IG BAU: Berufe attraktiver machen

Fachkräftemangel wird zur Gefahr für Münchens Baubranche 

Bald allein auf der Baustelle? Baufirmen steuern auf einen verschärften Fachkräftemangel zu – wenn die Branche für Beschäftigte nicht attraktiver wird, warnt die IG BAU.
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Bald allein auf der Baustelle? Baufirmen steuern auf einen verschärften Fachkräftemangel zu – wenn die Branche für Beschäftigte nicht attraktiver wird, warnt die IG BAU.

71 Stellen über 90 Tage lang unbesetzt. Der Fachkräftemangel für Münchner Baufirmen könnte noch zu einem großen Problem werden. Die IG Bau warnt und verweist auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit...

  • Fachkräftemangel bedrohtMünchens Baubranche.
  • IG Bau warnt und bezieht Statistik der Bundesagentur für Arbeit mit ein.
  • Berufe derBaubranche müssen attraktiver gemacht werden.

München – Handwerker gesucht: Der Mangel an Fachkräften könnte für Münchner Baufirmen in den nächsten Jahren zu einem ernsten Problem werden. Davor warnt die IG Bauen- Agrar-Umwelt (IG BAU) und verweist auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. 

Danach gibt es in den Bauberufen immer größere Schwierigkeiten, Personal für offene Stellen zu finden. Im vergangenen Jahr blieben in München 71 Stellen in der Branche länger als 90 Tage unbesetzt. 2018 waren es 47 Stellen, ein Jahr zuvor 52. 

„Ob es um den Bau von Wohnungen und Straßen oder die Sanierung von Brücken geht – viele Firmen arbeiten wegen der anziehenden Nachfrage längst am Limit. Und das sogar in Zeiten von Corona. Um die Aufträge zu bewältigen, müssen sie jetzt in die Fachleute von morgen investieren“, sagt Michael Müller, Bezirksvorsitzender der IG BAU Oberbayern. 

Berufe attraktiver machen

Die Branche müsse jedoch deutlich attraktiver werden. Das fange bei einer besseren Bezahlung an, so Müller. In der laufenden Tarifrunde für das Bauhauptgewerbe fordert die Gewerkschaft ein kräftiges Lohn-Plus. Außerdem soll die lange, bislang meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entschädigt werden. 

„Aktuell erleben wir einen regelrechten Facharbeiter-Schwund. Drei Jahre nach der Ausbildung haben im Schnitt zwei von drei Bauarbeitern ihre Branche verlassen. Der Trend muss unbedingt gestoppt werden“, betont Müller. Neben höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen komme es dabei auch auf ein gesundes Betriebsklima an. 

Beschäftigte vermissten häufig Respekt und Anerkennung für ihre Leistung. „Kein Wunder, dass sich da mancher nach einem anderen Beruf umschaut“, so Müller.

Wie sehr der Fachkräftebedarf in Zukunft anwachsen könnte, zeigt eine Studie der Sozialkassen des Baugewerbes (SOKA-BAU). Danach dürften in den nächsten zehn Jahren bundesweit 150.000 Bau-Beschäftigte in Rente gehen. Das ist jeder sechste Arbeitnehmer in der Branche.

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IG BAU/fb

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