Arbeiten auf der ganzen Welt

Laos, Kalkutta, die Philippinen und Kamerun ‒ Münchner Ehepaar über besondere Weihnachtsfeste fern der Heimat

Nach der Goldenen Hochzeit kommt das Weihnachtsfest 2020 in München.
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Nach der Goldenen Hochzeit kommt das Weihnachtsfest 2020 in München.

Über die Jahre haben das Ehepaar Dr. Werner und Birgid Korb die Welt gesehen und dort auch Weihnachten gefeiert. Zum Beispiel in einem Bügelraum in Bangladesh...

  • Dr. Werner (82) und Birgid Korb (76) haben gerade ihren 50. Hochzeitstag gefeiert.
  • Wegen Corona verbringen sie Weihnachten heuer mal ganz anders.
  • Das Obermenzinger Ehepaar spricht über ihre Arbeit auf der ganzen Welt und ihre Feste dort.

Eben, am 18. Dezember, haben sie ihren 50. Hochzeitstag zu zweit gefeiert. Anders als geplant – Corona kam dazwischen. Auch Weihnachten wird heuer anders für das Obermenzinger Ehepaar Dr. Werner (82) und Birgid Korb (76) – womöglich ohne Kinder und Enkel.

Doch das Münchner Ehepaar weiß: Auch ein außergewöhnliches Weihnachten kann ein Lichtblick sein

Zum Beispiel Weihnachten 2006 in Bangladesh, in Dhaka: „Wir feierten zu zweit, in einem Bügelzimmer, geschmückt mit Luftballons und Girlanden. Ohne Baum und Geschenke – während draußen der Muezzin zum Gebet rief!“

Weihnachtsfest: Das Ehepaar 2006 in Dhaka

Als Arbeitsmediziner hat der Münchner beruflich die Welt gesehen. Schönes, aber auch schlimmstes Elend in der dritten Welt erlebt. Früher blieb seine Ehefrau Birgid zuhause in München: „Unsere drei Töchter waren klein, Schulkinder. Das wäre nicht gegangen.“

Werner Korb wollte, dass die ganze Familie den Unterschied zum sorglosen Alltag hier kennenlernt: „Denn das kann man anderen nicht erzählen, das muss man erleben.“ Grund für den Mediziner, mit der ganzen Familie zu reisen und sich 2003 statt in Rente zu gehen den „Ärzten für die 3. Welt“ (heute: German Doctors) anzuschließen.

Ehefrau Birgid begleitet ihn nun regelmäßig: „Als gelernte Apothekerin unterstütze ich Ordensschwestern, helfe bei der Betreuung von Kindern und Kranken.“

Erst im Februar 2020 war das Ehepaar in Kambodscha

Über die Jahre haben sie Laos, Kalkutta, die Philippinen, Kamerun gesehen. Und Bangladesh, Werner Korb erinnert sich: „Ich arbeitete auf der einen Stadtseite in den Slums, meine Frau weit entfernt in einem Haus der Ordensschwestern von Mutter Theresa.“

Zwei Stunden brauchte er am Abend des 24. Dezembers mit dem Minitaxi durch den Dauerstau der Millionenstadt zu Birgid. Dort hatte man dem katholischen Ehepaar für ihr Christenfest den Bügelraum der Schwesternschaft überlassen.

Weihnachtsmann in Bangladesh: Im Nikolauskostüm überraschte der deutsche Arzt die Gemeinde.

„Weil der Strom ausfiel, leuchtete uns nur eine einzige Kerze. Ein Weihnachten, das wir nie vergessen.“ Dass er am nächsten Tag noch den Erzbischof traf und als Nikolaus verkleidet für die Kinder deutsche Weihnachtslieder auf seiner Mundharmonika spielte: „Macht dankbar und prägt!“

Seit ihrer ersten Begegnung im Tenniskurs 1969 haben Birgid und Werner jedes Weihnachten gemeinsam verbracht. Auch dieses Jahr wird es so sein. Wenn sie im nächsten Februar bei den Salesianern in Kambodscha helfen könnten – das wäre ihr schönstes Weihnachtsgeschenk.

Eigene Stiftung

Bereits 2017 haben Dr. Werner und Birgid Korb die gleichnamige Stiftung bei Don Bosco gegründet, Spenden für die Salesianer in Bangladesh. „Wir wollen den Menschen dort Unterstützung und Hilfe geben.“

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