„Schluss mit Heckenschüssen“

Nach SPD-Beben: Florian Post macht ernst ‒ „Persönlichkeitswahlkampf“ um den Münchner Norden beginnt

Florian Post und Christian Ude.
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Florian Post und Christian Ude starten Wahlkampf um den Münchner Norden.

Florian Post macht Wahlkampf - jedoch nicht für die SPD-Liste, sondern um Erststimmen. Er will per Direktmandat in den Bundestag. Unterstützung kommt von Alt-OB Ude...

  • Florian Post will per Direktmandat in den Bundestag.
  • Unterstützung bekommt er von Alt-OB Christian Ude.
  • Der Wahlkampf-Entscheidung geht ein Streit um die SPD-Liste voraus.

Florian Post (SPD) vertritt seit beinahe acht Jahren den Münchner Norden im Deutschen Bundestag. Doch seit dem Krach um die Aufstellung zum Spitzenkandidat in der SPD-Liste im Regierungsbezirk Oberbayern steht eine erneute Legislaturperiode auf wackligen Beinen. Post unterlag bei einer Kampfkandidatur am Wochenende - der erste Listenplatz ging an Sebastian Roloff.

SPD-Politiker in Bayern ziehen gewöhnlich über die Liste in den Bundestag ein. Um einen erneuten Einzug zu schaffen, benötigt Post jetzt ein Direktmandat und muss den Wahlkreis München-Nord gewinnen.

Post selbst gibt sich kämpferisch. In einer Pressemitteilung von Donnerstag erklärt er an seiner Kandidatur festzuhalten.

Am Ende gaben die vielen Stimmen aus dem Münchner Norden, aus zahlreichen Vereinen, Verbänden, Kirchengemeinden, Betriebsräten und Bürgerinitiativen, aus der gesamten Münchner SPD und vielen bayerischen Landesteilen den Ausschlag: ich darf Wählerinnen und Wähler, die mir schon zweimal das Vertrauen schenkten nicht enttäuschen! Ich stehe bei der überwältigenden Mehrheit der SPD im Münchner Norden im Wort! Ich darf bei aller menschlichen und politischen Enttäuschung nicht einfach hinwerfen!

Florian Post

Es werde ab sofort ein Wahlkampf ausschließlich um Erststimmen sein. Post spricht von einem „Persönlichkeitswahlkampf“ und keinen um die Parteiliste.

„Schluss mit den Heckenschüssen“: Post bekommt Unterstützung von Münchens Alt-OB Ude

Unterstützung bekommt Florian Post bei seinem Vorhaben von Alt-OB Christian Ude. Dieser hatte schon im vergangen Jahr zugesagt, Post als Wahlkampfleiter im Münchner Norden zur Seite zu stehen.

Am Donnerstag bekräftigte er diese Zusage noch einmal in einer Pressemitteilung. In dieser kritisiert er auch den Umgang in der SPD mit Politikern aus ihren eigenen Reihen und fordert ein Ende von Machtspielen

Jetzt erst recht: Schluss mit den Heckenschüssen auf eigene Repräsentanten, die auf Bundesebene zuletzt Gesine Schwan und Wolfgang Thierse getroffen haben, volle Unterstützung für bewährte Parlamentsmitglieder wie Bela Bach im Landkreis und Florian Post in der Stadt und endlich „das Gespräch mit jedermann“, das schon Waldemar von Knoeringen gefordert hat – und das wir im Münchner Norden auch mit jeder Frau führen werden.

Christian Ude

Ude bekräftigte auch die Aussage von Florian Post, im Münchner Norden nur Wahlkampf für Erststimmen zu machen. Er würde seine Zusage als Posts Wahlkampfleiter auch unter erschwerten Bedingungen einhalten.

Münchens aktueller OB Reiter zu

Auch Münchens aktueller Oberbürgermeister Dieter Reiter äußert sich zu der „Causa“ Post. Jedoch habe die Entwicklung keinerlei Einfluss auf seine Arbeit oder die des Rathauses.

Für meine Arbeit im Rathaus hat dieser Vorgang keinerlei Auswirkungen. Weder in meiner Fraktion noch auf anderen Ebenen wird dadurch unsere Sacharbeit in irgendeiner Weise beeinträchtigt - und das ist auch das Einzige, was meines Erachtens unsere Bürgerinnen und Bürger wirklich interessiert. Denn letztlich treffen Wählerinnen und Wähler ihre Entscheidung, welcher Partei sie ihre Stimme geben doch danach, was sie sich ganz persönlich davon erwarten, wenn sie diese oder jene Partei wählen.

Dieter Reiter

OB Reiter habe Verständnis für persönliche Betroffenheit. Jedoch würden Inhalte für die Bürger zählen und nicht irgendwelche innerparteilichen Querelen. Bei der Bundestagswahl müsse die SPD den Wähler die Verbesserungen durch die Politik der Partei näher bringen.

Post/Ude/LHM/jh

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