Neue Broschüre vom Ensembleschutz

Die letzten Dorfkerne in München - Broschüre gibt Einblick

Blick in die Heiglhofstraße in Hadern.
+
Blick in die Heiglhofstraße in Hadern.
  • Kassandra Fischer
    vonKassandra Fischer
    schließen

Eine neue Broschüre zeigt die historischen Dorfkerne Münchens. Der Erhalt der historischen Orte steht dabei im Mittelpunkt. Hallo zeigt, wo die alten Dörfer zu finden sind.

Die ehemalige Gemeindekirche, historische Baudenkmäler oder auch ausgewählte Detailaufnahmen – all das findet sich in der neuen städtischen Broschüre über Münchens ehemalige Dorfkerne. Mitarbeiter der Lokalbaukommission haben dafür die verschiedenen Orte besucht, Fotos geknipst und Informationstexte erstellt. Jetzt liegt erstmals eine Publikation vor, die einen umfassenden Überblick über die heute als schützenswert erachteten und von der Stadt deshalb unter Ensembleschutz gestellten Bereiche bieten soll.

Je eine Doppelseite befasst sich dabei mit einem der 18 ehemaligen Dorfkerne. Eingefärbte Karten sowie Luftaufnahmen zeigen, was alles in den Ensembleschutz fällt. „Wir haben versucht, die schönsten historischen Gebäude und Details zu fotografieren“, so LBK-Mitarbeiter Oliver Harz bei der Vorstellung der neuen Broschüre in der jüngsten Sitzung der Stadtgestaltungskommission.

Neue Broschüre weist auf den Schutz von historischen Dorfkernen hin

Vor allem die Überlegung, wie man die Besonderheiten der ehemaligen Ortskerne vermitteln könne, sei bei der Erstellung zentral gewesen. Neben der Vorstellung der Ensembles beinhaltet die Broschüre auch Leitlinien und Empfehlungen für ein ensemblegerechtes Planen und Bauen. Die Publikation richtet sich somit an interessierte Anwohner, Eigentümer wie auch Architekten.

„Es handelt sich dabei aber nicht nur um eine schöne Broschüre, sondern ebenfalls um eine gute Arbeitsgrundlage – beispielsweise für die Bezirksausschüsse“, betonte außerdem Münchens Stadtbaurätin, Elisabeth Merk.

Die Gratis-Broschüre liegt in der Blumenstraße 19 und 31 aus: bei der Unteren Denkmalschutzbehörde, der Infothek der Lokalbaukommission und dem PlanTreff. Dort kann sie auch postalisch oder telefonisch bestellt werden.

Zum Download gibt es die Broschüre auch online.

Großhaderner Dorfkern

Im Jahr 1065 wurde das ehemalige Dorf Großhadern erstmals urkundlich erwähnt, damals noch als „haderun“. 1938 wurde Hadern dann nach München eingemeindet. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl rasch an. Rund um den alten Dorfkern an der Heiglhofstraße und Würmtalstraße sind Strukturen der früheren bäuerlichen Siedlung noch zu erkennen.

Im südlichen Bereich des ehemaligen Straßendorfs war die Bebauung mit Kirche und umgebenden Bauernhöfen verdichtet, der nördliche Bereich dagegen war lockerer bebaut. Durch den Bau der Würmtalstraße wurde der Ortskern durchschnitten und die historischen Gesamtstrukturen weitestgehend zerstört.

Den Mittelpunkt des südlichen Dorfkerns bildet die katholische Barockkirche St. Peter. Sie ist ein Symbol für den ursprünglich dörflichen Charakter Großhaderns, ebenso wie die giebelständigen Bauernhäuser des 19. Jahrhunderts, von denen sich einige entlang der Heiglhofstraße erhalten haben. 

Die Dorfkerne im Münchner Süden

Der Gasthof „Alter Wirt“ erinnert an den ehemaligen Dorfcharakter von Forstenried.

Der Ortsname „Forstenried“ wird 1166 zum ersten Mal als „Uorstersriet“ erwähnt, was abgeleitet „Rodung im Forst“ bedeutet. Das Dorf war jahrhundertelang sehr bäuerlich geprägt, bis es 1912 nach München eingemeindet wurde. Der „Alte Wirt“ ist eines der Gebäude, an denen sich das ursprüngliche Erscheinungsbild des Dorfes Forstenried nachvollziehen lässt.

Der ensemblegeschützte Ortskern von Solln befindet sich entlang der von Osten nach Westen verlaufenden Herterichstraße im Münchner Süden.

Und der Bereich um die alte katholische Filialkirche St. Margaret ist Kern des 782 erstmals urkundlich als „Sentilinga“ erwähnten Dorfes – im heutigen Untersendling.

Ein Bauernhof mit Nebengebäuden in Englschalking. Im Münchner Osten sind außerdem die Ortskerne Daglfing, Johanneskirchen und Oberföhring schützenswert.

Allacher Ortskern: vor über 800 Jahren erstmals erwähnt

Die Kirche St. Peter und Paul in Allach.

Allach entwickelte sich als Straßendorf östlich der Würm entlang der heutigen Eversbuschstraße. Der Ortskern wurde bereits vor rund 800 Jahren erstmals erwähnt. Die Kirche St. Peter und Paul im Norden des geschützten Ensembles wurde in ihrer jetzigen Form in den Jahren 1708 bis 1710 erbaut, Teile der Bausubstanz gehen aber bis in das Jahr 800 zurück. 

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Münchner Staatsanwaltschaft klagt Dieter Wedel wegen Vergewaltigung an
Münchner Staatsanwaltschaft klagt Dieter Wedel wegen Vergewaltigung an
Corona-Lockerungen in Bayern ‒ Die fünf Stufen für Öffnungen im Überblick
Corona-Lockerungen in Bayern ‒ Die fünf Stufen für Öffnungen im Überblick
Neue Corona-Maßnahmen in Bayern: Lockdown wird verlängert ‒ Öffnungen und Lockerungen mit Notbremse
Neue Corona-Maßnahmen in Bayern: Lockdown wird verlängert ‒ Öffnungen und Lockerungen mit Notbremse
Corona in München: Öffnung von Museen und Tierpark Hellabrunn geplant ‒ Doch Stufen-Plan bringt Verwirrung
Corona in München: Öffnung von Museen und Tierpark Hellabrunn geplant ‒ Doch Stufen-Plan bringt Verwirrung

Kommentare