Wer die Welt bereist, liebt die Heimat

Siegfried Rauch

weiß, wo seine Heimat ist: Auf einem rund 260 Jahre alten Bauernhof mit drei Hektar Wald bei Murnau, wo er seit 30 Jahren lebt. „Erst, wenn man viel unterwegs war, weiß man, wie schön unsere Heimat ist“, betont der 78-Jährige. „Deswegen empfehle ich allen Jungen, viel zu reisen.“ Bezaubert ist der Naturmensch auch von der Dokumentation über Russland, der er im Kino seine Stimme leiht (siehe Kasten unten). „Da würde ich gern mal hin – die Einsamkeit muss toll sein“, so der TV-Star. Maren Kowitz Alter: Ich wäre schon lieber jünger, aber wenigstens spare ich mir das Gedächtnistraining – da kommen fünf Drehbücher, und dann passt das. Bauernhof von 1750 haben wir vor 30 Jahren bei Murnau gekauft. Der hat Atmosphäre und 70 Zentimeter dicke Mauern – da fühlt man sich geborgen. Charaktere: Obwohl ich in vielen Serien spiele, werden meine Charaktere nie langweilig. Es sind ja doch sehr verschiedene. Der Bergdoktor: Von der Serie, in der ich den „alten Bergdoktor“ spiele, gibt es im Januar wieder neue Folgen. Berge sind halt meine Heimat. Ernte: Ich träume davon, mal die Zeit zu haben, meinen Weinberg in der Toskana in Ordnung zu bringen und meine Olivenbäume zuzuschneiden. Familie: Meine Karriere war immer die Familie. Meine Frau und die Söhne standen an erster Stelle. Meine Söhne leben mit Familie noch in der Nähe. Goldene Hochzeit feiern meine Frau Karin und ich 2014. Das ist schon eine Leistung – für einen Schauspieler allemal. Bei meinen Kollegen traut man sich schon nicht mehr fragen, wie’s der neuen Frau geht – er könnte schon die nächste haben. Heinz Weiss: Mein Vorgänger als Traumschiff-Kapitän ist ja leider gerade gestorben. Ich habe ihn sehr geschätzt. Er war ein faszinierender Mensch. Internationale Karriere: Ich habe einige Hollywood-Filme gedreht, zum Beispiel „Patton“. Aber ich wollte nie nach L.A. ziehen. Was nützt mir Karriere, wenn ich unglücklich bin? Jugend erlebt heute eine andere Zeit, da muss man sich reindenken. Aber ich finde die Jugend ganz toll. Kinder sind so offen und umkompliziert. Kaviar: Die Simmel-Verfilmung „Es muss nicht immer Kaviar sein“ war mein Durchbruch im deutschen Fernsehen. Dazu schrieb ich ein Kochbuch. Da wird es bald eine Neuauflage geben – mit meinen Memoiren. Langeweile: Im Gegenteil... Es macht mich manchmal traurig, dass ich so wenig Zeit habe – ich hätte noch so viel vor. Motorrad: Bin früher immer mit dem Motorrad zur Filmerei – nach Zürich, nach Rom. Ich wollte immer mal die Route 66 fahren, aber das ging aus Zeitgründen nie. Natur: Ich bin sehr naturbegeistert. Bei der Russland-Dokumentation, die ich gerade gesprochen habe, hat es mir teilweise die Sprache verschlagen vor Staunen. Old Shatterhand: Habe ich 1980 in einer TV-Serie an der Seite von Pierre Brice als Winnetou gespielt. Dabei habe ich keinen einzigen Karl May gelesen, aber mein Sohn hat sie alle verschlungen. Pfeife rauche ich immer noch gerne – zum Leidwesen meiner Frau. Aber schließlich leben Pfeifenraucher länger. Queen: Habe 1970 mit Steve McQueen „Le Mans“ gedreht, als gerade mein kleiner Sohn geboren wurde. Er kam mit nach Murnau und ist Taufpate geworden. Leider ist er ja so früh gestorben. Russland: Dort war ich leider noch nie. Aber der Film hat große Lust gemacht. Diese Einsamkeit muss toll sein. Singen: Ich singe sehr gerne – am liebsten Swing. Im Oktober habe ich in Weilheim ein Konzert für einen wohltätigen Zweck gegeben. Traumschiff: War überrascht als Bayer Kapitän zu werden. Der Produzent hatte 20 Schauspieler in der Endauswahl und meinte, mir würde die Kapitänsmütze am besten stehen. Unterwegs: Das ist das schönste an der Schauspielerei: Man kommt viel rum. In zwölf Jahren „Traumschiff“ habe ich die Welt bereist. Von Januar bis April drehen wir auf Tahiti. Vorsätze: Ich habe keine guten Vorsätze, ich bin ja eh so brav. Was will man denn da noch verbessern? Wald: Bewirtschafte drei Hektar Wald. Das Arbeiten dort macht mir Spaß, und meine Kinder und Enkel und Urenkel müssen nie frieren. X-Beine: Ich habe weder X-Beine noch O-Beine. Aber ich schaue gerne den FC Bayern. Meine Lieblinge sind der Schweinsteiger und der Müller. Yoghurt: In Bulgarien werden viele Menschen 100 Jahre und älter. Ihr Geheimnis: Yoghurt und Knoblauch. Zukunft: Man sollte immer von etwas träumen. Aber zu arrogant sollte man nicht die Zukunft bestimmen – das macht ein anderer. Russland-Reise: Großes Kino – gratis 3,5 Jahre Produktionszeit, mehr als 100 000 Reisekilometer und über 600 Stunden Rohmaterial – die Filmemacher Jörn Röver und Henry M. Mixn zeigen in ihrer aufwändig gedrehten Naturdokumentation „Russland – im Reich der Tiger, Bären und Vulkane“ Wildnis, die kaum jemand je zu Gesicht bekommen hat: Elche im inneren Ural, Amur-Tiger am Pazifikstrand, Riesenseeadler in Kamtschatka, Eisbären auf der Jagd in der Arktis oder Robben im Baikalsee. Am 13. Januar startet der Film in Münchner Kinos, wie Mathäser, Cinemaxx oder Münchner Freiheit. Wir verlosen 10x2 Kinokarten. Wer gewinnen will, schreibt an aktion@hallo-muenchen.de. Stichwort: Bär

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