Kritische Töne

„Aufstehen für Kultur“: Veranstaltungsbranche fordert Rückhalt und Unterstützung

Veronika Stross, Initiatorin „Aufstehen für Kultur“.
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Veronika Stross, Initiatorin „Aufstehen für Kultur“.

Die Veranstaltungsbranche will bei einer Kundgebung am Königsplatz auf ihre spezielle Situation hinweisen. Sie fordern jedoch nicht das Maßnahmen abgeschafft werden...

Update: 19. Oktober 2020

Die Kundgebung „Aufstehen für Kultur“ am 24. Oktober 2020 , die auf die Situation der Veranstaltungsbranchen hinweisen will, wurde auf den Königsplatz in München verlegt.

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Erstmeldung: 17. Oktober 2020

Deutschlands sechstgrößter Wirtschaftszweig steht vor dem Kollaps – davor warnt ein Bündnis von Initiativen und Verbänden der deutschen Veranstaltungswirtschaft unter dem Motto „#alarmstuferot“ bei einer Großdemonstration in Berlin am 28. Oktober.

Auf die spezielle Situation der Veranstaltungsbranche in München und Bayern will hingegen eine Kundgebung am Odeonsplatz vier Tage zuvor hinweisen. „Die Maßnahmen sind hier mitunter am strengsten“, sagt Initiatorin Veronika Stross, die für die Veranstaltung prominente Unterstützer zusammengetrommelt hat (siehe Kasten).

Kundgebung auf dem Odeonsplatz - Veranstaltungsbranche will Auseinandersetzung mit ihrer Situation

Die Forderung sei aber nicht die Abschaffung der Maßnahmen – sondern eine gründliche Auseinandersetzung mit ihren Folgen. Gleichberechtigung und Planungssicherheit sind zentrale Stichwörter. „Wenn das Infektionsgeschehen Veranstaltungen nicht zulässt, braucht es einen Ausgleichfonds“, formuliert die Bratschistin eine der Forderungen, für die am Odeonsplatz ein Zeichen gesetzt werden soll.

„Die Branche war bisher nicht laut genug“, ist auch Kulturmanagerin Katrin Neoral sicher. Bereits im September lud sie mit der Initiative Jour Fixe Branchenvertreter und Politik zu einer Diskussion im Volkstheater.

Ein Fazit daraus: „Wir brauchen eine PR-Kampagne, die den Leuten zeigt: Wir haben funktionierende Hygienekonzepte, die Abstände werden eingehalten. Die Politik muss den Leuten Angst nehmen.“

Kultur bleibt beliebt - Veranstalter wollen weitermachen

Dass das Publikum Lust auf Kultur hat, bestätigt Musik- und Kabarettveranstalter Till Hoffmann – wenngleich seine Erfahrungen vor allem von Open-Airs im Sommer herrühren, wie er einräumt. Er zeigt sich dennoch optimistisch: „Wir werden weitermachen, neue Formen entwickeln.“ Mit dem „Eulenspiegel Flying Circus“ bespielt er jetzt das Theater Leo17 in Schwabing. Für 170 Gäste.

Obwohl die Situation schwierig sei, spricht Hoffmann auch von Chancen und glücklichen Zufällen. „Den Garten der Seidl­villa hätten wir als Veranstaltungsort sonst nicht entdeckt.“ Und er wagt sogar einen Ausblick: Auch nächsten Sommer soll es im Innenhof des Deutschen Museums Veranstaltungen geben, das Leo17 werde an freien Abenden bis 2022 bespielt.

Kundgebung mit prominenter Unterstützung

Bei der Kundgebung „Aufstehen für Kultur“ am Samstag, 24. Oktober, 12 Uhr sprechen unter anderem der ehemalige Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin, der ehemalige bayerische Kultusminister Hans Maier, Landtagsvizepräsident Wolfgang Heubisch und Gerhard Polt per Videobotschaft. Moderiert wird die Veranstaltung von Roland Hefter. 

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