Münchens großer Komponist

125. Geburtstag von Carl Orff – Seine Musik: unsterblich 

Seine Carmina Burana ist weltbekannt – die Wurzeln des Komponisten Carl Orff liegen in München.
+
Seine Carmina Burana ist weltbekannt – die Wurzeln des Komponisten Carl Orff liegen in München.

„Carl Orff ist ein Münchner Urgestein, ein Mann, der die Welt bereist hat, und alles, was er erlebt hat, in die bayerische Heimat und in seine Musik zurück brachte.“

  • Carl Orff würde am 10. Juli seinen 125. Geburtstag feiern.
  • Wer war der Komponist und was machen seine Werke aus?
  • " Er hatte die Kunst des Einfachen erkannt und simple Mittel so individuell eingesetzt, dass man sofort hört, dass es Orff ist.“

Ein musikalisches Fest hätte das 125. Geburtsjahr des Münchner Komponisten Carl Orff werden sollen. Doch zahlreiche Konzerte mussten abgesagt werden – so auch der offizielle Festakt, der am 10. Juli, dem Geburtstag des Carmina-Burana-Schöpfers, stattgefunden hätte. 

Bereits zum 100. würdigte man Orff mit einem Jubiläumskonzert. Damals auf der Bühne: der Dirigent Mark Mast. „Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich Orff dirigiert habe“, erinnert sich der gebürtige Schwarzwälder. 25 Jahre und hunderte Konzerte mit den Werken Orffs später, leitetet er mit der Bayerischen Philharmonie ein Orchester in Pasing und hat sich zum „bekennenden Orffianer“ entwickelt. 

Dirigent Mark Mast

Carl Orff - Münchens großer Komponist zum 125. Geburtstag

Bei der Frage, wer der Komponist war und was seine Werke ausmache, kommt Mast ins Schwelgen: „Carl Orff ist ein Münchner Urgestein, ein Mann, der die Welt bereist hat, und alles, was er erlebt hat, in die bayerische Heimat und in seine Musik zurück brachte.“ 

Carl Orff, der Kosmopolit unter den Komponisten? Allerdings. „Wenn man so will, war er der erste Weltmusiker. Und er war quasi der erste Rapper der Musikgeschichte“, scherzt Mast und erzählt von einem bairischen Sprechgesang in der Komödie „Astutuli“. „Und in der Mitte gibt es ein Lied, nur von Männerstimmen gesungen, das hat etwas Zenhaftes. Für mich ist das bayerischer Buddhismus.“ 

Carl Orff kannte keine Grenzen, in der Heimat hatte er es nicht immer einfach. „Dem Prophet im eigenen Land glaubt man nix“, sagt Mast zur Orff-Rezeption in München. „Er hat sein Leben lang darunter gelitten, dass nicht jede große Uraufführung in München stattfand.“ 

Auch heute noch werde er oft missverstanden als simpler Musikpädagoge, als Komponist, der nur drei Akkorde schrieb. „Doch er hatte die Kunst des Einfachen erkannt und simple Mittel so individuell eingesetzt, dass man sofort hört, dass es Orff ist.“ 

Carl Orff am Klavier.

Was außerdem oft übersehen werde, sei die tatsächliche Dimension seines Musiktheater Schaffens. „Wenn ich Carl Orff etwas zum Geburtstag wünsche, dann dass die Münchner Musiktheaterlandschaft dies noch mehr erkennt.“ 

Carl Orff  als Musikpädagoge - Erziehung mit Spaß

Carl Orff hat Musikpädagogik mit Bewegung verbunden“, erklärt Dirigent Mark Mast. „Sein Zugang ist spielerisch und einfach: Man muss nicht Violine lernen, um Freude an der Musik zu finden.“ 

Inspiriert von exotischen und mittelalterlichen Instrumenten, setzte Orff auf Perkussion, sogenannte Orff-Instrumente. Zwei Stöcke und Kinder bekommen sofort Lust, den Klang auszuprobieren – ohne lange üben zu müssen, um den richtigen Ton zu treffen.

Über die Werke von Carl Orff

Weltbekannt ist Carl Orff für die szenische Kantate „Carmina Burana“ (1937). „Er hat seinen Verleger gebeten, alles zu vernichten, was er bis dahin veröffentlicht hat. Was man Gottseidank nicht gemacht hat“, sagt Orff-Experte Mark Mast. 

Betroffen hätte das frühe Werke wie „Gisei – Das Opfer“. Sein späteres Schaffen beinhaltet „Der Mond (1939), „Die Kluge“ (1943) und „Die Bernauerin“ (1947). „Er steht auf den Schultern der mitteleuropäischen Tradition – und der bayerischen Volksmusik“, erklärt Mast.

Das Leben und Wirken von Carl Orff in München

Geboren wurde Carl Orff am 10. Juli 1895 in der Maillingerstraße 16 (heute 30) in Neuhausen. 1912 begann er ein Studium an der Akadamie der Tonkunst. 

Carl Orff um 1914.

Sein Verhalten während der NS-Zeit wurde kritisch untersucht: „Er war nicht im Widerstand, hat sich dem Regime aber nicht angebiedert“, so Mark Mast. Vielmehr war Orff ein Freund Kurt Hubers, einem der Gründer der Weißen Rose. 

Für die Sommerspiele 1972 komponierte Orff das Einzugsstück „Gruß der Jugend“. Außerdem setzte sich Orff für die Musikpädagogik ein: Mit Dorothee Günther gründete er 1924 die Günther-Schule, von 1950 bis 1960 war er an der Musikhochschule. Orff war viermal verheiratet, hatte eine Tochter aus erster Ehe, die Schauspielerin Godela Büchtemann-Orff. 

Carl Orff starb am 29. März 1982. Beigesetzt wurde er auf seinen Wunsch im Kloster Andechs.

Hier können Sie Carl Orff live genießen

Hallo München verlost 1x2 Tickets für die Orff Tage der Bayerischen Philharmonie sowie jeweils 1x2 Tickets für die fünf Juli-Konzerte des Orff-Festivals. 

S. Obermeir

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Corona-Test in München und Landkreis – Wo man sich in der Stadt testen lassen kann
Corona-Test in München und Landkreis – Wo man sich in der Stadt testen lassen kann
Wegen riesiger Nachfrage nach Corona-Tests –  Neue Öffnungszeiten am Testzentrum auf der Theresienwiese 
Wegen riesiger Nachfrage nach Corona-Tests –  Neue Öffnungszeiten am Testzentrum auf der Theresienwiese 
Corona in München: Ministerpräsident Söder bringt Alkoholverbot und Maskenpflicht im Freien ins Spiel
Corona in München: Ministerpräsident Söder bringt Alkoholverbot und Maskenpflicht im Freien ins Spiel
Aktuelle Corona-Regeln in Bayern: Neue Regeln für Bars und Kneipen, Veranstaltungen und Testzentren
Aktuelle Corona-Regeln in Bayern: Neue Regeln für Bars und Kneipen, Veranstaltungen und Testzentren

Kommentare