Was wird neu 2017? Die große Jahresvorschau der Viertel-Chefs

Macht die Maxvorstadt nicht kaputt!

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Bald werden statt der acht nur noch fünf Spuren die Maxvorstadt durchqueren: 2017 soll die Sanierung des Altstadtringtunnels endlich im Stadtrat verabschiedet werden.

Es ist eines der am dichtesten besiedelten Viertel Münchens. Die Universitäten und die Museen machen das Viertel zusätzlich zu einem Besuchermagneten. Der Chef im Viertel ist der Polizeibeamte Christian Krimpmann (39). In Hallo München spricht der BA-Chef über die Entwicklungen im Jahr 2017.

Was sehen Sie als größte Herausforderung des Viertels?

Wir haben jetzt knapp 54 000 Bewohner in der Maxvorstadt, 2005 waren es noch 42 000. Das ist grundsätzlich schwierig. Die Frage ist, ab wann man so einen attraktiven Raum kaputt wohnt – durch Nachverdichtung und Aufstockung. So verlieren wir die jungen Familien, die Rentner können sich das nicht mehr leisten. Da muss man über eine Limitation nachdenken. Und über attraktive Carsharing-Modelle. Mehr Autos gehen nicht mehr in der Maxvorstadt.

Apropos Autos, wie geht es jetzt weiter mit dem Altstadtring, der im Zuge einer Sicherheitssanierung von acht auf fünf Fahrspuren verengt werden soll und eine OberflächenQuerung bekommen soll?

Anfang des Jahres wird der Projektauftrag des Baureferats in den Stadtrat kommen. Die Sanierung wird voraussichtlich Ende 2017/Anfang 2018 beginnen und fünf Jahre dauern. Wir fordern aber weiterhin eine Abkoppelung der Oberflächengestaltung von der Sanierung und eine neue Überplanung, während des Tunnelumbaus. Dann möchten wir eine Oberflächengestaltung, die dieser Örtlichkeit würdig ist und einen adäquaten Übergang zum Kunstareal. Das müsste auch gar nicht so viel kosten, wir reden von Straßenbeleuchtung, gut abgestimmter Grünfläche, einigen Parkbänken und Gehwegbreiten, die man gestalten kann. Mit den Anliegern sprechen, was möglich wäre, auch auf deren Privatgrund.

Wo sehen Sie noch Handlungsbedarf?

Der Fahrradweg in der Gabelsbergerstraße statt der zweiten Fahrspur. Es werden trotzdem nicht weniger Autos, jetzt gibt es dort ständig Stau. Das ist nicht ökologisch sinnvoll und sowohl Auto-Fahrer, Anwohner als auch Radfahrer beschweren sich. Alles nur, weil es auf eine Spur reduziert wurde. Das war ein klarer Fehler. Es wäre ein logischer Schritt, das rückgängig zu machen.

Wie schätzen Sie die Lage am Alten Botanischen Garten ein?

Da ist sehr viel Spielraum nach oben. Die Polizei ist mit hohem Kontrolldruck da drinnen. Aber es liegt in der Verantwortung der gesamten Gesellschaft, die Aufenthaltsqualität dort wieder aufzuwerten. Drogenabhängige nutzen das als Rückzugsort, weil es geht. Die Öffentlichkeit sollte den Raum wieder mehr für sich beanspruchen. Der BA könnte versuchen, Kunstprojekte dort rein zu bringen. Vielleicht ließe sich auch gestalterisch etwas machen, den Park einsichtiger machen. Wichtig wäre auch, bei der Neugestaltung des Bahnhofplatzes die Auswirkungen auf den Alten Botanischen Garten nicht außen vor zu lassen.

Was tut sich an der Dachauer Straße mit dem geplanten Neubau des Gesundheitszentrums?

Das Projekt steht noch am Anfang, dieses Jahr wird der Abriss passieren. Wie der Neubau konkret aussehen wird, wird sich erst im Laufe des Jahres konkretisieren. Uns ist wichtig, dass die Anwohner beteiligt und vor allem ausreichend informiert werden. Sie haben schon konkrete Vorstellungen zum Thema Durchwegung, Anbindung zum Maßmannpark, Freiraum- und Grüngestaltung.

Welche Feste werden gefeiert?

Das Baureferat plant ja noch ein Fest am neu gestalteten Josephsplatz, wir werden unser Kinder- und Bürgerfest feiern und das Kunstareal organisiert im Juni wieder das große Kunstarealfest.

Maren Kowitz

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