Großteil der Beschäftigten in Kurzarbeit

Dramatische Lage im Münchner Gastgewerbe: Gewerkschaft fordert Mindest-Kurzarbeitergeld

Die Gewerkschaft NGG macht auf die Ausmaße der Hotel- und Gaststätten-Schließungen im Kreis München aufmerksam – und fordert Mindest-Kurzarbeitergeld von monatlich 1.200 Euro.
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Die Gewerkschaft NGG macht auf die Ausmaße der Hotel- und Gaststätten-Schließungen im Kreis München aufmerksam – und fordert Mindest-Kurzarbeitergeld von monatlich 1.200 Euro.
  • Sabina Kläsener
    vonSabina Kläsener
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Vor den nächsten Bund-Länder-Gesprächen zur möglichen Lockdown-Verlängerung macht die Gewerkschaft NGG auf die Folgen der Schließungen für die Beschäftigten des Hotel- und Gaststättengewerbes aufmerksam.

  • Gewerkschaft macht auf dramatische Folgen des Lockdowns für das Gastgewerbe aufmerksam.
  • Es wird ein Mindest-Kurzarbeitergeld von 1200 Euro pro Monat gefordert.
  • Die Zahl der Kurzarbeiter im Freistaat erreichte einen Höchststand von 128.700.

München - Angesichts weiterhin geschlossener Restaurants, Cafés und Hotels in München macht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf die wachsende Notlage der Beschäftigten aufmerksam – und fordert die Einführung eines Mindest-Kurzarbeitergeldes von 1.200 Euro im Monat.

Die NGG geht davon aus, dass die Kurzarbeit aktuell erneut die Ausmaße des Lockdowns vom Frühjahr vergangenen Jahres angenommen hat. Damals meldeten 2.540 gastgewerbliche Betriebe in München Kurzarbeit an – das sind 74 Prozent aller Betriebe der Branche.

Die Zahl der kurzarbeitenden Köchinnen, Kellner und Hotelfachleute in der Stadt stieg im April 2020 auf rund 27.900. Dies geht aus einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit hervor.

Nach Angaben des Ifo-Instituts waren im Januar 2021 bundesweit 56 Prozent aller Beschäftigten des Gastgewerbes in Kurzarbeit. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft lag die Quote bei lediglich 7,8 Prozent.

Im Unterschied zu anderen Branchen dauert der derzeitige Lockdown für die Gastronomie und Hotellerie immerhin schon seit Anfang November. Die Beschäftigten wissen nicht mehr, wie sie noch ihre Miete bezahlen sollen. Ihre letzten Reserven sind längst aufgebraucht. Und es könnten noch Monate vergehen, bis Hotels und Gaststätten wieder öffnen.

Tim Lünnemann, Geschäftsführer der NGG-Region München

„Wegen ohnehin niedriger Löhne und fehlender Trinkgelder spitzt sich die Lage der Beschäftigten auch in der Landeshauptstadt dramatisch zu. Ohne schnelle und unbürokratische Hilfe drohen den Menschen existentielle Probleme“, betont Lünnemann.

Mindest-Kurzarbeitergeld gefordert

Zusammen mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat die NGG deshalb Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Koalitionsspitzen in einem offenen Brief aufgefordert, ein branchenübergreifendes Mindest-Kurzarbeitergeld in Höhe von 1.200 Euro pro Monat einzuführen.

Am 11. Februar debattiert auch der Deutsche Bundestag über das Thema. Außerdem haben ver.di und die NGG eine Online-Petition zum Mindest-Kurzarbeitergeld gestartet. Weitere Infos unter: https://www.ngg.net/mindest-kug.

„Wenn die Politik Unternehmen mit enormen Steuermitteln unterstützt, um eine Pleitewelle zu verhindern, dann muss auch genug Geld für die da sein, die jetzt jeden Cent zweimal umdrehen müssen“, sagt Tim Lünnemann.

Zahl der Kurzarbeiter in Bayern erreicht Höchststand

Gerade in kleineren Pensionen und Gaststätten in der Region verdienten viele Beschäftigte kaum mehr als den gesetzlichen Mindestlohn. Eine Kellnerin, die in Vollzeit zum Mindestlohn arbeitet, kommt im ersten Bezugsmonat auf nur 728 Euro Kurzarbeitergeld (ledig, ohne Kinder, Kirchensteuer), so die NGG.

Selbst nach der Erhöhung auf 80 Prozent des Einkommens, wie sie nach sieben Monaten Kurzarbeit greift, bleiben nur 971 Euro im Monat.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gingen im April vergangenen Jahres in ganz Bayern 18.800 Betriebe des Gastgewerbes in Kurzarbeit – das sind 70 Prozent aller Betriebe der Branche. Die Zahl der Kurzarbeiter im Freistaat erreichte einen Höchststand von 128.700.

NGG/fb

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