Ministerpräsident für einheitliches Vorgehen der Länder

Söder trifft Entscheidung zu verlängerten Weihnachtsferien - Wann die Schulen in Bayern wegen Corona schließen

Eine Maske liegt im Unterricht in einem Gymnasium auf Unterrichtsunterlagen, während im Hintergrund Schülerinnen und Schüler mit Mund- und Nasenschutz zu sehen sind.
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Wegen der Corona-Pandemie werden die Schüler früher in die Ferien geschickt.

Zu den verlängerten Weihnachtsferien in Bayern hat Ministerpräsident Söder eine Entscheidung getroffen. Die Schulen schließen wegen Corona länger...

  • Söder trifft Entscheidung zu vorgezogenen Weihnachtsferien
  • Schüler in Bayern könnten so vor Weihnachten in freiwillige Quarantäne
  • Was Lehrerverbände, Referate und Politik vorschlagen

Söder: Bayern zieht Start der Weihnachtsferien wegen Corona-Pandemie vor

Update: 24. November

Nun ist es endgültig: Bayern zieht wegen der Corona-Pandemie den Start der Weihnachtsferien vor. Letzter Schultag vor Weihnachten ist Freitag, der 18. Dezember. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dem Bayerischen Rundfunk. Damit fallen zwei Schultage weg: Ursprünglich wäre der 23. Dezember der erste Ferientag gewesen.

Der Abstand zwischen Unterricht und Weihnachten werde so vergrößert, sagte Söder. „Damit verbessern wir die Möglichkeiten, dass die Familien in Bayern das wichtigste Fest des Jahres gesund und unbeschwerter feiern können.“ Das Infektionsrisiko werde durch die fast einwöchige Karenzzeit zwischen Schulunterricht und Weihnachten „erheblich gesenkt“, argumentierte der Ministerpräsident.

Vor den neuen Bund-Länder-Beratungen über den weiteren Kurs im Umgang mit dem Coronavirus hatten sich die Unions-regierten Länder für eine solche Verlängerung der Ferien ausgesprochen - so stand es jedenfalls in einem gemeinsamen Papier.

Zunächst war Nordrhein-Westfalen in Vorlage gegangen und hatte einen früheren Start in die Ferien angekündigt. In den meisten Bundesländern ist der 18. Dezember ohnehin planmäßig der letzte Schultag vor Weihnachten.

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Frühere Weihnachtsferien in Bayern? Söder mit klarem Statement in der ARD

Update 22. November, 18.30 Uhr:

Für NRW ist es schon beschlossen, eine Petition fordert es bundesweit - und nun lässt auch Markus Söder, Ministerpräsident in Bayern, aufhorchen: Vorgezogene Weihnachtsferien scheinen im Bereich des Möglichen zu liegen.

In der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ auf die Weihnachtsferien und die Situation an Schulen angesprochen erklärte Söder: „Wir müssen vor allem überlegen, ob wir die Ferien früher beginnen.“

Außerdem müsse man diskutieren, ob man die Ferien nach Weihnachten sogar noch etwas verlängern würden. Hier sei ein gemeinsames Vorgehen sinnvoll.

Mit diesen und ähnlichen Aussagen baute der Ministerpräsident auch Druck auf seine Länder-Kollegen auf. Söder konkret: Man werde diese Woche vermutlich vieles von dem entscheiden, was vergangene Woche ohnehin schon auf dem Tisch gelegen habe. Fakt sei, dass man den Lockdown in Bayern verlängern müsse.

Ursprünglicher Hallo-Artikel vom 20. November:

Frühere Weihnachtsferien in Bayern? Petition fordert Regelung aus NRW bundesweit

Nordrhein-Westfalen hat es schon beschlossen, eine Petition fordert es jetzt bundesweit: vorgezogene Weihnachtsferien, damit die Schulkinder sich vor der Familienfeier an Heiligabend quasi in eine freiwillige Quarantäne begeben könnten. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach urteilte jüngst in einem Interview mit der Funke-Mediengruppe: „Gelingt es uns nicht, den Unterricht neu zu organisieren, werden wir keine andere Wahl haben, als die Weihnachtsferien zu verlängern oder eine zusätzliche Ferien-Episode etwa im Februar einzulegen.“

Ein früherer Beginn der Weihnachtsferien hieße in München: Statt bis einschließlich 22. müsste der Nachwuchs nur bis 18. Dezember die Schulbank drücken. Zwar haben auch bayerische Politiker diese Variante schon angesprochen, offiziell ist im Freistaat davon aber noch keine Rede.

Frühere Weihnachtsferien in Bayern? Was Politiker und Referate dazu sagen

Auf Hallo-Nachfrage lehnen auch das Münchner Referat für Bildung und Sport sowie das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) diese Idee ab. Beide Referate berufen sich auf das Robert Koch Institut (RKI): Aus infektiologischer Sicht sei der Quarantäne-Zeitraum auch unter Einbeziehung des Wochenendes „zum Ausschluss einer SARS-CoV-2 Infektion zu kurz“. Unter 14 Tagen Quarantäne sei keine Corona-Sicherheit gegeben.

Auch Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, möchte noch nicht an frühere Ferien denken: „Die Diskussion halte ich zum jetzigen Zeitpunkt für verunsichernd. Momentan ist das Ziel, Schulen so lange wie möglich offen zu halten.“ Damit ist sie auf einer Linie mit Kultusminister Michael Piazolo. Der betont auf Hallo-Nachfrage, dass man bei offenen Schulen ohne Klassentrennungen bleiben wolle. „Entsprechend dem vielfach geäußerten Wunsch der Schulfamilie, dass in diesem Schuljahr möglichst viel Präsenzunterricht stattfinden soll.“

Frühere Weihnachtsferien in Bayern? Auch generelle Schulschließungen sind im Gespräch

Genau das stößt beim Bundesvorsitzenden des Deutschen Realschullehrerverbands in München, Jürgen Böhm, mittlerweile auf heftige Kritik. Er fordert ein Umdenken der Staatsregierung: „Die Devise, die Schulen so lange wie möglich offen zu lassen, ist nicht mehr tragbar.“

Auch Walburga Krefting, Vorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG) in Bayern, ist für rasche Schulschließungen: „Corona ist an den Schulen angekommen. Dieser Realität müssen sich endlich alle Verantwortlichen stellen. Man kann nicht Hybridunterricht oder Distanz­unterricht hinauszögern, ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen.“

Walburga Krefting

Letztere lässt nun Ministerpräsident Markus Söder derzeit prüfen – unter anderem, in welchen Jahrgängen es ein besonders hohes Infektionsgeschehen gibt, wie man Lehrer besser schützen und wie man den Schulalltag möglicherweise mit einem Wechselunterricht für bestimmte Klassen gewährleisten kann.

Am kommenden Mittwoch soll im Kabinett erneut über Schulschließungen in Bayern gesprochen werden.

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