Frische Luft für unsere Wirte

Corona-Lockerungen für Außengastronomie in München ‒ Öffnung der Freischankflächen ab Montag möglich

Teddybären sitzen im Café
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Wenn die Inzidenz unter 100 fällt, müssen diese zwei Bären nicht mehr lange auf ihr Getränk warten.
  • Marie-Julie Hlawica
    vonMarie-Julie Hlawica
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Die Außengastronomie darf ab Montag öffnen – bei einer Corona-Inzidenz unter 100. Zahlreiche Gastronomen in München stellten Anträge für Freischankflächen.

  • Die Münchner Außengastronomie könnte ab Montag, 10. Mai öffnen.
  • Regeln gelten ab einer Inzidenz unter 100.
  • Freischankflächen können von April bis Oktober erweitert werden.

Zahlreiche Anträge von Gastronomen sorgen für Freischank-Boom

Das lange Warten hat ein Ende – Kaffee, Kuchen, Eis, ein Schweinsbraten oder die Maß Bier im Freien werden wieder wahr. Cafés, Wirtshäuser, Eisdielen und Biergärten in München könnten schon bald die Außenflächen öffnen. Bei einer „stabilen Inzidenz“ unter 100 soll das ab Montag, 10. Mai, erlaubt sein.

Der Freischank boomt diesen Sommer in der Landeshauptstadt, bestätigt Johannes Mayer, Sprecher des KVR: „Bis Ende 2020 wurden schon 1 133 Anträge bezüglich dieser neuen Erweiterungsflächen gestellt, im ersten Quartal 2021 kamen noch einmal 49 Anträge hinzu.“

Gastronome berichten von neuen Ideen während Corona

Wirt Stefan Grosse und Tochter Julia haben die Außenbestuhlung des „Blauen Bocks“ erneuert.

Stefan Grosse, Wirt vom Blauen Bock am Sebastiansplatz, ist mit Juniorchefin, Tochter Julia, einer der vielen Antragsteller. Er hat den Lockdown genutzt und die gesamte Außenbestuhlung für 70 Gäste erneuert: „Wir freuen uns, dass es nun endlich wieder losgeht.“ Auch, wenn es diesen Sommer mal regnen sollte, ist der Gastronom gerüstet: „20 Plätze können wir zusätzlich in einem Durchgang anbieten, den wir eben umgestalten.“

Kreisverwaltung verspricht verspricht kulante Umsetzung

Das KVR macht es heuer möglich, erlaubt den Wirten außergewöhnlich viel Spielraum: „Grundsätzlich gelten die Sondernutzungsrichtlinien und die Vorgaben zur Nutzung des öffentlichen Raums fort“ , sagt Mayer. „Im Rahmen des Vertretbaren werden die Vorgaben möglichst kulant ausgelegt“ – wenn Mindestgehwegbreiten und Verkehrssicherheit eingehalten werden.

Für sein Café Kosmos plant Florian Schönhofer eine Dachterrasse auf einem Kirchengebäude.

So plant etwa Florian Schönhofer für sein Café Kosmos eine unkonventionelle Dach­terrasse: „Die Kirche, der das Gebäude gehört, hat uns dabei sehr unterstützt.“ Mit Kollege Filip Czerny wird er schon bald über den Dächern Münchens bewirten: „Alle Auf-, Ab und Fluchtwege sind genehmigt, jetzt können wir aufbauen.“ Das KVR kontrolliert die Einhaltung der Genehmigungen streng, aber: „Es wird stets versucht, im Dialog mit den Betreibern eine interessensgerechte Lösung zu finden.“

Michael Sarcletti ist auf die Öffnung seines Eiscafés am Rotkreuzplatz vorbereitet.

Auch Michael Sarcletti hat die beiden Terrassen vor seiner gleichnamigen Eisdiele am Rotkreuzplatz startbereit: „Ein Schreiner hat sie gebaut, zusätzlich haben wir Plexi­glas-Trennwände anfertigen lassen. Einen für 300 Euro pro Stück – das ist mir die Sicherheit der Gäste wert.“ Stehen Tische, Stühle und Trennwände kommt noch Deko dazu. „Es wird Zeit, dass wir aufmachen!“ Damit spricht er seinen Kollegen und allen Münchnern aus der Seele.

Diese Regeln gelten für alle

Jeder Antrag auf Freischank wird vom KVR geprüft, feste Kontingente gibt es nicht. Die Erweiterungsflächen erlauben zwar „Ausdehnungen über Gebäudegrenzen“ hinaus, Mindestgehwegbreiten sind jedoch „nicht verhandelbar“. Der Kreisverwaltungsausschuss hat jetzt beschlossen, die 2020 als Reaktion auf die Corona-Krise erprobten Schanigärten dauerhaft zu ermöglichen. Ab sofort können Wirte ihre Freischankflächen jedes Jahr von April bis Oktober erweitern und Parkplätze temporär umwandeln. Achtung: Da es keine Anordnung gibt, wonach die Toiletten der Gastronomiebetriebe zugänglich sein müssen, verweist das KVR auf die 150 öffentlichen Toiletten.

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