PoC-Testung

Keine kostenlosen Corona-Schnelltests in Münchner Apotheken

Wer sich jetzt testen lässt, zahlt wohl noch selbst.
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Wer sich jetzt testen lässt, zahlt wohl noch selbst.
  • Marie-Julie Hlawica
    vonMarie-Julie Hlawica
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Der formale Beschluss steht – Apotheken können seit Montag kostenlose Corona-Schnelltests durchführen. Warum man in München dennoch leer ausgeht.

  • Seit Montag können Apotheken kostenlose Corona-Schnelltests anbieten.
  • Diese sind für Bürger einmal die Woche möglich.
  • In München muss man jedoch noch darauf warten.

Die Bund-Länder-Kommission gab es bekannt, mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger ist der Beschluss gültig. Apotheken können die wöchentliche Gratis-PoC-Testung ('Point of Care-Testung') – den Corona-Schnelltest – seit dem 8. März anbieten. Doch noch ist unklar, wann und wo in den 348 Münchner Apotheken kostenlos getestet wird.

„Nicht jede Apotheke wird diese Gratis-Testung anbieten können. Die hohen Anforderungen kann nicht jeder erfüllen“, bedauert Thomas Metz, Sprecher des Bayerischen Apothekerverbands in München.

Thomas Metz, Sprecher des Bayerischen Apothekerverbands.

Ein eigener Raum für den Nasen-Rachen-Abstrich, ausreichend geschultes Personal, Arbeitsschutz durch Schutzkleidung sowie die Vorschriften, wie vor Ort verfahren wird, sollte ein Abstrich Covid-positiv sein, sind nicht überall umsetzbar.

Dabei böten die PoC-Antigen-Tests hohe Sicherheit: Mit dem Nasen-Rachen-Abstrich erhält man in wenigen Minuten ein verlässliches Testergebnis.

Die aktuellen Corona-Zahlen in München.

Kein kostenloser Corona-Schnelltest in Apotheken

Pharmazeutin Stefanie Igl-Obermüller, hat sich schon jetzt ganz gegen die PoC-Testung in ihren beiden Apotheken in Pasing entschieden: „Wir werden lediglich Laien-Schnelltests verkaufen, selbst keine Tests durchführen.“

Die schleppende Impfstrategie ist ein Grund: „Solange meine Mitarbeiter keine Impfung erhalten haben, ist es nicht möglich, eine Testung schnell zwischendurch durchzuführen. Das Risiko der Ansteckung ist zu hoch. Dazu müssten wir eine Mitarbeiterin mit entsprechender Schutzausrüstung extra dafür freistellen.“

Die kostenfreien Tests sind laut Metz Bundesmittel-finanziert, außerhalb der gesetzlichen Kassenverordnung GKV: „Der Kunde benötigt keine Krankenkassenkarte, nach derzeitigem Kenntnisstand besteht auch keine Ausweispflicht.“

Wie aber vor Ort konkret kontrolliert und abgerechnet wird, kann er nicht sagen. Deshalb warnt er Verbraucher: Jetzt selbst bezahlte Tests erstattet zu bekommen, ist bisher nicht vorgesehen.

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums äußert sich wie folgt: „ Die Abrechnung erfolgt nach den Regelungen der TestV der Bundesrepublik Deutschland. Danach rechnen die berechtigten Leistungserbringer die von ihnen erbrachten Leistungen und die Sachkosten mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab, in deren Bezirk der Leistungserbringer seinen Sitz hat. An berechtigte Leistungserbringer ist für selbst beschaffte PoC-Antigen-Tests eine Vergütung für die Sachkosten in Höhe der entstandenen Beschaffungskosten, und zwar bis zum 31. März 2021 höchstens 9 Euro je Test und ab dem 1. April 2021 höchstens 6 Euro je Test, zu zahlen.“

Referat wartet auf Vorgaben

Das Gesundheitsreferat München plant eine „erhebliche Ausweitung der Schnelltest-Möglichkeiten unter Einbeziehung von Apotheken und sonstigen Anbietern“. Das teilte eine Sprecherin auf Nachfrage mit.

Aber: „Die Rahmenvorgaben auf bundes- und freistaatlicher Ebene zur Teststrategie sind uns noch nicht bekannt. Sobald sie vorliegen, werden sie entsprechend umgesetzt. Daher können wir derzeit keine Details nennen.“ 

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