Hier wird gebuddelt, gebaut und aufgerissen

Großbaustelle München: Die große Hallo-Übersicht - Interview mit dem Baustellen-Koordinator der Stadt 

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Trotz Corona laufen die Arbeiten an den Verkehrsadern der Stadt auf Hochtouren. 

Hallo erklärt die teuersten und langwierigsten Projekte und Münchens Baustellen-Koordinator verrät, welche Auswirkungen die Pandemie auf den Zeitplan hat

  • Die großeHallo-Übersicht zeigt, wo in unserer Stadt in diesem Jahr die Bagger rollen
  • Der Baustellen -Koordinator Stefan Bauer erklärt, welche Auswirkungen Corona auf die Arbeiten hat. 
  • die Baustellen nicht still. 2020 stehen trotz der Pandemie nämlich
München - Trotz der Corona-Krise wird auch 2020 in München aufgerissen, gebuddelt und gebaut – die Baustellen in der Landeshauptstadt stehen wegen der Pandemie nicht still. Wo es noch in diesem Jahr bauliche Veränderungen gibt und mit welchen Einschränkungen dabei zu rechnen ist, zeigt die große Hallo-Übersicht. 
Die Sanierung der Ludwigsbrücke geht im Juni in die Hochbauphase. 

Ludwigsbrücke

Die Sanierung der Ludwigsbrücke ist bereits voll im Gange. Inzwischen wurden sechs Behelfsbrücken errichtet, die Hochbauphase beginnt Anfang Juni. Bis Dezember gibt es im Kreuzungsbereich Erhardt-/Steinsdorfstraße und auf der Brücke selbst nur eine Fahrspur je Richtung. Wenn die Maßnahmen abgeschlossen sind, bleibt das so – denn der Stadtrat hat beschlossen, den Straßenraum neu aufzuteilen. Das Bauprojekt, das bis 2022 andauert, soll insgesamt rund 25 Millionen Euro kosten.

Theresienstraße

Noch bis Ende Mai gilt die Einbahnregelung in der Theresienstraße ab der Ludwig- bis zur Amalienstraße in Fahrtrichtung West. Die Stadtwerke verlegen derzeit in mehreren Bauphasen eine Fernkälteleitung. Im Kreuzungsbereich Ludwig-/Theresienstraße bleiben in der Ludwigstraße in Fahrtrichtung Nord weiterhin zwei Geradeaus- und eine Linksabbiegespur nutzbar. Die Amalienstraße zwischen der Theresienstraße und dem Oskar-von-Miller-Ring in Fahrrichtung Süd ist derzeit Einbahnstraße.

Altstadtringtunnel

Rund 85 Millionen Euro soll die Langzeitbaustelle am Altstadtringtunnel insgesamt kosten. Bis Ende 2021 wird dort eine neue Tunnelmittelwand gebaut. Das restliche Jahr gibt es deshalb nur eine Fahrspur im Haupttunnel je Richtung. Bis Juni bleibt die Tunnelausfahrt zum Franz-Josef-Strauß-Ring in Richtung Ost, bis Ende 2020 zudem die Tunneleinfahrt Von-der-Tann-Straße in Richtung West gesperrt. Mitte 2024 ist inklusive der Oberflächenfahrbahnen und der Neugestaltung der Freiflächen das Bauende geplant.

Balanstraße

Wegen der Verlegung einer Fernkälteleitung gibt es in der Balanstraße zwischen Thomasiusplatz und Klagenfurter Straße nur eine Fahrspur pro Richtung neben der Baustelle. Bis Anfang Juni können Autos von der Balanstraße aus nicht in die Wildramstraße abbiegen.

Es fehlt nicht mehr viel: Ende Herbst soll die Neugestaltung des Romanplatzes abgeschlossen sein. 

