Kein Termin für Corona-Impfungen in München

Zu wenig Impfkapazität in München? - Nachfrage nach Corona-Impfung und Booster steigt

Wie hier in Sendling nahmen Impfwillige in ganz München lange Wartezeiten in Kauf.
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Wie hier in Sendling nahmen Impfwillige in ganz München lange Wartezeiten in Kauf.
  • Marie-Julie Hlawica
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  • Andreas Schwarzbauer
    Andreas Schwarzbauer
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Die Nachfrage nach der Corona-Impfung steigt aktuell stark an, freie Termine gibt es aber nicht - wie Bürger und Stadt München darauf reagieren ...

München - Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz für München laut RKI bei knapp 500, auch die Intensivbetten an Münchens Kliniken sind knapp – laut DIVI-Intensivregister sind nur gut vier Prozent frei (beide Zahlen Stand 25. November). Doch wer aktuell der Impfempfehlung des Gesundheitsministeriums folgen will und sich den Piks gegen die Pandemie an einer der fünf offiziellen Impfstationen möchte, hat Pech.

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Corona-Hotline überlastet: Gesundheitsreferat will aufstocken

Hallo hat es getestet: Weder vor Ort, noch nach der Registrierung im Netz war die Terminbuchung möglich. Tatsächlich bestätigt ein Sprecher des Gesundheitsreferates: „Derzeit sind sämtliche Termine in den Impf-Außenstellen und im Impfzentrumtrum Riem vergeben.“

Auch bei der Hotline kommt man entweder gar nicht durch, oder muss Geduld haben. Wartezeiten bis zu zehn Minuten sind dem Gesundheitsreferat (GSR) bekannt: „Durch die verbindliche Terminvereinbarung ist eine höhere Auslastung der Hotline zu verzeichnen. Deshalb wird die Hotline personell aufgestockt, ist auch Samstag und Sonntag besetzt.“

Antrag an Stadtrat: Erweiterung der Impfzentren in München

In einem Dringlichkeitsantrag von SPD, Volt und Grünen sollte der Stadtrat die Erweiterung der Impfzentren beschließen. Auch die CSU forderte das tägliche Betreiben der Impfzentren. Beide Anträge wurden gegen die Stimmen der AfD vom Stadtrat beschlossen. Denn auch wer freie Impf­aktionen wie Impfbus oder in Sportvereinen nutzen wollte, brauchte zuletzt Geduld, Verpflegung und Kälteausstattung: bis zu fünf Stunden warteten Impfwillige zum Beispiel beim ESV Laim. Kein Einzelfall.

Forderung an Dieter Reiter: bessere Organisation an Impfstationen

Franziska Miroschnikoff von der Seniorenvertretung Pasing-Obermenzing fordert in einen offenen Brief an OB Dieter Reiter weniger bürokratische Hürden und besser organisierte, spontane Impfungen. Sie hat in Pasing erlebt, „dass Bürger ohne Termin abgewiesen wurden, obwohl nur wenige mit Termin anstanden.“

Ihr Gremium schlägt vor, an Impfstationen wie anderen Bürger-Servicestellen der Stadt Nummern auszugeben. „Die Bürger können Wartezeit mit Einkaufen verbinden. Es braucht keinen aufwändigen Apparat, nur eine Rolle Papierzahlen.“ Das GSR bleibt allgemein: „Mit dem zunehmenden Ausbau der Impfkapazitäten werden sukzessive wieder neue Termine zur Verfügung stehen.“

Nachfrage nach Impfung steigt: Kapazitäten in Impfzentren und Hausärzten begrenzt

Auch das größte Münchner Impfzentrum in Riem ist noch zwei Tage pro Woche geschlossen. Das GSR erklärt: „Die Impf-Kapazitäten waren gemäß den Vorgaben des Freistaats überall in Bayern heruntergefahren worden. In Folge der steigenden Impfnachfrage werden die Kapazitäten wieder auf 30 000 Impfungen pro Woche hochgefahren.“ Wann, konnte man trotz mehrfacher Nachfrage nicht mitteilen.

Bei den Hausärzten steigt unterdessen die Nachfrage nach Corona-Impfungen sprunghaft an, doch auch dort gibt es Termine frühestens im Januar, oft noch später. „Boostern ist begehrt“, so der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, Martin Eulitz. „Wartezeiten auf einen Termin sind leider unumgänglich.“ Sein Trost: „Der Impfschutz lässt nicht schlagartig nach fünf oder sechs Monaten nach.“

Viel Geduld bei freien Impfaktionen

Um den Ablauf vor Ort zu beschleunigen, wird zur Registrierung unter www.impfzentren.bayern.de geraten. Personal- und Impfausweis sind mitzubringen, bei Booster­impfungen idealerweise auch alle bisherigen Unterlagen zur Erst- und Zweit­impfung. Die offiziellen München-Impftermine der kommenden Woche gibt die Stadt in der Rathausumschau unter https://ru.muenchen.de bekannt. Bei der Corona-Hotline der Stadt (089/90 429 - 22 22) kann man sich registrieren und Impftermine vereinbaren. Ebenso hat der Kreisjugendring Aktionen initiiert, zu finden unter www.kjr-m.de/termine/kjr-impfaktion-corona.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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