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Biergärten in München in Gefahr? Neuhauser Augustiner in Sorge wegen Freischankflächen-Reduzierung

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Von: Sabina Kläsener

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Gäste können hier neben den Tischen an der Hauswand auch auf einem Parklet und verschiedenen Flächen unter Bäumen essen.
Gäste können hier neben den Tischen an der Hauswand auch auf einem Parklet und verschiedenen Flächen unter Bäumen essen. © Sabina Kläsener

Diese Post vom KVR sorgte viel Aufregung: Müssen die Wirte der Münchner Gaststätten ihre Freischankflächen reduzieren? Wen die Anordnung tatsächlich betrifft...

München - Aufregung und Unverständnis im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg: Die Freischankflächen einer örtlichen Gaststätte sollen reduziert werden. Der Wirt vom „Neuhauser Augustiner“ an der Hübnerstraße hatte Post vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) bekommen. Zitat: „Das Baureferat-Gartenbau hat die Vorgabe der Nutzung von Kronentraufbereichen von Bäumen als Freischankflächen dahingehend geändert, dass diese Bereiche künftig nicht mehr genutzt werden sollen, um eine dauerhafte, nicht kompensierbare Schädigung zu vermeiden.

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Bangen um Münchens Biergärten? Neuhauser Augustiner bekommt Post vom KVR - Stadt klärt über Änderung für Freischankflächen auf

Die Besorgnis im Viertelgremium entsprechend groß: Je nachdem, wie viele Wirte von der Änderung betroffen seien, stehe hier schließlich die Zukunft der Münchner Biergartenkultur auf dem Spiel.

Hallo hat bei der Stadt nachgehakt: Beim „Neuhauser Augustiner“ betrifft die Mitteilung tatsächlich mehrere Flächen. Diese liegen laut dem zuständigen KVR im „Straßenbegleitgrün“. 2004 seien sie unter der Auflage genehmigt worden, den Mindestabstand von 2,5 Metern zu den Bäumen einzuhalten. Das Baureferat pocht nun auf diese Vereinbarung – der Wirt soll die Bestuhlung ändern. Gegenüber Hallo wollte sich der Wirt nicht äußern. Man sei im Gespräch mit dem Wirt, um gemeinsam eine Lösung zu finden, heißt es allerdings seitens des KVRs.

Freischankflächen-Reduzierung für den Baumschutz: Nach diesen Kriterien müssen Münchner Wirte handeln

Doch wie viele Wirte sind betroffen? „Die Regelungen zum Baumschutz betreffen nur einige wenige Gaststätten, die Freischankflächen auf dem öffentlichen Gehweg nutzen“, erklärt eine Sprecherin. Genau beziffern könne man das nicht. Gegen befestigte Flächen unter Bäumen gebe es seitens des Baureferats aber beispielsweise keine Vorbehalte. Bei unbefestigten befürchte man jedoch Schäden an den Wurzeln. „Die lebenswichtigen Wurzeln für die Versorgung der Bäume befinden sich im Bereich unterhalb der Baumkronen.“

Generell sei diese Baumschutzverordnung nicht neu oder geändert worden. Hier – so räumt man ein – sei die Formulierung „missverständlich“. Vielmehr werde man nun wieder genauer überprüfen, nachdem in der Corona-Zeit mehr Kulanz gezeigt wurde.

Angst um Münchens Biergärten brauche man also nicht zu haben. „Für Wirtsgärten auf Privatgrund sind diese Festlegungen nicht relevant, da dort die Eigentümer selbst für den Schutz der Bäume verantwortlich sind“, so das KVR.

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