Romanplatz

Bei der Neugestaltung des Romanplatzes stehen abschließend noch Straßenbauarbeiten an, die bis Ende Herbst dauern. Den Mai über ist deshalb die Romanstraße ab dem Romanplatz in Fahrtrichtung Ost bis zur Eddastraße gesperrt (Ableitung: über Döllinger- und Nibelungenstraße).

Blumenstraße

Von Mitte bis Ende des Jahres entstehen an der Blumenstraße zwischen Sendlinger-Tor-Platz und Papa-Schmid-Straße beidseitig Radwege mit 2,80 Meter Breite und je einem 50 Zentimeter breiten Sicherheits-Trennstreifen. Zudem werden zwei Lichtsignalanlagen ausgetauscht und der schmale Gehweg auf der Südseite der Blumenstraße verbreitert. Hierfür bleibt stadt­einwärts nur noch eine Autofahrspur und es entfallen 17 Parkplätze.

Landsberger Straße

Zwischen der Fürstenrieder Straße und „Am Knie“ entsteht derzeit ein 2,2 Kilometer langer Mischwasserkanal. Hierfür werden aktuell Schachtbauwerke in der Landsberger Straße eingebaut. Bis Anfang Juni sind die beiden Spuren der Landsberger Straße zwischen dem Laimer Kreisel und der Willibaldstraße stadtauswärts deshalb in der Nebenfahrbahn geführt. Bis Ende August sind am Laimer Kreisel in der Landsberger Straße stadtauswärts außerdem die Fahrspuren seitlich verschwenkt.

In der Schwanthalerstraße werden derzeit Fernkälteleitungen verlegt. 

Schwanthalerstraße

Um das Fernkältenetz zu erweitern, wird derzeit Leitung von Sendling durch die Ludwigsvorstadt bis in die Innenstadt verlegt. Bis Ende des Jahres wird als einer der ersten Hauptbaumaßnahmen eine Leitung in der Schwanthalerstraße verlegt, weshalb in der Zeit zwischen Paul-Heyse-Straße und Sonnenstraße in Fahrtrichtung Ost eine Einbahnregelung gilt. Auch in der Herzog-Heinrich-Straße wird bis Ende des Jahres eine Leitung verlegt und so wird auch diese Straße das restliche Jahr über zwischen der Lessing- und der Lindwurmstraße in Richtung Süd einbahngeregelt.

Gleistausch der U-Bahnlinien U3/U6

Um die U3 und die U6 fit zu machen, werden vom 13. Juli bis zum 18. September die Weichen und Gleise ausgetauscht. Zwischen den Haltestellen Universität, Giselastraße und Münchner Freiheit fahren deshalb zehn Wochen lang ersatzweise voraussichtlich bis zu 15 Gelenkbussen und Buszüge. Sie kommen tagsüber etwa alle zwei Minuten. Moosach bleibt über die U8 erreichbar.

Vom 13. Juli bis zum 18. September werden die Weichen und Gleise der U3 und der U6 ausgetauscht. 

Tram-Erweiterung am Bahnhofplatz

Seit April wird am Hauptbahnhof die zweigleisige Tram-Haltestelle auf dem Bahnhofplatz um ein drittes Gleis erweitert. Zudem wird eine Gleisverbindung von der Arnulfstraße in die Prielmayerstraße hergestellt. Bis Mitte November wird der Nordteil gebaut. Die Linien 16, 17, 19, 20 und 29 müssen währenddessen umgeleitet oder unterbrochen werden. Ab Mitte Juni ist die Prielmayerstraße „dicht“ und die Linien 20 und 21 enden von Moosach beziehungsweise vom Westfriedhof kommend am Stiglmaierplatz und beginnen dort auch.

Am Bahnhof entstehen derzeit ein drittes Trambahngleis sowie eine Gleisvberbindung von der Arnulfstraße in die Prielmayerstraße.

