»Trennt Schwabing-Freimann«

Hannelore Scholz auf einer Bank im Grünen – damit es so idyllisch am Carl-Orff-Bogen in Freimann bleibt und nicht noch mehr Verkehr ins Viertel geleitet wird, wünscht sich die Münchnerin einen eigenen Bezirksausschuss für Freimann. „Wir brauchen mehr Interessensvertreter“, sagt sie. Foto: bit

Bürger im Norden der Stadt fordern eigenen Bezirksausschuss – Viertel-Chef ist dagegen Freimann

Der Bezirksausschuss (BA) Schwabing-Freimann hat 31 Mitglieder – nur neun davon kommen aus Freimann. Für Hannelore Scholz ist das nicht tragbar. Denn: „Wir Freimanner fühlen unsere Interessen nicht richtig vertreten“, sagt sie. Deshalb hat sie in der letzten Bürgerversammlung einen Antrag gestellt, dass Freimann von Schwabing getrennt wird und einen eigenständigen BA bekommt. Der Antrag wurde mit Mehrheit angenommen. Seit Jahren fühlen sich die Freimanner als Anhängsel von Schwabing, sagt Hannelore Scholz. „Alle Negativ-Einrichtungen haben wir abbekommen.“ Als Beispiele nennt die 61-Jährige den Müllberg, das Stadion, die Klärschlammanlage, die Autobahn – geplant sei jetzt auch noch ein zusätzlicher Baumarkt, der auch wieder mehr Verkehr ins Wohnviertel leiten werde. „Wir sind aber eh schon so geplagt – wenn die Bayern spielen, ist hier rund um den Carl-Orff-Bogen alles zugeparkt“, sagt Anwohnerin Karin Wagner. Dabei sei sie einst an die Heide gezogen, um Ruhe zu haben. „Die Stadt hat die Siedlung ja auch mit Ruhe im Grünen beworben“, merkt sie an. Mehr als 5000 Wohneinheiten seien hier in den letzten 20 Jahren entstanden, betont Hannelore Scholz – mehr Bevölkerung brauche aber auch mehr Interessensvertreter, meint sie. „Die Schwabinger BA-Mitglieder kennen sich ja hier in Freimann gar nicht aus. Die können unsere Anliegen doch gar nicht nachvollziehen.“ Wie schlimm etwa die Verkehrsproblematik sei, könne man nur verstehen, wenn man auch vor Ort wohne. „Aber die meisten sind aus Schwabing, sogar der Vorsitzende“, sagt sie. So „schauen wir immer in die Röhre mit unseren Wünschen“. Dem allerdings widerspricht BA-Chef Werner Lederer-Piloty: „Die Schwabinger im BA 12 und die aus der Alten Heide haben Freimann ins Herz geschlossen“, betont er. Den Antrag an die Stadt sieht er gelassen: „Jedes Jahr kommt hier ein entsprechender Bürgerantrag aufs Tableau. Letztes Jahr hat die Versammlung für die Beibehaltung eines BA für Freimann und Schwabing gestimmt“, sagt er. Er selbst sei ebenfalls gegen eine Trennung: „Kostet der Stadt wieder mehr, bedeutet höheren Verwaltungsaufwand und bringt nichts.“ Hannelore Scholz indes zeigt sich kämpferisch: „Wir setzen das jetzt durch.“ Letztlich wird’s das Direktorium der Stadt nach den Ferien entscheiden... Tanja Bitterer

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