#KeinGradWeiter

Fridays for Future sagt Klima-Großstreik in München wegen Corona ab - Alternativ-Demonstration geplant

Mitglieder von Fridays For Future demonstrieren auch in Corona-Zeiten - mit Maske und Abstand.
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Keine Groß-Demonstration von Fridays For Future am Samstag in München.

Die Corona-Lage in München bringt Fridays for Future dazu ihren Großstreik am Samstag abzusagen. Allerdings ist eine Alternativ-Demonstration auf der Theresienwiese geplant.

  • Großstreik von Fridays for Future in München abgesagt.
  • Die Demonstration soll wegen der Corona-Lage in München nicht stattfinden.
  • Auf der Theresienwiese ist am Samstag eine Alternativ-Aktion geplant

Update: 25. September 2020

Kein Großstreik von Fridays for Future in München! - In einer Pressekonferenz haben die Klima-Aktivisten angekündigt auf die großangelegte Demonstration am Samstag, den 25. September, zu verzichten. Grund dafür sei die verschärfte Corona-Krise in München.

Fridays for Future Großstreik in München wegen Corona abgesagt

Wir haben lange gerungen und diskutiert, weil nicht nur die Coroana-Krise schlimm ist, sondern auch die Klimakrise. Wir versuchen beiden gerecht zu werden

Aurelia Spehr

Allerdings soll der geplante Großstreik nicht ersatzlos entfallen. Fridays for Future will am Samstag, 25. September, auf der Theresienwiese eine Alternativ-Aktion organisieren. Dort soll um 14 Uhr ein Schriftzug auf Menschen geformt werden. Es sollen dabei maximal 500 Personen vor Ort sein, die sich auf der Website vorher anmelden sollen. Zusätzlich soll es auch digitale Alternativ-Streiks geben.

Wir wollen Verantwortung für alle Krisen übernehmen – zurzeit Corona und Klima. Das Selbe erwarten wir von der Politik. Auch ohne Großstreik fordern wir: Kein Grad Weiter!

Lukas Maggioni

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Fridays For Future: „Wir leben in zwei Krisen“ - Klimaschutz in München in der Corona-Pandemie

Erstmeldung: 19. September 2020

„Kein Grad weiter“: Unter diesem Motto ruft Fridays For Future am Freitag, 25. September, zum 6. globalen Klimastreik auf – auch in München (siehe Kasten). „Wir leben in zwei Krisen“, mahnt Lukas Maggioni, Sprecher der Münchner Gruppe. Daher wolle man nun das Thema wieder in den Diskurs bringen.

Lukas Maggioni ist Sprecher der Münchner Fridays For Future Gruppe.

Fridays For Future mit Demo in München

Fridays For Future will am Freitag, 25. September, ab 14 Uhr auf der Theresienwiese demonstrieren – unter strengen Vorgaben. Die Teilnehmer, aktuell auf 1000 begrenzt, werden am einzigen, hinreichend breiten Eingang gezählt, es gelten Maskenpflicht und Mindestabstand. Um die Kontakte zu minimieren, werden Korridore abgetrennt, in denen sich 200 Menschen aufhalten dürfen.

60 000 Demonstranten werden es heuer nicht werden – nach eigenen Zählungen der Gruppe übte am 20. September 2019 auf dem Königsplatz diese Menschenmasse Druck auf die Politik aus. „Das Klimapaket hätte es ohne uns nicht gegeben, auch wenn das Ergebnis enttäuschend war“, schätzt Lukas Maggioni, Sprecher der Münchner Gruppe, die Protestwirkung ein. 

Wer kann und soll was tun?

Die Antworten auf diese Frage untersucht ein Forschungsprojekt der LMU. Bis voraussichtlich Ende Oktober soll gefragt werden, wen die Bürger in Sachen Klimaschutz in der Verantwortung sehen – die Politik, Privatpersonen oder Unternehmen – beziehungsweise wer die Fähigkeiten hat, ob und wie klimaschützend aktiv zu werden. Die Studie ist auf fünf Jahre ausgelegt. In circa drei Jahren soll es eine Auswertung inklusive Handlungsempfehlungen geben. Umfrage Klima LMU können Sie an der Umfrage teilnehmen.

