Extreme Herausforderung

200 Tiere in nur 3 Tagen – Ausnahmesituation in der Münchner Reptilienstation  

Reptilienstation München steht vor größter Herausforderung.
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Reptilienstation München steht vor größter Herausforderung.

In der Münchner Auffangstation für Reptilien herrschen derzeit Extrembedingungen. Die Organisation steht erneut vor größter organisatorischer, finanzieller und personeller Herausforderung...

  • In der Reptilienstation in München herrscht derzeit eine Ausnahmesituation.
  • 200 Tiere innerhalb von drei Tagen musste die Tierstation aufnehmen.
  • Diese Extremsituation stellt die Reptilienstation vor große Herausforderungen.

München – Innerhalb von nur drei Tagen musste die Auffangstation für Reptilien, München e. V., insgesamt fast 200 Tiere aufnehmen. Dies stellt knapp 8% des aktuellen Tierbestands dar und bedeutet für Tierpfleger, Tierärzte und auch die Tiere selbst eine enorme Belastung. 

Alleine die Kosten für Futter, Versorgung, tiermedizinische Betreuung und Bereitstellung von angemessenem Lebensraum werden innerhalb kürzester Zeit in die Zehntausende Euro gehen.

Aber auch die Arbeitsanforderungen an sich präsentieren sich für alle Beteiligten als großes Problem – aufgrund der immer noch geltenden Corona-Vorsichtsmaßnahmen und des damit verbundenen Pandemieplans der Station, dürfen sich die Mitglieder der verschiedenen Tierpflegerteams auch in solchen Zeiten arbeitstechnisch nicht überschneiden. 

Weiterhin können nur vereinzelt Praktikanten oder ehrenamtliche Helfer eingesetzt werden, so dass die Versorgung der Tiere an einigen, wenigen Personen hängt. Momentan ist dies zu bewältigen, jedoch würde ein einziger Ausfall z.B. aufgrund Krankheit ausreichen, um dieses Konstrukt empfindlich zu stören.

Im Detail stellt sich die Situation folgendermaßen dar: 

Aufgrund einer behördlichen Beschlagnahme mussten alleine an einem Tag letzter Woche weit über 100 Schildkröten, darunter auch sehr groß werdende Arten, auf einmal aufgenommen werden. 

Nicht nur mussten im Vorfeld dafür neue Räumlichkeiten angemietet werden – die rapide sinkenden Temperaturen machten es notwendig, schnell für zusätzliche Beheizung und Beleuchtung zu sorgen, damit die wärmeliebenden Tiere ihre Vorzugstemperaturen erhalten. 

Innerhalb weniger Stunden musste all dies nicht nur organisiert, sondern auch bezahlt werden – Kosten, für die der Auftraggeber (die zuständige Behörde) nicht aufkommen muss. Denn diese Kosten fallen nicht unter die vertraglichen Vereinbarungen. 

Was im Normalfall kein großes Problem darstellt, ist unter solchen Extrembedingungen finanziell jedoch fatal. Aufgrund des laufenden Verfahrens können wir keine genaueren Angaben zu den Tieren selbst machen – aber wir können sagen, dass diese Beschlagnahme selbst für uns ungewöhnlich ist und uns noch viele Monate beschäftigen wird. 

Extrembedingungen in der Münchner Reptilienstation

Nicht einmal 24 Stunden nach Ankunft der besagten Schildkröten, kamen weitere 40 Tiere auf einmal dazu – diesmal aus einer Privatabgabe. Alleine 30 Vogelspinnen – jede einzeln in einem Terrarium – mussten untergebracht werden. 

Eine weitere Mammutaufgabe für unser Team von gerade mal 10 Tierpflegern. Und zu guter Letzt war dieses gefühlt letzte Sommerwochenende wieder ein besonders Fundtierreiches. 

So wurden alleine vier Bartagamen auf einmal ausgesetzt und von einem Finder zu uns gebracht. Insgesamt kamen in nur zwei Tagen zehnFundtiere zu uns.

Die Auffangstation für Reptilien wird auch diese Aufgaben meistern – ist jedoch in diesem speziellen Fall mehr denn je auf Unterstützung und Spenden angewiesen. 

Wie kann man der Auffangstation für Reptilien und damit den Tieren konkret helfen: 

Beispielsweise durch die Übernahme einer symbolischen Patenschaft für eine der Schildkröten: Diese Patenschaft von nur 25€ im Monat wird es uns ermöglichen, die Kosten für Öl/Strom zur Beheizung des angemieteten Gewächshauses zu finanzieren. 

Infos darüber erhalten Interessierte über patenschaften@reptilienauffangstation.de

Die laufenden Kosten waren aufgrund der einbrechenden Einnahmen, wie für jede andere gemeinnützige Organisation auch, schon schwer zu stemmen. Solche Sonderaufgaben noch zusätzlich stellen uns, wenn auch nicht vor den akuten drohenden Ruin, so doch vor enorme Engpässe, die sich auf alles in der Station auswirken werden. 

Momentan ist fraglich, ob wir beispielsweise die dringend benötigten Teiche für unsere Schnappschildkröten bauen können. Das bedeutet für diese Tiere weiterhin ein Leben unter suboptimalen Bedingungen. 

Und das zu einem Zeitpunkt, an dem schon die Firma für diese wichtige Tierschutzarbeit engagiert war! Aber auch das Beheizen der neuen Räume ist noch nicht finanziell abgesichert, ebenso wie die zu erwartenden Zusatzkosten für den Winter.

Reptilienauffangstation München/fb

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