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Nachhaltiges Orchester: Münchner Dirigentin Sonja Lachenmayr will neue Wege gehen

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Von: Sabina Kläsener

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Dirigentin Sonja Lachenmayr setzt sich für mehr Nachhaltigkeit ein.
Dirigentin Sonja Lachenmayr setzt sich für mehr Nachhaltigkeit ein. © Munich-pix

Münchner Dirigentin Sonja Lachenmayr setzt sich mit dem neu gegründeten „New World Orchestra“ für mehr Nachhaltigkeit in der Branche ein.

München - „Der Kultursektor kann bei der Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle spielen, da wir eine große Sichtbarkeit haben“, erklärt Dirigentin Sonja Lachenmayr (30) aus Pasing. Und so will das von ihr neu gegründete „New World Orchestra“ den Zuhörern bei seinen Konzerten einen besonderen Zugang zum Thema bieten. Den Anstoß dazu bekam Lachenmayr im Urlaub, als sie den verschmutzten Nil sah. Sie wollte etwas ändern. „Musik ist die Sprache, die ich über viele Jahre erlernt habe.“

Neu gegründetes „New World Orchestra“: Münchner Dirigentin setzt sich für Nachhaltigkeit ein

Nachhaltigkeit ist in der Branche präsent: „Bei Betrieben schon länger, zum Beispiel bei Heizkosten.“ Die Deutsche Orchestervereinigung hat einen Leitfaden herausgegeben, wie man Konzertreisen klimafreundlich plant, Proben so legt, dass keine unnötigen Fahrtwege entstehen und mit Vorschlägen, wie vermehrt Solisten aus der Region zu engagieren. Seit 2020 gibt es zudem ein „Orchester des Wandels“ (siehe Kasten).

Lachenmayr möchte bei jedem Konzert Musik und Umweltschutz kombinieren. Statt einer klassischen Konzerteinführung geben Experten einen Einblick zum jeweiligen Thema. Das erste Projekt „Sommernachtbaum“ widmet sich dem Waldschutz. Konzerte wird es vermutlich Anfang 2023 geben, erst steht die Eintragung als Verein an. Bisher sei sie bei Veranstaltern auf offene Ohren gestoßen. „Für viele ist es Neuland, sie zeigen aber Interesse.“

Das „New World Orchestra“.
Das „New World Orchestra“. © Johannes Dubbrick

Mit einer Art Wunschliste, wie das Konzert nachhaltig gestaltet werden kann, tritt sie an diese heran: regionale Pausenbewirtung oder Konzerte passend zu Fahrzeiten des ÖPNV terminieren, damit Zuhörer so hin- und zurückfahren können. Auch wenn nicht alles umgesetzt werden könne, diene die Liste immerhin als Anstoß. Beim Konzert sollen keine Horrorszenarien aufgezeigt werden. „Die Kunst darf trotzdem noch Kunst sein.“ Und in der sei es schon immer Thema gewesen, wie das Miteinander gelingen könne.

Orchester des Wandels

Seit 2020 kommen im „Orchester des Wandels“ Musiker aus ganz Deutschland – mit dabei die Münchner Philharmoniker – in wechselnder Besetzung zusammen. Klima- und Naturschutz sieht das Orchester nach eigener Auskunft als Teil ihres Kulturauftrags an. Mit der emotionalen Kraft der Musik wollen sie Menschen erreichen und inspirieren.

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