IAA-Proteste in München

München: Zahlreiche Proteste gegen IAA - Polizei zieht eine positive Bilanz, Aktivisten üben scharfe Kritik

Demonstranten stoßen kurz nach Beginn ihres Demonstrationszuges gegen die Automesse IAA-Mobility an der Theresienwiese mit Einsatzkräften der Polizei zusammen.
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Demonstranten stoßen kurz nach Beginn ihres Demonstrationszuges gegen die Automesse IAA-Mobility an der Theresienwiese mit Einsatzkräften der Polizei zusammen.

Die Woche der IAA und IAA-Proteste neigt sich dem Ende zu. Während die Polizei eine positive Bilanz zieht, kritisieren Aktivisten deren Vorgehen massiv.

  • Vom 8. bis 12. September fand die IAA Mobility in München statt.
  • Gleichzeitig kam es auch zu zahlreichen Protestaktionen gegen die Automobilmesse.
  • Zum Abschluss zieht die Polizei eine positive Bilanz, Aktivisten kritisieren hingegen deren Vorgehen.

München - Die Internationale Automobilausstellung (IAA Mobility) beschäftigt München schon die gesamte Woche. Während auf dem Messegelände und auf zahlreichen öffentlichen Plätzen in der Innenstadt Veranstaltungen und Ausstellungsflächen der IAA stattfanden, kam es im ganzen Stadtgebiet auch zu vielen Protestaktionen. Bei mehreren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Aktivisten kam es auch zum Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken. Zum Ende der Veranstaltung zieht die Münchner Polizei dennoch eine positive Bilanz. Die Protestierenden kritisieren hingegen eine „einschüchternde Polizeipräsenz“ sowie gewaltsames Vorgehen der Einsatzkräfte im Hinblick auf friedliche Proteste.

München: IAA neigt sich dem Ende zu - Polizei zieht positive Bilanz

Die Münchner Polizei zeigt sich mit dem Einsatzverlauf anlässlich des Versammlungsgeschehens und der Veranstaltungen um die IAA Mobility 2021 hochzufrieden. So heißt es in einer Bilanz des Münchner Einsatzleiters und Polizeivizepräsidenten Michael Dibowski am Sonntag. „Unser Einsatzkonzept hat sich bewährt, denn die meisten Veranstaltungen und Versammlungen im Zusammenhang mit der IAA Mobility 2021 verliefen ohne nennenswerte Störungen“, resümiert er. „Mich stimmt jedoch nachdenklich, dass in einigen Fällen notwendige polizeiliche Maßnahmen erst nach der Androhung oder dem Einsatz von Zwangsmitteln befolgt wurden“, so Dibowski weiter. Gleichwohl dürfe man nicht übersehen, dass die überwiegende Mehrheit der Versammlungsteilnehmer einen friedlichen Protest gewählt und damit ihre Interessen demokratisch vertreten habe.

So viele Festnahmen gab es während den Protesten

Im gesamten Einsatzverlauf wurden insgesamt rund 200 Identitätsfeststellungen zur Strafverfolgung und Gefahrenabwehr getroffen. In 144 Fällen wurden bislang (mit Stand 12.09.2021 - 10:00 Uhr) in der zurückliegenden Woche Straftaten, wie beispielsweise Sachbeschädigungen, Hausfriedensbruch oder Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte, mit Bezug zur IAA Mobility 2021 angezeigt und größtenteils auch Tatverdächtige ermittelt. 87 Personen wurden deshalb vorübergehend fest- oder in Gewahrsam genommen.

Aktivisten üben Kritik an Polizeieinsätzen: „Massive Polizeipräsenz erzeugte Drohkulisse“

Während die Beamten sich zum Einsatzende zufrieden mit ihrer Einsatztaktik zeigen, hagelt es heftige Kritik von Seiten der protestierenden Klimaaktivisten. „Es ist äußerst erschütternd, wie durch den Polizeieinsatz wissentlich und gewollt die Aktivist*innen verletzt und traumatisiert wurden“, heißt es seitens des Bündnisses „No Future for IAA“. Schon in den Tagen vor der IAA habe eine massive Polizeipräsenz dazu gedient, eine Drohkulisse zu erzeugen, welche legitimen Protest für Klimagerechtigeit einschüchtern und kriminalisieren sollte, so der Vorwurf.

Unverständnis herrscht auch anlässlich der Verhaftung eines Journalisten, der Aktivisten bei der Hausbesetzung an der Karlstaße begleitet hatte. Darüber hinaus seien sowohl Aktivisten als auch Journalisten bei den Polizeieinsätzen verletzt worden. „Es kam wiederholt zu willkürlichem und massivem Einsatz von Pfefferspray, Faustschlägen mit gestärkten Handschuhen und Schlagstöcken – teilweise bewusst auf die Köpfe der Aktivist*innen“, klagt das Protest-Bündnis an.

Quelle: Polizei München/ No Future for IAA/ kf

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