1. hallo-muenchen-de
  2. München
  3. München Mitte

Zahl der Wohnungslosen soll bayernweit erfasst werden

Erstellt:

Kommentare

Leben auf der Straße: Nächstes Jahr soll es offizielle Zahlen zur Obdachlosigkeit geben. Derzeit liegen dem Sozialreferat Schätzungen vor.
Leben auf der Straße: Nächstes Jahr soll es offizielle Zahlen zur Obdachlosigkeit geben. Derzeit liegen dem Sozialreferat Schätzungen vor. © dpa

Rund 9000 Personen sind in München derzeit wohnungslos. Die Arbeiterwohlfahrt will solche Statistiken jetzt bayernweit einführen

Niemand weiß genau, wie viele Menschen in Bayern von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Für München liefert das Sozialreferat jedoch Zahlen: „Die aktuelle Wohnungslosenzahl ist statistisch erfasst und wird monatlich aktualisiert“, sagt Edith Petry vom Sozialreferat. Rund 9000 Personen sind in München derzeit wohnungslos. Sie sind in Notquartieren, Clearinghäusern und Beherbergungsbetrieben untergebracht.

Dass solche Zahlen nicht nur auf kommunaler Ebene, sondern landesweit erfasst werden, fordert nun der Landesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Thomas Beyer (kl. Foto). „Im Sozialbericht Bayern 2017 werden lediglich Zahlen von 2014 genannt“, moniert er. Die Wohnungslosenstatistik würde eine konkrete Grundlage liefern, welche Hilfsangebote wo gebraucht werden. Klar ist: „In Ballungsräumen herrscht eine angespannte Situation.“

In München leben 500 Menschen auf der Straße

Sichtbar wird dies vor allem durch Obdachlose, die auf der Straße leben – in München etwa 500. Diese Zahl werde derzeit von Streetworkern geschätzt. „Es ist geplant, nächstes Jahr eine offizielle Erfassung der Obdachlosen in München über den Stadtrat in Auftrag zu geben“, so die Sozialreferat-Sprecherin weiter.

Die Zahl der Obdachlosen variert je nach Jahreszeit. „Im Sommer gehen wir von einer höheren Zahl aus, da hier der Zustrom der EU-Ausländer nochmal größer ist“, sagt Petry. „Diese Personen kommen oftmals nach München, um hier zu arbeiten, haben aber in der Regel nicht das Geld, um sich eine Wohnung zu leisten.“

Dass es unter anderem hohe Mietpreise sind, die Menschen mit geringem Einkommen in die Wohnungslosigkeit treiben, bestätigt auch Beyer. Die Lösung? „Wohnraum für die unteren Einkommensschichten zu schaffen“, so der AWO-Chef. S. Obermeir

Definition

Als wohnungslos gilt, wer über keinen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügt und in eine kommunale Wohnung oder in ein Heim der Wohnungslosenhilfe eingewiesen wird. Obdachlos hingegen sind Menschen, die über keinen festen Wohnsitz verfügen und im öffentlichen Raum, im Freien oder in Notunterkünften übernachten. Obdachlosigkeit ist somit Bestandteil der Wohnungslosigkeit.

Auch interessant

Kommentare