Kein Tennis in Bayern

Sportsgeist mehr denn je gefragt – Tennisvereine hoffen auf  Lockerungen der Corona-Beschränkungen 

Anders als beispielsweise in Rheinland-Pfalz darf in Bayern kein Tennis gespielt werden.
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Anders als beispielsweise in Rheinland-Pfalz darf in Bayern kein Tennis gespielt werden.

Münchner Tennisvereine hoffen auf baldige Lockerung der Corona-Beschränkung. Müssen Sportvereine Mitgliedsbeiträge erstatten, wenn die Sportanlagen nicht genutzt werden können? 

  • Münchner Tennisvereine hoffen auf Lockerung der Corona-Beschränkung.
  • In anderen Bundesländern ist Tennis unter Auflagen schon wieder erlaubt.
  • Müssen Sportvereine wegen Corona-Auszeit die Mitgliedsbeiträge erstatten?

Vorsichtig optimistisch ist man beim Schwabinger Tennisclub Grün-Weiß Luitpoldpark. Viele der rund 850 Mitglieder hoffen nach Auskunft von Club-Präsident Gustl Stephan, „dass ab Mitte Mai, je nach den zu erwartenden Vorgaben der Staatsregierung, die Tennisplätze zumindest im reduzierten Umfang wieder freigegeben werden könnten“. 

Gustl Stephan, Präsident des Schwabinger Tennisclub Grün-Weiß Luitpoldpark.

Die Mannschaftsspiele sind offiziell vom Bayerischen Tennisverband erstmals auf den 8. Juni terminiert. Ob dieser Termin gehalten werden kann, ist aktuell fraglich. Dennoch bereitet sich der Verein mit 550 aktiven Spielern in verschiedenen Ligen von den untersten Bezirksklassen bis zur ersten Bundesliga aktuell genau darauf vor: Von der Erarbeitung von Hygiene- und Verhaltenskonzepten bis hin zum Online-Training für die etwa 200 Kinder und Jugendlichen ist einiges zu tun. 

Was Hoffnung macht: In anderen Bundesländern darf die Nicht-Kontaktsportart-Tennis bereits unter Auflagen wieder praktiziert werden. Allerdings weiß Stephan auch: „Die Stimmung der Mitglieder, soweit ich das in Einzelfällen erfahren habe, ist zur Zeit nicht besonders.“ 

Vor allem nicht bei den Damen, die erst 2019 in die erste Bundesliga aufgestiegen sind. Da sei die jetzige Zwangspause „natürlich eine sportliche Katastrophe“. Der Vereinschef hofft nun auf die Treue der bisherigen Sponsoren, bis die Damen den Bundesliga-Spielbetrieb 2021 wieder aufnehmen. 

Auf die Solidarität der Mitglieder kann er bisher jedenfalls zählen. „Bis auf einige noch nicht eingegangene Mitgliedsbeiträge liegen keine Kündigungen vor. Damit sind vorerst keine finanziellen Einbußen für unseren Club zu erwarten“, so Stephan

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Vereinsbeitrag – das sagt die Rechts-Expertin

Müssen Sportvereine bereits bezahlte Mitgliedsbeiträge erstatten, wenn die Sportanlagen wochenlang nicht genutzt werden können? 

Rechts-Expertin Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern sagt dazu auf Hallo-Anfrage: „Bei Sportangeboten muss man unterscheiden. Handelt es sich um einen klassischen Vereinsbeitrag, dann kann man das Geld nicht zurückverlangen. Hier wird nicht für ein konkretes Sportangebot gezahlt, sondern für den Verein an sich. Zahlt man für Fitnessstudios oder wurden einzelne Sportkurse gebucht, dann kann der Verbraucher das Geld für die Zeit zurückverlangen, in der die Angebote nicht zur Verfügung standen. 

Ob es ein Sonderkündigungsrecht gibt, ist fraglich. Aber auch hier besteht die Möglichkeit, sich mit dem Anbieter anderweitig zu einigen. Beispielsweise, indem der Vertrag für die Zeit ausgesetzt wird und am Schluss nachgeholt wird.“

ul

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