„Öffnungsperspektive“ gefordert

Aiwanger warnt vor Pleitewelle trotz 900 Millionen Euro ausgezahlter Corona-Hilfe für November und Dezember

Der bayrische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger fordert die Öffnung von Hotels und Skiliften im Februar.
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Der bayrische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger warnt vor dem wirtschaftlichen Schaden der Corona-Krise.
  • Jonas Hönle
    vonJonas Hönle
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Trotz 900 Millionen Euro Corona-Hilfe für die Wirtschaft in Bayern im November und Dezember warnt Wirtschaftsminister Aiwanger vor einer Pleitewelle der Betriebe.

  • Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger warnt vor Pleitewelle für Betriebe.
  • Mittlerweile 900 Millionen Corona-Hilfe für November und Dezember ausbezahlt.
  • IHK setzt auf Mittel vom Staat für Aufschwung der Wirtschaft.

Der bayerischen Wirtschaft könnte in den kommenden Monaten die bislang ausgebliebene Pleitewelle noch bevorstehen.

Sowohl Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) als auch der Bayerische Industrie- und Handelskammertag
(BIHK) warnten am Mittwoch, dass vielen Firmen in den vom Lockdown getroffenen Branchen ungeachtet aller staatlichen Hilfen mittlerweile das Geld fehle.

Er sei überzeugt, dass einer Reihe von größeren und kleineren Betrieben derzeit „die Luft ausgeht, weil sie eben über Wochen hinweg nicht mehr liquide bleiben können“, sagte Aiwanger.

Der Freie-Wähler-Chef forderte „Öffnungsperspektiven“ für Handel, Friseure und andere geschlossene Betriebe.

Viele Branchen befinden sich mittlerweile seit Monaten im Lockdown. Sobald es die Infektionszahlen wieder zulassen, müssen wir mit guten Schutz- und Hygienekonzepten wieder zurück zum eigenen Geschäftsbetrieb. Die Subvention aus der Staatskasse ist kein Dauerzustand und für die Unternehmer demotivierend

Hubert Aiwanger

Corona Hilfe für Betriebe in Bayern für November und Dezember werden ausgezahlt

Bayerische Betriebe hätten seit Beginn der Corona-Pandemie insgesamt rund 3,7 Milliarden Euro Hilfsgelder sowie über 1,5 Milliarden Euro Kredite und Bürgschaften erhalten. Das berichtet Wirtschaftsministee Aiwanger im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Dr. Eberhard Sasse, Präsident der IHK für München und Oberbayern.

Von der November-Hilfe seien bisher 586 Millionen Euro auf den Konten der Unternehmen gelandet.

Nachdem die Novemberhilfe großteils ausbezahlt seien, folge jetzt endlich die Dezemberhilfe, auf die viele Betriebe dringend warten.

Seit 29. Januar funktioniere die Software-Lösung des Bundes für die vollständige Auszahlung der Dezember-Hilfe, sodass die IHK nun auch dieses Hilfsprogramm bearbeiten kann. Wirtschaftsminister Aiwanger lobt die IHK und ihre Mitarbeiter*innen für ihre Arbeit.

Bereits über 13.200 von etwa 43.000 Anträgen seien mittlerweile bewilligt. Von den beantragten 733 Millionen Euro seien 316 Millionen bereits ausbezahlt, der Löwenanteil in Form von Abschlagszahlungen kurz nach Antragseingang.

Übersicht über den Stand der Corona-Wirtschaftshilfen in Bayern.

Aiwanger fordert den Bund auf bei der anstehenden Überbrückungshilfe III nachzubessern und insbesondere mehr Geld bei der Neustarthilfe für Selbstständige zur Verfügung stellen.

Eberhard Sasse spricht davon, dass die staatlichen Finanzhilfen niemals alle wirtschaftlichen Verluste ausgleichen könnten. Wichtiger seien belastbare Perspektiven und Szenarien für eine Wiederöffnung der Wirtschaft.

Auch nach der Öffnung würden viele krisengeschwächte Unternehmen auf weiteren Rückendwind vom Staat angewiesen sein. Die Politik stehe in der Verantwortung, mit Mittel wie steuerlichen Maßnahmen und Investitionen für einen schnellen Aufschwung nach der Krise zu sorgen.

dpa/lby/IHK/jh

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