden und somit versammlungsrechtlich abzusichern.

Mit dem ‚Open Space for Future‘ wollen wir einen Kontrapunkt zu den ‚Open Spaces‘ der IAA setzen. Ob Polizei und Behörden unsere Pläne zulassen, scheint im Moment noch fraglich. Wir fordern, dass ein kritisches Begleitprogramm in unmittelbarer Nähe zu den städtischen Ausstellungsflächen der IAA ermöglicht wird.“

Fritzi Krämer, Sprecherin von No Future for IAA 

Für das Haus in der Karlstraße hätten die Besetzer langfristige Pläne. So sollen die Räumlichkeiten für selbstorganisierte klimapolitische Gruppen und andere Initiativen als Ort der Vernetzung und Organisierung zur Verfügung gestellt werden. Auch unkommerzielle Kulturveranstaltungen, Vorträge, Workshops und Lesungen sollen in dem Gebäude Platz finden.

Bei der Karlstr. 20 handelt es sich um ein leerstehendes Gebäude im Besitz des Freistaats Bayern. Mit dem Projekt, das die Besetzer*innen in dem Gebäude realisieren wollen, würde der gravierende Mangel an unkommerziellen und selbstverwalteten Räumen in München ein Stück weit kompensiert werden. Es liegt nun bei der Stadt München und dem Freistaat Bayern die Umsetzung dieses Projekts nicht zu verhindern.

Fritzi Krämer, Sprecherin von No Future for IAA 

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Update: 12.57 Uhr

Aktivisten blockieren die IAA-BlueLane in München

Unter dem Motto „blockIAA“ haben sich heute über tausend Aktivisten des Aktionsbündnisses „Sand im Getriebe“ in München auf die Straße begeben. Wie das Bündnis in einer Pressemitteilung schreibt, soll der Ablauf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) mit Blockaden und zivilem Ungehorsam gestört werden.

Zudem hätten Aktivisten seit 11.45 Uhr die BlueLane der IAA blockiert.

Wir werden das Greenwashing der Autokonzerne und das Versagen der Politik nicht mehr hinnehmen. Über Tausend Aktivist*innen sind mit uns in München und tragen den Protest auf die Straßen. Wir wollen klarmachen: wir brauchen eine radikale Verkehrswende, wenn Politik und Konzerne unsere Zukunft verkaufen statt zu handeln, nehmen wir das selbst in die Hand

Lou Winters, Pressesprecherin von “Sand im Getriebe”

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IAA-Protest in München eskaliert ‒ Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray gegen Aktivisten ein

Erstmeldung: 10. September

In München sind Polizei und IAA-Gegner bei einer Demo aneinander geraten - Schlagstöcke und Pfefferspray kamen zum Einsatz.

Ein Polizeisprecher sagte, etwa 100 Demonstranten hätten am Freitagvormittag versucht, eine Polizeiabsperrung an der Theresienwiese zu durchbrechen.

IAA-Protest in München - Polizei und Aktivisten geraten an der Theresienwiese aneinander

Aktivisten hatten am Dienstag an mehreren Autobahnen im Raum München Banner angebracht und sich an einigen Brücken abgeseilt. Fernstraßen mussten deswegen vorübergehend gesperrt werden.

Weitere Blockaden und Störaktionen bei der IAA sind angekündigt. Ein Polizeisprecher sagte, dass man gegen Straftaten konsequent vorgehen werde. Polizeiabsperrungen hätten nicht bloß „Empfehlungscharakter“.

Bundespolizei bereitet sich auf IAA-Proteste in München vor

Im Rahmen der IAA kündigte die Bundespolizei an, in den Münchner Bahnhöfen, Haltepunkten, Zügen und S-Bahnen am kommenden Wochenende zu den Schwerpunktzeiten mit rund 220 Beamte im Einsatz zu sein.

Wegen des vorhergesagten spätsommerlichen Wetters geht die Münchner Bundespolizei davon aus, dass neben Demonstrationsteilnehmern, die die Fern-, Nahverkehrs- bzw. S-Bahnangebote der DB AG nutzen, auch mehr Ausflügler, Touristen und Shopper nach München reisen und im öffentlichen Nahverkehr unterwegs sein werden. Bahnnutzer sollten sich daher auf mehr Mitreisende einstellen.

„Höchste Priorität genießt“ für den Einsatzleiter, Polizeidirektor Michael Rupp, „die Sicherheit aller Nutzer der Bahn und deren Anlagen“. Er sieht sich und seine Einsatzkräfte „bestens vorbereitet“ und lobt dabei „neben allen die in der Vorbereitung beteiligt waren, vor allem die bewährt gute Zusammenarbeit mit den bayerischen Kollegen im Polizeipräsidium München.“

Aufgabe der Bundespolizei ist, sowohl den Demonstrationsteilnehmern als auch allen anderen, die per Bahn nach München reisen, einen sicheren Aufenthalt im Bahnbereich zu gewährleisten

Polizeidirektor Michael Rupp

Bundespolizei München/dpa/jh

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