Beschluss des Münchner Stadtrats

Schanigarten in München bleibt erlaubt - Neue Heizpilz-Regel für Freischankflächen

Ein Heizpilz auf der Freischankfläche eines Restaurants.
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Ein Heizpilz auf der Freischankfläche eines Restaurants.

In München gibt es für Herbst und Winter eine Ausnahme für Heizpilze auf den Freischankflächen der Gastro. Außerdem bleibt der Schanigarten - vielleicht für immer.

  • Die Existenz von Gastro-Betrieben in München sind durch Corona bedroht.
  • Deswegen werden die Schanigärten bis Ende März 2021 verlängert.
  • Es sollen im Herbst und Winter auch bestimmte Heizpilz-Modelle auf Freischankflächen erlaubt sein.

Durch die Corona-Pandemie ist die Gastronomie in München in eine Lage gekommen, die die Existenz vieler Betrieb bedroht. Der Münchner Stadtrat hatte daraufhin im Mai 2020 beschlossen, unter bestimmten Voraussetzungen Freischankflächen über die Gebäudegrenze seitlich hinaus und auf Parkplätzen zu erlauben. Diese Schanigärten kamen in München gut an, lediglich 179 Beschwerden gingen ein.

Bisher sind im Kreisverwaltungsreferat (KVR) fast 1100 Anträge auf Erweiterung und Neuschaffung von Freischankflächen eingegangen, von denen knapp 900 genehmigt wurden. Etwa 500 Schanigärten sind auf Parkplätzen entstanden: Dadurch gibt es fast 5000 zusätzliche Gastro-Plätze.

Zählt man die neuen Freischankflächen seitlich neben den Gastro-Betrieben dazu, kommt man auf insgesamt 8700 zusätzliche Gastplätze. Um die Wirtinnen und Wirte zusätzlich zu entlasten, müssen sie keine Gebühren für ihre Freischankflächen bezahlen, solange pandemiebedingt ein Abstandsgebot von 1,5 Metern in der Gastronomie gilt.

Schanigärten in München zunächst bis Ende März 2021 verlängert 

Die SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat kann sich aber gut vorstellen, die zusätzlichen Freischankflächen in warmen Monaten unbefristet beizubehalten. Im Frühjahr wird sich der Stadtrat erneut mit den Schanigärten beschäftigen.

In diesem Herbst und Winter wird es zudem ausnahmsweise erlaubt sein, die Außenbereiche mit Ökostrom-Heizstrahlern zu erwärmen. Gasbetriebene Heizpilze hingegen wird es in München aus Klimaschutzgründen nicht geben.

Die Schanigärten haben gezeigt, wie schön wir den öffentlichen Raum gestalten können. Wir haben im Sommer bewiesen, dass München nicht umsonst den Ruf der nördlichsten Stadt Italiens hat. Deshalb verlängern wir die Schanigärten sehr gerne und können uns vorstellen, sie in den warmen Monaten unbefristet beizubehalten. In diesen herausfordernden Zeiten wollen wir die Gastronomie unterstützen und gleichzeitig aber auch den Klimaschutz nicht aus den Augen verlieren: Deshalb sind mit Ökostrom betriebene Heizstrahler erlaubt, gasbetriebene Heizpilze aber nicht.

Stadtrat Andreas Schuster (SPD)

Kritik an der neuen Heizpilz-Regel in München

Die neue Heizpilz-Regel in München stößt bei der Fraktion im Stadtrat der ÖDP/FW jedoch nicht auf Gegenliebe. Kritisiert wird, dass die Beschlüsse des Klimanotstandes ignoriert und die Interessen der Wirtschaft über die der Umwelt gestellt werden.

Ja, wir brauchen Konzepte, wie wir die Wirte und das Gewerbe in München zukunftsfit machen können. Ja, Corona stellt eine Herausforderung dar, wie wir sie in den letzten Jahrzehnten nicht gekannt haben. Ja, die Auswirkungen sind vielerorts schmerzhaft und existenzbedrohend. Aber all das gilt auch für den Klimawandel – und gegen den wird es nie eine Impfung oder ein Medikament geben.

Tobias Ruff, Fraktionsvorsitzender ÖDP/FW

Fraktion im Stadtrat München SPD/VOLT, Fraktion im Stadtrat München ÖDP/FW

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