Das Pech der Prinzenpaare

Faschingsauftakt – und keiner bekommt es wegen Corona mit? - Das sagen Münchner Faschingsvereine

Wird das der traurigste Fasching der vergangenen Jahrzehnte?
Sicher ist: Es wird ein anderer Fasching sein.
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Wird das der traurigste Fasching der vergangenen Jahrzehnte? Sicher ist: Es wird ein anderer Fasching sein.

Heute beginnt eigentlich der Fasching. Doch dieses Jahr ist alles anders. Hallo hat mit mehreren Münchner Faschingsvereinen gesprochen. Wie die Vereine mit der Corona-Situation umgehen und wo es doch ein neues Prinzenpaar geben wird...

  • Am 11. 11 um 11:11 Uhr ist Faschingsauftakt. Doch dieses Jahr ist alles anders.
  • Hallo hat bei den Münchner Faschingsvereinen nachgefragt, wie sie mit der Situation umgehen.
  • Welche Vereine trotz Corona ein neues Prinzenpaar haben und welche nicht...

München - Die Prinzenpaar-Proklamationen am 11.11. – abgesagt. Große Faschingsbälle – verboten. Das Treiben der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt am Faschingsdienstag – ebenfalls schon jetzt gestrichen. Wird das der traurigste Fasching der vergangenen Jahrzehnte?

Sicher ist: Es wird ein anderer Fasching sein. Und alle Vereine, die sich für dieses Kulturgut engagieren, versuchen im Moment, das Beste daraus zu machen. Allen voran die Münchner Gesellschaft Narrhalla. Diese präsentiert trotz aller Umstände ein neues offizielles Faschingsprinzenpaar 2021 der Landeshauptstadt München: Berni (Filser) und Margarethe (Stadl­bauer).

Denn: „Die Narrhalla sieht es als ihre Verpflichtung an, gerade in schwierigen Zeiten und trotz aller Widrigkeiten, die Tradition und das Brauchtum des Münchner Faschings zu erhalten und Freude gerade auch den Menschen zu bringen, die sonst am Münchner Fasching nicht teilhaben können“, erklärt das Vereinspräsidium.

Münchens neues Narrhalla Faschingsprinzenpaar 2021: Berni (Filser) und Margarethe (Stadl­bauer).

Allerdings ist der Spaß im Moment nur online möglich. Wer das Münchner Prinzenpaar 2021 kennenlernen möchte, kann das ab 11.11. um 11.11 Uhr unter www.narrhalla.de, facebook und Instagram tun. Andere traditionelle Veranstaltungen wie die Verleihung des „Sigi Sommer Taler Kunst- und Kabarettpreises“ hat der Verein erst einmal auf das kommende Frühjahr verschoben.

Da es keine hundertprozentige Planungssicherheit gibt, müssen wir uns nach der Jahreswende den jeweiligen Gegebenheiten anpassen

so die Narrhalla

Diese Ungewissheit herrscht auch in den Faschingsvereinen einiger Stadtteile vor. Der Moosacher Faschingsclub zum Beispiel kündigt zwar ein neues Prinzenpaar für 2021 an. „Wer dies sein wird und in welcher Form sie regieren werden, kann ich aber leider noch nicht sagen“, bedauert Vereinssprecher Helmut Staudinger. Vorgestellt werde das Paar wohl erst im Dezember über die sozialen Medien.

Gar keine Prinzenpaare gibt es diesmal bei den Faschingsgesellschaften Feringa in Oberföhring und Würmesia im Würmtal. „Wir hatten zwar Anfragen, aber wir könnten dem Paar ja nicht viel bieten. Deswegen haben wir uns dagegen entschieden, Interessenten quasi zu verpulvern“, so Präsidentin Pia Krock.

Auf der Homepage www.wuermesia.de soll es aber ab sofort Kostproben der Show geben. Feringa-Sprecher Markus Schweikl sagt: „Wir haben uns schon im Sommer dazu entschieden, keine Prinzenpaare zu inthronisieren.“ Aufwand und Kosten stünden in keinem Verhältnis zu den Möglichkeiten. Weitere Vereine gehen andere Wege (s. unten).

Das Paar für München

Margarethe Stadl­bauer ist 1986 in Freising geboren und engagierte sich als Kind im Faschingsverein in Fahrenzhausen. Das Lebensmotto der sportlichen Politikwissenschaftlerin: „Ohne Leidenschaft gibt’s keine Genialität.“

Berni Filser, der sie bis Faschingsdienstag, 16. Februar, durch die Saison begleitet, ist 1993 geboren und in Dingolfing aufgewachsen. Dort war sein Vater bereits Faschingsprinz. Bekannt ist der Musiker unter anderem als Mitglied der Couplet-AG sowie Gründer der „Großstadt Boazn“.

Laim: neue Tollitäten für zwei Jahre

Laim - „Wir werden den Fasching nicht ganz ausfallen lassen“, verspricht Christine Rygol, Präsidentin des Faschingsclub Laim. Schweren Herzens habe man sämtliche Großveranstaltungen abgesagt. Ein Faschingstreiben am Laimer Anger soll aber stattfinden. Und auch ein Prinzenpaar wird es geben.

Die Proklamation fällt bei den Laimern immer auf den Mittwoch nach dem 11.11. – da mittwochs normalerweise trainiert wird. In der kommenden Woche, am 18. November, sollte eigentlich das neue Paar vorgestellt werden. An diesem Tag hätte der Verein auch seinen 33. Geburtstag gefeiert.

„Das haben wir jetzt erstmal gestrichen“, so Rygol. „Vielleicht können wir das Zepter im Dezember oder Januar im Freien übergeben.“ Man müsse kreativ sein, so Rygols Devise. „Insgesamt planen wir einen Fasching über zwei Jahre.“

„Wir werden den Fasching nicht ganz ausfallen lassen“, verspricht Christine Rygol, Präsidentin des Faschingsclub Laim.

FCN: Zweite Saison fürs Jubiläumspaar

Neuhausen - „Wir bereiten uns vor, so dass wir einsatzfähig sind, wenn man uns lässt“, kündigt Josef Kreithmeier, Präsident vom Faschingsclub Neuhausen (FCN), an. Das Prinzenpaar 2020, Annalena I. und Anselm I., das den Club im Jahr seines 40-jährigen Bestehens repräsentiert hat, hängt 2021 noch eine Saison an.

Die Showtanzgruppen studieren ein abgespecktes Programm ein. An Veranstaltungen drinnen glaubt der FCN-Chef nicht mehr. Die Hoffnung auf ein bisschen „Fasching in der Stadt“ auf dem Rotkreuzplatz bestehe aber noch.

Das Prinzenpaar 2020, Annalena und Anselm hängt 2021 noch eine Saison an.

ul/dbo

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