Münchner, euer (!) Müll

Neue Kampagnen: AWM will Münchner bei der Müllentsorgung mehr in die Pflicht nehmen 

Papiertonnen quellen laut AWM meist deshalb über, weil Kartonagen nicht gefaltet werden.
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Papiertonnen quellen laut AWM meist deshalb über, weil Kartonagen nicht gefaltet werden.
  • Marie-Julie Hlawica
    vonMarie-Julie Hlawica
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In einer Pressekonferenz des AWM sprach Kristina Frank darüber, dass sie die Münchner Bürger bei der Müllentsorgung mehr in die Verantwortung nehmen möchte.

  • Der Abfallwirtschaftsbetrieb möchte die Münchner mehr in die Pflicht nehmen.
  • Darüber sprach gestern Kommunalreferentin Kristina Frank bei der Pressekonferenz der AWM.
  • Es sind zwei neue Werbe-Kampagnen geplant.

München - Jetzt im Lockdown zeigt sich, wo es in München hakt: München wirft zu viel weg. Gerade nach schönen Wochenenden ist die Stadt voll von überquellenden Mülleimern und leeren Einwegverpackungen.

Deshalb nimmt Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) bei der Pressekonferenz des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWM) die Bürger der Landeshauptstadt in die Pflicht. Frank will 2021 weg vom alten AWM-Slogan: „Euer Müll unsere Verantwortung“. Er suggeriere etwas Falsches. „Ich möchte die Münchner mehr in die Verantwortung nehmen.“

Franks Kollegin Sabine Schulz-Hammerl hat dazu Zahlen aus den Haushalten: „Etwa 30 Prozent mehr Sperrmüll wurde 2020 in die Wertstoffhöfen gebracht.“ Das Papiervolumen hat sich ebenfalls vervielfacht:

„Grund ist die Zunahme an Verpackungsmüll durch Lieferdienste – und die Nachlässigkeit der Münchner, diese Kartonagen zu zerkleinern“, bedauert sie. Auch, dass an den Wertstoffinseln leere Flaschen und volle Mülltüten abgestellt, statt eingeworfen werden, sei ein Unding. Deshalb sind zwei neue Werbe-Kampagnen geplant.

Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) und Kollegin Sabine Schulz-Hammerl bei der Pressekonferenz des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWM).

Ziel: München zur ersten „Zero-Waste“-Millionenstadt küren

Die AWM-Chefin: „Die erste dreht sich um Kartonagen, im zweiten Halbjahr werden wir das Thema Abfallvermeidung nochmal angehen.“ Schon ab April gibt es zudem fünf Mitmach-Bürger-Workshops.

Dazu erleichtere der überarbeitete Internet-Auftritt den Nutzern mit „besserer Bildsprache und Top-Navigation“ den Weg durch den Münchner Mülldschungel – ob Versteigerungen, Click & Collect bei Halle 2 oder Reparatur-Anleitungen, um den defekten Toaster wieder in Gang zu bringen.

Die AWM geht schon mit gutem Beispiel voran: mit Müll­einsparungen in der Stadtverwaltung und dem ersten Elektro-Müllfahrzeug, das fünf Touren am Tag fährt und es auf maximal 27 Tonnen Gesamtgewicht bringt.

Erklärtes Ziel ist, München zur ersten „Zero-Waste“-Millionenstadt zu küren. Im November 2020 hat der Stadtrat beschlossen, an dem Müllfreiheit-Wettbewerb, der 2022 deutschlandweit startet, mitzumachen und diesen für sich entscheiden. Frank: „Denn der beste Müll ist der, der nicht entsteht.“

Sensoren und neuer Lebensraum

250 Altkleidercontainer der AWM werden bis Jahresende mit Sensoren ausgestattet, die dann ihren Füllstand melden, um Leerfahrten der Sammelwagen zu vermeiden.

Die erste „Teststrecke“ mit 80 Sensor-Containern führt durch die Stadtteile Moosach, Nymphenburg, Neuhausen und Laim. Die Kommunikation mit Wittmann und Remondis, die die Wertstoff­inseln bedienen, sei verbessert worden: Es werde nun auch öfter geleert.

Am Münchner Müllberg werde zudem weiter rekultiviert, um der Natur elf Hektar Lebensraum für Kröten, Echsen und Ödlandschrecken zurückzugeben. Nebeneffekt des 32 Millionen Euro teuren grünen Projekts: Es gleicht 5000 Tonnen CO2 aus.

Marie-Julie Hlawica

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