In unterschiedlichen Märkten

Neue Erkenntnisse: Versuchter Mord mit vergifteten Getränkeflaschen – Täterin hat wohl schon einmal zugeschlagen

Die Münchner Polizei ermittelt wegen wegen mehrerer versuchter Tötungsdelikte durch vergiftete Flaschen mit Erfrischungsgetränken.
+
Die Münchner Polizei ermittelt wegen wegen mehrerer versuchter Tötungsdelikte durch vergiftete Flaschen mit Erfrischungsgetränken.

Versuchter Mord - In Lebensmittelmärkten in München wurden Getränkeflaschen mit Lösungsmitteln vergiftet. Die Polizei hat neue Erkenntnisse über die Verdächtige.

  • Festnahme im Fall vergifteter Lebensmittel in München
  • Mutmaßliche Täterin vergiften Flaschen mit Erfrischungsgetränken in Lebensmittelmärkten.
  • Polizei ermittelt wegen mehrerer versuchter Tötungsdelikte.
  • Darauf sollen Konsumenten beim Kauf achten. 

Verdächtige im Fall der vergifteten Getränkeflaschen soll schon 2018 Giftanschlag verübt haben 

Update: 25. Juni, 12.27 Uhr: In Münchner Lebensmittelmärkten tauchen vergiftete Getränkeflaschen auf, drei Menschen geht es elend. Unter Verdacht steht eine psychisch kranke Frau. Nun wird bekannt, dass sie wohl noch weitere Menschen vergiftet hat. Zwei Kinder sollen zu ihren Opfern zählen.

Die Verdächtige im Fall vergifteter Getränkeflaschen in Münchner Supermärkten soll mindestens seit 2018 wahllos mit Gift hantiert haben. Zwei mögliche Opfer der Frau - zwei Kinder - machte die Polizei nun im Zuge der Ermittlungen aus, wie der Leiter des Kriminalkommissariats 11 der Münchner Polizei, Josef Wimmer, am Donnerstag sagte. 

Die Beschuldigte äußere sich nach wie vor nicht zu den Vorwürfen. Daher sei kein Motiv erkennbar. Die Sonderkommission „Tox“ sucht jetzt Zeugen für ähnliche Vorfälle.

Aktuell geht es um eine Veranstaltung im Münchner Kulturzentrum Gasteig im November 2018. Die beiden damals sieben und zehn Jahre alten Kinder hätten Apfelsaft getrunken und danach Schwindelgefühle gehabt, sich erbrochen, seien ohnmächtig geworden und hätten eine Nacht im Krankenhaus bleiben müssen. Es gebe nach heutigen Erkenntnissen jedoch keine Folgeschäden, so Wimmer.

Unter anderem hätten Zeugen damals eine auffällige Frau bei der Veranstaltung gesehen und die Tatverdächtige nun wiedererkannt, sagte er. Zudem habe die psychisch kranke Frau eine Art Postkarte verfasst, die Hinweise auf den Vorfall im Gasteig enthielt. Da es seinerzeit keine weiteren Erkenntnisse gab, galt der Fall bisher als ungeklärt.

Verdächtige vergiften Flaschen mit Erfrischungsgetränken in Lebensmittelmärkten in München

Im März und April waren vier manipulierte Flaschen in zwei Münchner Supermärkten aufgetaucht. Drei Kunden hatten die vergifteten Flaschen gekauft und daraus getrunken. Zwei Frauen im Alter von 34 und 42 Jahren mussten laut Polizei sofort medizinisch behandelt werden. Auch einem 48-Jährigen soll es nach dem Verzehr schlecht gegangen sein. Die Dosis der Lösungsmittel hätte nach Einschätzung der Ermittler tödlich wirken können. Die Polizei nahm die 56-Jährige Anfang Juni fest. Sie kam auf Geheiß eines Gutachters in eine Psychiatrie.

Der Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums, Marcus da Gloria Martins, betonte, die Frau sei nicht nur im Raum München unterwegs gewesen, sondern auch überregional. Wimmer ergänzte, es gebe bislang jedoch keine Hinweise, ob sie auch jenseits von München Anschläge verübt habe. Ebenso deute derzeit nichts darauf hin, dass sie auch im Nachtleben, etwa in Bars, unterwegs war.

Anne Leiding von der Staatsanwaltschaft München I sagte, der Vorfall im Gasteig sei für Eltern „das Schlimmste, was man sich so vorstellen kann“. Die Behörde ermittle wegen mehrfachen versuchten Mordes in Tateinheit unter anderem mit gemeingefährlicher Vergiftung. 