„Mehrweg statt Einweg“ - Münchner Gastro testet Mehrweg-Systeme

Schalen und Kartons von Essen zum Mitnehmen – seit Beginn der Corona-Pandemie bringen sie in Teilen Münchens noch mehr als vorher schon die Mülleimer zum Überquellen. Um solche Einwegverpackungen abzuschaffen, will der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga im Herbst in München die Pilotphase „Mehrweg statt Einweg“ starten. Aktuell befragt die Dehoga ihre Mitglieder, welche Gaststätten teilnehmen und verschiedene Mehrweg-Systeme ausprobieren möchten.

Wiesn-Einzug in München zum extra langen Klimaherbst

Beim Wiesn-Einzug der Klimahelden stehen am Samstag, 19. September, Menschen im Fokus, die sich seit Jahren in München für klimafreundliche Alternativen engagieren. Dabei gehen sie die Route des traditionellen Wiesn-Einzugs nach – gegen 11.30 Uhr erreicht der Zug, veranstaltet vom Netzwerk Klimaherbst, die Theresienwiese. Zum 14. Mal bringt der Klimaherbst den Münchnern das Thema Nachhaltigkeit in verschiedenen Facetten näher.

Unter dem Titel „Welt wohin? Reise in eine bessere Zukunft“ findet die Aktion aufgrund mangelnder Planungssicherheit während der Corona-Pandemie nicht nur im Oktober statt. Im Sommer gestartet, gibt es bis März 2021 vor allem digitale Angebote. Im März wird analysiert, was sich in einem Jahr seit der Kommunalwahl und Corona in puncto Klimaschutz getan hat.

„Ciao Stau“

So lautet die Aktion vom bayerischen Umweltministerium für umweltfreundliche und nachhaltige Fortbewegung – per Fuß, Rad oder ÖPNV. Dabei warten verschiedene Gewinne, zum Beispiel werden 100 Mal je 500 Freiminuten für das Bike-Sharing-Angebot des MVG-Rad verlost. Für die letzte Aktionswoche von Samstag, 3., bis Freitag, 9. Oktober, kann man sich auf www.ciaostau.de noch anmelden.

Ökostrom direkt aus München

Ausverkauft nach 38 Minuten: Die M-Solar Sonnenbausteine sind nach wie vor beliebt. Und so haben 45 Münchner insgesamt 160 000 Euro in zwei neue Photovoltaik-Projekte investiert – 900 Interessierte standen nach der ersten Tranche im März auf der Warteliste.

Bis 2025 wollen die SWM so viel Ökostrom erzeugen, wie in der Stadt benötigt wird. Um das zu schaffen, wird investiert: Geothermie-Kraftwerke werden ausgebaut und mit München vernetzt, die Wasserkraftanlagen modernisiert. In Freimann wird ein neuer Energiespeicher in Betrieb genommen. Das ist nötig: Bis 2050 wird der Münchner Verbrauch laut SWM von aktuell 7,2 auf mindestens 8,4 Milliarden Kilowattstunden steigen.

München ist im Städtevergleich schon jetzt Vorreiter mit seinen unter anderem 33 Photovoltaik-Anlagen, 14 Wasserkraftanlagen und bald zwei Windkrafträdern.

449 private, geförderte Photovoltaik-Anlagen wurden in München seit 2016 erstellt. Damit werden rund 1300 Haushalte mit Ökostrom versorgt. Ein Einfamilienhaus mit etwas 40 Quadratmetern Solarzellen-Fläche vermeidet jährlich bis zu 3000 Kilo CO2-Emissionen. Das entspricht pro Jahr 240 neu gepflanzten Bäumen.

mjh

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