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Energiepreispauschale an die Tafel spenden: Münchnerin richtet Internet-Plattform ein

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Die Münchner Tafel kann Spenden für ihre 28 Ausgaben, hier in Pasing, gut gebrauchen. Seit Corona ist die Zahl der Nutzer deutlich gestiegen – hohe Benzinpreise belasten die Tafel zusätzlich. (Archivfoto)
Die Münchner Tafel kann Spenden für ihre 28 Ausgaben, hier in Pasing, gut gebrauchen. Seit Corona ist die Zahl der Nutzer deutlich gestiegen – hohe Benzinpreise belasten die Tafel zusätzlich. (Archivfoto) © Romy Ebert-Adeikis

Eine Schwabingerin hat eine Internet-Plattform gegründet, auf der Menschen die 300 Euro-Energiepreispauschale an die Münchner Tafel spenden können.

München - Nicht wenige Münchner dürften gerade sehnsüchtig das Ende des Monats erwarten. Dann bekommen Arbeitnehmer mit ihrem Lohnschein auch die sogenannte Energiepreispauschale (EPP) des Bundes: 300 Euro brutto, um die gestiegenen Kosten für Strom, Heizung und Co. abzufedern. Auch Selbstständige, Minijobber oder Freiwilligendienstler erhalten die Hilfe – wenn auch zum Teil erst später. Rentner oder Arbeitssuchende hingegen nicht.

Münchnerin richtet Internet-Plattform ein: Energiepreispauschale an die Münchner Tafel spenden

„Ich fand es seltsam, dass der Staat mir jetzt 300 Euro schenkt und Menschen, die es dringend bräuchten, bekommen es nicht“, sagt Stephanie Göttche. „Ich verdiene zwar keine Reichtümer, aber mir geht es gut“, erklärt die Leiterin eines Gartenbauunternehmens, die an der Münchner Freiheit lebt. Also hat die 35-Jährige eine Internetplattform (www.energie-spenden.de) eingerichtet, auf der Menschen ihre Pauschale direkt an die Münchner Tafel spenden können.

Die können das Geld dringend gebrauchen, versichert Sprecher Steffen Horak. 23 000 Menschen versorgt der private Verein derzeit, 3000 mehr als vor Corona und dem Ukraine-Krieg. Etwa 78 Euro braucht die Tafel pro Gast im Monat. Davon gingen allein 56 Euro für Logistik, etwa das Betanken der Lastwagen, die Lebensmittel holen und transportieren, drauf. „Diese Zahlen stammen noch aus einer Zeit, in der die Treibstoffpreise noch etwas niedriger waren. Bei steigenden Benzinpreisen steigt auch unser Bedarf an Spenden, um unsere Arbeit aufrechtzuerhalten. Wir sind daher sehr dankbar für diese Spendenaktion zu dieser Zeit“, betont Horak.

Stephanie Göttche aus Schwabing hat die „Energie spenden“-Plattform ins Leben gerufen.
Stephanie Göttche aus Schwabing hat die „Energie spenden“-Plattform ins Leben gerufen. © privat

Internet-Plattform „Energie Spenden“: 300 Euro Spende an die Münchner Tafel

Auch wenn die EPP noch gar nicht ausbezahlt ist – fast 2500 Euro wurden über Göttches Plattform der Tafel bereits zur Verfügung gestellt. Einer der Spender ist Ulrich Rose. „Das Geld landet dort besser als bei mir. Ich kann mir meine Lebensmittel leisten“, erklärt der 47-jährige Versicherungskaufmann. Der Großhaderner appelliert: „Jeder sollte sich einfach überlegen, ob er die 300 Euro wirklich braucht.“

Für Niklas Lange war die Frage schnell geklärt: „Am liebsten hätte ich Finanzminister Christian Lindner das Geld als Steuerspende gleich zurückgeschickt, rein symbolisch“, berichtet der 35-Jährige aus der Au. Stattdessen hat auch er das Geld der Tafel gespendet: „Heizen und Strom sind zwar Grundbedürfnisse – aber Essen ja genauso“, sagt Lange, der bei einem Energieversorger arbeitet. Ginge es nach ihm, sollen nicht nur Münchner die Aktion unterstützen. „Wir haben fast 80 000 Mitarbeiter in unserer Firma, die möchte ich alle darauf aufmerksam machen.“

Göttche selbst hat sich erstmal ein kleineres Ziel gesteckt: 15 000 Euro sollen auf ihrer Plattform für die Münchner Tafel zusammenkommen.

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