Leiding machte aber auch deutlich, dass der Nachweis eines Mordversuchs sehr schwierig sei und die Ermittler noch viel Arbeit vor sich hätten.

Neue Erkenntnisse im Fall vergifteter Getränkeflaschen im Lebensmittelläden

Update: 25. Juni, 10.56 Uhr: Im Fall vergifteter Getränkeflaschen in  mehreren Lebensmittelmärkten in München haben die Ermittler neue Erkenntnisse. Einer schon festgenommenen Verdächtigen könnten wohl ältere Taten zugeschrieben werden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. 

Polizei und Staatsanwaltschaft wollen im Rahmen der täglichen Pressekonferenz des Münchner Polizeipräsidiums um 11.30 Uhr über Details informieren.

Im März und April waren vier manipulierte Flaschen in zwei Münchner Supermärkten aufgetaucht. Drei Kunden hatten die vergifteten Flaschen gekauft und daraus getrunken. 

Zwei Frauen im Alter von 34 und 42 Jahren mussten laut Polizei sofort medizinisch behandelt werden. Auch einem 48-jährigen Kunden soll es nach dem Verzehr schlecht gegangen sein. Die Dosis des Gifts hätte nach Einschätzung der Ermittler tödlich wirken können. Eine psychisch kranke Frau wurde Anfang Juni festgenommen. Das Motiv der 56-Jährigen galt damals als unklar.

Festnahme wegen versuchten Mord mit vergiftete Getränken

Update: 08. Juni: Im Fall vergifteter Erfrischungsgetränke in Münchener Supermärkten hat die Polizei eine dringend tatverdächtige Frau festgenommen. Die 56-Jährige Münchnerin sei verhaltensauffällig und zuvor bereits wegen anderer Delikte in Erscheinung getreten, teilten die Ermittler am Samstagnachmittag in München mit. Ihr werde versuchter Mord vorgeworfen.

In einer Mitteilung der Polizei im Internetdienst Twitter war am Samstagmittag von einem "schnellen Ermittlungserfolg" der eigens gebildeten "Soko Tox" die Rede. Die Festnahme erfolgte demnach am Freitagabend.

In zwei Supermärkten waren bereits in den Monaten März und April Erfrischungsgetränke mit einer potenziell tödlichen Dosis von Lösungsmitteln versetzt worden. Dies hatte die Polizei erstmals am vergangenen Dienstag mitgeteilt. Drei Käufer tranken laut Polizei geringe Mengen aus den Flaschen und klagten direkt danach über Schwindel, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden.

Insgesamt seien vier manipulierte Flaschen bemerkt worden. Bei den Käufern handelte es sich um zwei Frauen im Alter von 34 und 42 Jahren und einen 48 Jahre alten Mann. Die beiden Frauen mussten nach dem Konsum des vergifteten Getränks ärztlich behandelt werden. Die vierte Flasche war daraufhin rechtzeitig entdeckt worden. Über Erpressungsversuche wurde in Zusammenhang mit der Tat bislang nichts bekannt.

Auf die Spur kamen die Beamten der 56-Jährigen laut Polizei durch "akribische Ermittlungen". Nach einem ersten Tatverdacht sei die Frau durch einen DNA-Abgleich mit Spuren auf den sichergestellten Flaschen überführt worden. Sie leidet demnach an einer psychischen Erkrankung, aus der sich auch eine verminderte Schuldfähigkeit ergebe. Sie sei einstweilig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht worden.

Noch überprüft wird laut Polizei derzeit, ob es möglicherweise weitere manipulierte Flaschen gibt. Es könne auch nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass solche Flaschen noch in Umlauf seien. Die Bevölkerung wurde daher aufgerufen, generell zu prüfen, ob der Sicherungsring auf gekauften Getränkeflaschen unversehrt ist. 

Es gebe auch einige Berichte von Kunden, die nach dem Genuss von Getränken über Krankheitssymptome klagten. Bislang seien jedoch keine weiteren Hinweise auf Manipulationen entdeckt worden.

Vergiftete Getränke im Münchner Lebensmittelgeschäften – Polizei ermittelt wegen versuchtem Mord

Erstmeldung: 02.06.2020: Zu insgesamt vier Vorfälle von vergifteten Flaschen mit Erfrischungsgetränken in zwei Lebensmittelmärkten im Münchner Westen kam es im Zeitraum von März und April. Das meldete die Polizei in einer Pressemitteilung. 

