Tram-Bahnen in München sollen breiter werden: Radfahrer stellen sich quer ‒ wegen 35 Zentimetern

Radfahrer fahren in München über die Fraunhoferstraße und werfen dabei lange Schatten.
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Der ADFC befürchtet Einschränkungen für Radfahrer in München durch breitere Tram-Bahnen.

35 Zentimeter sorgen in München für Ärger - Die Tram-Bahnen sollen breiter werden. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) läuft Sturm gegen die Pläne der Stadt...

  • Tram-Bahnen in München sollen breiter werden.
  • ADFC befürchtet, die 35 Zentimeter könnten zu Lasten der Radfahrer gehen.
  • Mobilitätsreferat sieht Vorteile bei neuen Straßenbahnen.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) läuft Sturm gegen Pläne der Stadt München für breitere Tram-Bahnen. „Schmalspurradwege infolge extrabreiter Trams benachteiligen Radfahrende massiv“, sagte der Vorsitzende des ADFC München, Andreas Schön, am Montag.

In einer Beschlussvorlage, über die der zuständige Ausschuss des Stadtrats am Mittwoch entscheiden will, heißt es:  „Ziel ist ein zukunftsfähiges Maß von langfristig 2,65 Metern Breite für die Münchner Trambahn.“

Innerhalb von 20 bis 30 Jahren soll die bestehende Flotte komplett ausgetauscht werden, damit die Stadt dem „stark wachsenden Fahrgastaufkommen“ nachkommen kann.

Wegen des Wachstums der MVG soll ein neuer Tram-Betriebshof im Münchner Westen entstehen.

Münchner Radler laufen Sturm gegen Pläne für breitere Tram-Bahnen

Der Fahrrad-Club nennt das „eine grundsätzliche Weichenstellung, die den Radverkehr in Zukunft erheblich treffen würde“. Derzeit sind die Tram-Bahnen 2,30 Meter breit. Die zusätzlich benötigten 35 Zentimeter könnten zu Lasten der Radler gehen, fürchtet der ADFC.

Er schlägt stattdessen doppelt so lange Trams vor. Die Stadt könne ihr Vorhaben auch ohne breitere Trams erreichen - etwa, indem bis zu doppelt so lange Trams (75 statt 37 Meter) eingesetzt und die Haltestellen entsprechend verlängert werden.

„Wir sind ausgesprochen verärgert darüber, wie einseitig die erheblichen Auswirkungen breiterer Straßenbahnen dargestellt werden“, sagte Schön. „Man hat den Eindruck, dass hier möglichst unauffällig ein neuer Standard durchgesetzt werden soll und die Tragweite dieser Entscheidung bewusst verschleiert wird.“

Mobilitätsreferat in München sieht Vorteile bei breiten Tram-Bahnen

Das Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt verweist dagegen auf positive Erfahrungen anderswo. Aktuell würden beispielsweise schon die Tramnetze von Bremen, Dresden, Chemnitz und Rostock auf breitere Fahrzeuge umgebaut.

Die Stadt verbindet mit breiteren Waggons verschiedene Vorteile: „Mit breiteren Fahrzeugen lassen sich Fahrgastwechselzeiten verkürzen, da der Fahrgastfluss innerhalb eines Zuges beschleunigt werden kann.“

Fahrgäste mit Gepäck, Kinderwagen, Rollstühlen und Gehhilfen könnten sich im Zug bequemer bewegen. Der Platz, den längere und breitere Tram-Bahnen benötigen, sei verhältnismäßig gering.

Die Münchner Stadtwerke und die Verkehrsbetriebe hätten das bereits „grob vorgeprüft“. Weitere Untersuchungen seien aber nötig.

dpa/lby/jh

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