Hoffnungsfunken

Trotz 50 Prozent weniger Besuchern & verlängertem Lockdown: Zweckoptimismus beim Handel

Der Einzelhandel hat im Lockdown geöffnet - einfach ist es trotzdem nicht.
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Der Einzelhandel hat im Lockdown geöffnet - einfach ist es trotzdem nicht.

Der Münchner Einzelhandel ist im Lockdown geöffnet, hat aber mit Einbußen zu kämpfen. Optimistisch sieht man die lokalen Entwicklungen im Online-Handel.

  • Einzelhandel hat auch im Lockdown geöffnet - Situation trotzdem schwierig
  • Nicht alle Branchen gleich betroffen
  • Online Alternativen nehmen auch beim lokalen Handel zu

Der Lockdown-Light geht in die Verlängerung. Das trifft auch die Münchner Händler, selbst wenn ihre Geschäfte offen bleiben dürfen: „Eine Innenstadt funktioniert nur im Zusammenwirken aller Partner“, sagt Wolfgang Fischer von der Unternehmerinitiative CityPartner. Die Gastro leide ohne Handel, der Handel leide ohne Gastro. Und die internationalen Gäste bleiben obendrein aus. Die Lage ist ernst. Die große Frage: Kann das Weihnachtsgeschäft notwendige Umsätze bringen?

Wolfgang Fischer

„Die unbeschwerte Kauflaune fehlt“, räumt Fischer ein. Aber: An Novembersamstagen sei schon ein wenig mehr los gewesen. „Doch wir sind immer noch 50 Prozent unter der Frequenz des Vorjahres.“ Branchen, die Waren zur Heim-, Haus- und Gartenverschönerung anbieten, haben eine etwas bessere Situation, so Fischer.

Corona Situation im Einzelhandel: Einbußen trotz Öffnung

Ganz anders sehe es im Bereich aus, in dem die Mehrheit der Innenstadthändler tätig ist: Textilien und Schuhe. Fischer bleibt dennoch optimistisch, obwohl es jetzt schon eng für viele Händler werde. „Wir hoffen, dass sich die Menschen wieder etwas gönnen, sich denken: Bei allen anderen Schwierigkeiten mache ich mir ein schönes Weihnachtsfest.“

Zudem sei eine zunehmende Debatte zu beobachten: „Die Menschen überlegen bewusster, ob sie den Internetgigangen noch größer machen oder lokale Geschäfte unterstützen wollen.“ Die Münchener Innenstadthändler selbst haben ihre Internet-Auftritte aufpoliert, Online-Shops und Lieferservices eingerichtet, manche bieten Termine fürs Shopping an.

Online Alternativen nehmen zu - auch bei lokalen Händlern

Zwei Entwicklungen, die schon vor der Corona-Pandemie wichtig geworden waren, sieht Fischer für Weihnachten als entscheidend: „Klick und Collect verzeichnet gute Zuwachsraten und wird gut angenommen“, sagt Fischer. Hier haben Kunden die Möglichkeit, die Produkte zunächst online zu recherchieren und zu kaufen. Die Abholung findet dann im Geschäft statt.

Das Zweite: „Gutscheine haben dieses Jahr eine große Bedeutung. Egal, ob im Handel oder der Gastronomie.“ Und einen Vorteil haben diese noch dazu: „Die alljährlichen Umtauschaktionen nach Weihnachten fallen fast weg.“

Auch der Präsident des Handelsverbands Bayern (HBE), Ernst Läuger, gibt sich optimistisch: „Noch nie war das Weihnachtsgeschäft so wichtig wie in diesem Jahr. Ich hoffe, dass trotz der schwierigen Rahmenbedingungen an Geschenken nicht gespart wird.“

Diese Beschränkungen gelten derzeit in Geschäften

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus wurden bis zum 20. Dezember verlängert. Für den Handel heißt das neben der Maskenpflicht: In kleinen Läden darf pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche ein Kunde im Geschäft sein. In Geschäften mit mehr als 800 Quadratmetern Fläche wurde nachgeschärft. Hier gilt: 20 Quadratmeter pro Kunde.

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