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Wenn Supermänner Hilfe brauchen

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Statistiken belegen, dass Männer sich scheuen, Hilfe zu suchen. Die Kontaktaufnahme mit Hilfestellen ist deshalb oftmals die größte Hürde bei der Suche nach Unterstützung.
Statistiken belegen, dass Männer sich scheuen, Hilfe zu suchen. Die Kontaktaufnahme mit Hilfestellen ist deshalb oftmals die größte Hürde bei der Suche nach Unterstützung. © PantherMedia / Anton Brand

München – Der Leistungsdruck für Münchner Männer ist enorm: Zum Weltmänner-Tag stellt Hallo die Anlaufstelle für ratsuchende Münchner vor

Drängende Deadlines, immer größere Herausforderungen im Beruf, morgens pünktlich die Kleinen zur Kita bringen – der Leistungsdruck für Münchner Männer ist enorm. Manchen sogar zu groß. Aber: „In ihren Köpfen herrscht noch immer das Denkmuster: Ich habe keine Probleme, ich löse sie“, sagt Andreas Schmiedel, Sozialpädagoge und Leiter des Münchner Informationszentrums für Männer. Statistiken belegen, dass Männer sich scheuen, Hilfe zu suchen. Die größte Hürde daher: Kontakt aufnehmen. „Ein Mann hat nach 25 Berufsjahren festgestellt: Mir gefällt nicht, was ich hier mache. Das muss ich ändern“. Einzel- und Gruppengespräche helfen dann dabei.

Über ihre Arbeit in der Gewaltprävention hinaus, stellen Schmiedel und sein Team traditionelle Rollenbilder in Frage und wollen die Ausdrucksmöglichkeiten männlicher Eigenschaften entdecken.

Andreas Schmiedel (rechts) ist Sozialpädagoge und Leiter des Münchner Informationszentrums für Männer.
Andreas Schmiedel (rechts) ist Sozialpädagoge und Leiter des Münchner Informationszentrums für Männer. © privat

Die Motive, das Angebot in Anspruch zu nehmen seien vielfältig. Eine Trennung vom Partner, die bevorstehende Rente, Unzufriedenheit im Beruf, Probleme in der Partnerschaft. „Die Männer stellen fest: Das, was von mir gewollt wird, passt gar nicht zu mir“, erklärt Schmiedel. „Wir bieten den Raum, um darüber zu sprechen.“

Seit 30 Jahren existiert das Männerzentrum. Manche gesellschaftliche Normen und Zwänge haben sich seither verbessert. Heute gebe es ein erhöhtes Bewusstsein für die Unterschiede zwischen Mann und Frau und die Gleichberechtigung. Doch solange es für Frauen schwieriger ist, in Führungspositionen zu kommen oder sie schlechter verdienen, sei es schwer, traditionelle Rollenbilder aufzubrechen.

In München komme eine besondere Situation hinzu, so Schmiedel. „Das alleinige Familieneinkommen zu bestreiten, ist für die meisten bei diesen Lebenserhaltungskosten nicht möglich.“ Männer müssen sich deshalb bei der Erziehung und im Haushalt einbringen. Ob es dabei in München ein Vorbild für Männer gibt? „Bestimmt viele“, sagt Schmiedel. „Aber man sollte sich nicht auf eines festlegen. Das Vorbild muss zu jedem Mann individuell passen“. Das kann dann Superman, der eigene Vater, oder der Partner sein.

Sebastian Obermeir

Gewaltprävention des Männerzentrums

Das Münchner Informationszentrum für Männer (MIM) an der Feldmochingerstraße 6 ist 1988 aus einer Selbsthilfegruppe entstanden. Neben der Selbsthilfe und Selbsterfahrung bietet es Angebote zur Gewaltprävention und -verarbeitung. Opfer und Täter in Fällen von häuslicher oder sexueller Gewalt finden hier Hilfe. 

Terminvereinbarungen sind telefonisch unter 54 39 556 am Montag von 10 bis 12 Uhr und Dienstag und Donnerstag von 12 bis 14 Uhr möglich.
Weitere Informationen unter: www.­maennerzentrum.de

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