Baustellenkoordinator Stefan Bauer im Interview:  „Radwege-Baustellen machen mir Sorge“ 

Trotz Corona-Pandemie liefen die Arbeiten auf den Baustellen in München auf Hochtouren. Der Baustellenkoordinator Stefan Bauer erklärt im Hallo­-Interview, inwiefern Corona dennoch Auswirkungen auf Münchner Großprojekte hat, welche kommenden Maßnahmen ihm Sorgen bereiten und wie viele Baustellen es in der Landeshauptstadt im Jahr durchschnittlich gibt. 

Herr Bauer, im Frühjahr sind viele Bauarbeiten gestartet, gleichzeitig wütet die Corona-Pandemie... 

Die Stadt München reitet bei den Straßenbaustellen aktuell auf einer Welle der Glückseligkeit. Es haben sich durch Corona keine Bauaufträge verzögert und alles geht planmäßig weiter.

Geht es bei manchen Baustellen dann sogar schneller voran? 

Das hätten wir natürlich gerne. Die Baustellen als solche werden allerdings schon Monate vorher geplant. Um schneller zu sein müssten Firmen aus dem nichts Kapazitäten schaffen. Außerdem müsste mit der Verkehrsbehörde gesprochen werden. Dafür waren die letzten sechs Wochen viel zu knapp.

Und langfristig gesehen? 

Die Arbeiten zur Fernwärmeleitung in der Schwanthalerstraße hätten während des Oktoberfests pausiert. Im Herbst haben wir also sicher einen zeitlichen Gewinn. Aber verstehen Sie mich nicht falsch – ich freue mich nicht darüber, dass das Oktoberfest ausfällt! 

Wegen Corona gibt ein geringeres Verkehrsaufkommen... 

Bei der Sanierung der Ludwigsbrücke hatten wir in gewisser Weise Glück, dass die Errichtung der ersten Verkehrs­phase und der Bau der sechs Behelfsbrücken in die Corona-Zeit gefallen ist. Es gab ja im Vorfeld viele Ängste, was den Verkehr angeht. Die eigentliche Hochbauphase beginnt dann in der ersten Juniwoche.

Welche Baustellen machen Ihnen Sorgen?

Pro Quartal sollen künftig zehn große Radverkehrsbaustellen kommen und ich mache mir etwas Sorgen, dass uns das überfordert. Ich sehe aktuell nicht, wie wir das gut koordiniert bekommen.

Wie viele Baustellen sind in einer Stadt wie München denn jährlich normal? 

Bei der Verkehrsbehörde gehen jährlich zwischen 25 000 und 30 000 Anträge ein. Darunter sind jedoch auch Umzüge und Veranstaltungen. Etwa 2000 Baustellen laufen bei uns durch und davon werden etwa 800 angeschaut und in unsere „Koordinierungsliste“ aufgenommen. Auf unserer Homepage veröffentlichen wir dann etwa 100 bis 150 bedeutende Baustellen pro Jahr und informieren die Öffentlichkeit darüber.

Und sind wir in diesem Jahr über- oder unterdurchschnittlich unterwegs? 

Dieses Jahr ist eher überdurchschnittlich, wir haben eine leicht erhöhte Zahl. Es sind etwa drei Prozent mehr Baustellen, für die wir zuständig sind.

Stefan Bauer ist der Baustellenkoordinator der Stadt München.

Bauer und sein Team

Seit zwei Jahren ist Stefan Bauer Baustellenkoordinator der Stadt München. Unterstützt von einem fünfköpfigen Team ist es seine Aufgabe, darauf zu achten, dass alle Baustellen in der Stadt aufeinander abgestimmt sind. Man koordiniere dabei auch zwischen den Stadtwerken, der Deutschen Bahn und der Münchner Verkehrsgesellschaft, erklärt Bauer. „Auch die einzelnen Bauschritte müssen so zueinander passen, dass zum Beispiel zuerst Leitungen in den Boden verlegt werden und dann die Straßen gemacht werden.“

Kassandra Fischer

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