Durch einen bisher unbekannten Täter wurde hierbei in Flaschen mit Erfrischungsgetränken eine tödlich wirkende Dosis von toxischen Stoffen (aus der Gruppe der Lösungsmittel) beigebracht. Diese manipulierten Getränkeflaschen wurden anschließend in den Verkaufsregalen der Geschäfte platziert.Es handelt sich dabei nicht um eine bestimmte Handelskette, sondern um Märkte unterschiedlicher Marken.

Unbekannte vergiften Flaschen mit Erfrischungsgetränken in Münchner Lebensmittelmärkten

In drei Fällen wurden diese Flaschen durch Kunden erworben und in jeweils geringer Menge konsumiert. Alle drei hierbei betroffenen Personen (eine 34-jährige, eine 42-jährige Frau und ein 48-jähriger Mann, alle aus München) klagten nach dem Konsum über Schwindel, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden. Eine sofortige medizinische Behandlung war bei den zwei Frauen notwendig. 

Im Rahmen der anschließend durchgeführten Ermittlungen ergaben sich erst die Tatzusammenhänge. Die vorhandene Gefährlichkeit wurde erst aufgrund der umfangreichen Untersuchungen und Analysen bekannt. Die Nachforschungen ergaben weiterhin, dass eine vierte Flasche noch vor dem Verkauf als entsprechend manipuliert festgestellt werden konnte. 

Münchner Polizei gründet SOKO Tox

Die Ermittlungen wurden aufgrund der aktuellen Erkenntnisse vom Kommissariat 11 der Münchner Polizei übernommen. Der Tatvorwurf lautet auf versuchten Mord. Es wurde in diesem Zusammenhang die SOKO Tox gegründet. Die Motivlage des Täters ist bislang ungeklärt. Zu irgendwelchen Forderungen kam es bisher nicht. 

Es wird um Verständnis gebeten, dass aufgrund der umfangreichen hier noch zu tätigen Ermittlungen momentan keine weiteren Erkenntnisse an die Öffentlichkeit gegeben werden können. 

Münchner Polizei warnt vor Vorsicht beim Kauf von Getränken

Es wird dringend empfohlen beim Kauf von Getränkeflaschen mit Schraubverschluss auf die Unversehrtheit des Sicherungsrings zu achten. Teilweise waren an den bisher festgestellten vier Flaschen sichtbare Verunreinigungen feststellbar. Bereits beim Öffnen einer Flasche kann hier unter Umständen ein auffälliger Geruch wahrgenommen werden. Der Geschmack wurde von den bisher betroffenen Personen als bitter und künstlich/chemisch beschrieben. 

Bei einer entsprechend verdächtigen Flasche sollte die Substanz nicht entsorgt werden, sondern umgehend der Notruf der Polizei, die 110, verständigt werden. 

Zeugenaufruf der Münchner Polizei

Gab es ähnliche Vorfälle seit März 2020, bei denen manipulierte Flaschen erworben wurden oder bei denen es im Zusammenhang mit dem Konsum zu den beschriebenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen kam? 

Personen, die hierzu sachdienliche Angaben machen können, werden gebeten, sich umgehend mit dem zuständigen Kommissariat 11, SOKO Tox, Tel. 089/2910-0 oder auch mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Polizeipräsidium München/afp/jh

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Dachstuhl von Kindergarten in Flammen - Polizei und Feuerwehr bei Einsatz illegal von Drohne gefilmt
Dachstuhl von Kindergarten in Flammen - Polizei und Feuerwehr bei Einsatz illegal von Drohne gefilmt
Oberhaching: Kulturverein hat 30-jähriges Jubiläum
Oberhaching: Kulturverein hat 30-jähriges Jubiläum
Beim Spielen versumpft: Schlammiger Feuerwehr-Einsatz an der Isar – 10-jähriger Bub versinkt bis zur Hüfte im Sumpf
Beim Spielen versumpft: Schlammiger Feuerwehr-Einsatz an der Isar – 10-jähriger Bub versinkt bis zur Hüfte im Sumpf
Weitere Corona-Lockerung in Bayern beschlossen – Eine Branche darf aber noch nicht öffnen
Weitere Corona-Lockerung in Bayern beschlossen – Eine Branche darf aber noch nicht öffnen

Kommentare