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Ärger um Kosten für den Bau der zweite S-Bahn-Stammstrecke in München ‒ OB Reiter ist enttäuscht von Wissing

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Von: Jonas Hönle

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Auf der Stammstrecke wird es zu Fahrplanänderungen kommen, denn der Tunnel der Stammstrecke wird inspiziert.
Der Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München wird wohl teurer und auch erst später fertig(Symbolbild) © Lino Mirgeler/dpa

Die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München soll viel mehr kosten und auch erst später als geplant fertig werden. Ein Krisentreffen wurde von Bundesverkehrsminister Wissing kurzfristig abgesagt.

Update: 16.02 Uhr

Die Kosten für den Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München sollen höher ausfallen als geplant. Außerdem soll sie erst viel später fertig werden.

Die Projektbegleitung im Ministerium erwarte inzwischen Kosten bis 7,2 Milliarden Euro, sagte Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) am Donnerstag in München. 

2016 wurden von der Deutschen Bahn noch 3,85 Milliarden Euro berechnet. Die Inbetriebnahme könnte sich zudem bis 2037 hinziehen. Zuletzt hatte als Startzeitpunkt 2028 im Raum gestanden. 

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Bau-Kosten für 2. S-Bahn-Stammstrecke in München steigen um Milliarden Euro

Bernreiter zeigte sich verärgert, dass ein seit Monaten für Donnerstag geplanter Termin mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) kurzfristig abgesagt wurde. „Das ist für mich ein sehr, sehr schlechter Stil, und ich halte fest: Herr Wissing kneift.“

Auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ist von Wissings kurzfristiger Absage enttäuscht: „Gerade nachdem jetzt wohl eine unglaubliche weitere Verzögerung der Baumaßnahme im Raum steht und damit einhergehend eine weitere Explosion der Kosten, wäre es dringend erforderlich gewesen, vom zuständigen Bundesminister endlich konkrete Informationen aus erster Hand zu erhalten.“

Sollten sich diese Ankündigungen tatsächlich bewahrheiten, wäre dies für die Münchnerinnen und Münchner und die Menschen in der Region eine inakzeptable Entwicklung.

Reiter hoffe sehr, dass die zuständigen Projektträger, Bund, Freistaat und Deutsche Bahn, alles daran setzen, dass das größte Infrastrukturprojekt Deutschlands kein zweiter Berliner Flughafen (BER) wird.

„Wir brauchen die zweite Stammstrecke, und zwar so schnell wie möglich“, sagt Florian von Brunn, der Fraktionsvorsitzende der Landtags-SPD.

Leide kenne man Kostenexplosionen und Verzögerungen bei Bahn-Projekten. Das lasse sich auch auf die Vernachlässigung unter dem CSU-Verkehrsministerium zurückführen. Mit der zweiten Stammstrecke lasse sich jedoch die Situation der S-Bahn in München für hunderttausende Menschen sowie für das Klima und die Umwelt verbessern.

Laut von Brunn liegt der Ball nun bei Verkehrsminister Wissing. „Ich gehe fest davon aus, dass er das notwendige Geld bereitstellt und für einen schnelleren Bau sorgt – im Interesse der Menschen.“ 

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Die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München wird wohl viel teurer ‒ und auch erst später fertig

Erstmeldung: 30. Juni, 10.24 Uhr

Die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München könnte nach Medienberichten viel teurer werden und viel später in Betrieb gehen als geplant. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag) dürften die Kosten von 3,8 Milliarden auf fünf Milliarden Euro steigen und die ersten Züge nicht 2028, sondern erst 2033 fahren.

Der „Münchner Merkur“ (Donnerstag) berichtete unter Berufung auf beteiligte Politiker, die Strecke werde sogar mindestens 1,5 Milliarden Euro teuer und frühestens 2034 fertig.

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Zweite Münchner S-Bahn-Stammstrecke - Höhere Kosten und auch später fertig

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) habe nach Bekanntwerden der neuen Kosten-Schätzung einen für Donnerstag geplanten Krisentreffen mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und weiteren Vertretern des Freistaats und der Landeshauptstadt in der Münchner Staatskanzlei platzen lassen, berichtete der „Merkur“.

Wissing habe seine Teilnahme am Mittwochabend ohne Angabe von Gründen abgesagt und auch keinen Alternativtermin in Aussicht gestellt. Die Absage des Termins wurde der dpa bestätigt.

Ein Sprecher des bayerischen Verkehrsministers Christian Bernreiter (CSU) hatte zuvor gesagt, bei dem Termin mit Wissing handle es sich um ein Kennenlerntreffen. Dabei werde auch über die Stammstrecke gesprochen. Laut „Süddeutscher Zeitung“ war auch die Zweite Bürgermeisterin von München, Katrin Habenschaden (Grüne), eingeladen.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte, die DB stehe mit den Projektpartnern im regelmäßigen Austausch. „Das umfasst auch die Zeit- und Kostenpläne des Projekts. Zu der Berichterstattung möchten wir uns nicht äußern.“

Streit um Kosten der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München

Alle Münchner S-Bahnen müssen auf der 1972 zu den Olympischen Spielen eröffneten Stammstrecke in einem Tunnel die Innenstadt unterqueren. Um dieses Nadelöhr zu beseitigen, wird auf rund zehn Kilometern eine zweite Stammstrecke gebaut. Im Oktober 2016 hatten der Bund und der Freistaat die gemeinsame Finanzierung vereinbart.

Danach trägt der Bund 60 Prozent der förderfähigen Baukosten. Zugrunde lagen die damals von der Deutschen Bahn errechneten Gesamtkosten von 3,85 Milliarden Euro.

„Um die Mehrkosten wird es heftigen politischen Streit zwischen Bund, Freistaat und Stadt München geben“, berichtete der „Münchner Merkur“. Im Stadtzentrum und im Westen sind die Bauarbeiten schon weit fortgeschritten.

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