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Verletzte und neun Festnahmen bei G7-Demo in München - aber deutlich weniger Teilnehmer als gedacht

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Demonstration in München gegen G7-Gipfel
Demonstration in München gegen G7-Gipfel © Boris Roessler/dpa

Das Interesse an der Groß-Demo in München gegen den G7-Gipfel in Elmau hielt sich in Grenzen. Trotzdem kam es zu Festnahmen und Verletzten bei Polizei und Demonstranten...

Es sollte die größte Demonstration gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau, der vom 26. bis 28. Juni stattfindet, werden: 20.000 Teilnehmer waren für Samstag für einen Protestzug von der Theresienwiese durch München angemeldet. Dazu aufgerufen hatten fünfzehn globalisierungskritische Verbände von Attac bis zur Umweltorganisation WWF.

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Nach Angaben der Polizei München waren es trotz schönstem Wetter allerdings deutlich weniger: In der Spitze seien 4000 Demonstranten durch die Stadt gezogen, „darunter auch ein sogenannter Schwarzer Block mit circa 100 bis 150 Personen“. Die Veranstalter sprachen von etwa 6000 Protestierenden.

Die Kundgebung hatte vier Schwerpunkte: den Ausstieg aus fossilen Energien, den Erhalt von Tier- und Pflanzenvielfalt, die soziale Gerechtigkeit auf dem Planeten und die Bekämpfung des Hungers. Dabei war der Protest weitestgehend friedlich verlaufen.

G7-Demo in München: Festnahmen wegen Körperverletzung und Angriff von Beamten

Insgesamt waren am Samstag etwa 3000 Polizisten in München im Einsatz. Wie die Polizei München mitteilt sei es zu insgesamt elf Festnahmen gekommen - wegen gefährlicher Körperverletzung, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und des Vermummungsverbots nach dem Versammlungsrecht.

Dabei wurde von drei Tatverdächtigen jeweils mit einer Teleskopfahnenstange gegen Einsatzkräfte geschlagen, andere warfen gefüllte Plastikflaschen auf Polizeibeamte. Ein weiterer Tatverdächtiger wurde wegen des Zeigens des „Hitlergrußes“ vorläufig festgenommen. Vier Teilnehmer wurden am Sonntag zunächst noch festgehalten. Ein Richter sollte im Laufe des Tages entscheiden, ob sie in Haft müssen.

Die Auseinandersetzungen hatte es nur kurz vor der Schlusskundgebung an der Theresienwiese gegeben. Demnach seien beim Eintreffen der ersten Demonstranten auf dem Areal im Bereich des „Schwarzen Blocks“ zwei Rauchtöpfe gezündet worden.

„Kurz darauf erfolgte die Festnahme einer gesuchten Person. Dies führte zu Solidarisierungshandlungen von Versammlungsteilnehmern aus diesem „Schwarzen Block“. Diese scherten nun aus dem Demonstrationszug aus und attackierten die polizeilichen Einsatzkräfte. In der Folge kam es daraufhin auch zum Schlagstockeinsatz in Form von Schieben und Drücken“, so die Polizei in ihrer Einsatzbilanz. Es seien mehrere Beamte tätlich angegriffen, zwei leicht verletzt worden.

Veranstalter der G7-Demo kritisieren „gewaltvolles Vorgehen“ der Polizei

Von Verletzten berichten auch die Mitveranstalter von „Stopp G7 Elmau“. Sie werfen der Polizei ein „gewaltvolles Vorgehen“ vor. „Dabei kam es zum erheblichen Einsatz von Schlagstöcken und Tritten gegen die Demonstrierenden. Mehrere Personen sind festgenommen worden und wurden verletzt. Sogar Faustschläge ins Gesicht soll es gegeben haben“, teilte „Stopp G7 Elmau“ am Samstagabend mit.

Das Polizeiverhalten sei nicht überraschend gewesen, so die Protestgruppe. „Es ist ein Anschluss an ihre Brutalität bei der IAA oder am 1. Mai.“

Festnahmen bei G7-Demonstration: Kriminalpolizei ermittelt

Die Ermittlungen zu den Festnahmen wurden von der Münchner Kriminalpolizei übernommen. Zu den Angriffen gegen Polizeibeamte wird in Bezug auf die weitere Haftfrage durch den Ermittlungsrichter noch am Sonntag entschieden. Die anderen Tatverdächtigen wurden wieder entlassen.

Schon vor dem Gipfel war es zu Ausschreitungen gekommen. So waren mehrere Polizeiautos bei einem Brandanschlag in München beschädigt worden.

Der G7-Gipfel ist wie schon im Jahr 2015 auf Schloss Elmau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zu Gast. Von Sonntag bis Dienstag treffen sich dort die Staats- und Regierungschefs von sieben führenden westlichen Industriestaaten und einigen Gastländern. Neben Deutschland gehören der G7-Gruppe die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan an. Insgesamt sind rund 18 000 Polizistinnen und Polizisten rund um den Gipfel im Einsatz.

Doch nicht nur die G7-Proteste hielten die Polizei dieses Wochenende auf Trab.

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