Kaputte Einstiegshilfen

Trambahnfahren ist eine Glückssache für Rollstuhlfahrer

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Nicht immer funktioniert das Einsteigen in die Trambahn für Hendrik Heinig so gut. Deshalb fordert Dagmar Föst-Reich, dass auf der Linie 23 auch Fahrzeuge mit zusätzlichen Rampen fahren.

Schwabing: Tramfahren kann zur Herausforderung werden für Rollstuhlfahrer wie Hendrik Heinig: Es gibt zu wenig Einstiegshilfen.

Wenn Hendrik Heinig mit der Trambahn zur Arbeit fährt, ist dies momentan ein Glücksspiel für ihn. Er sitzt im Rollstuhl und ist auf eine Einstiegshilfe angewiesen. Doch auf der Linie 23 zwischen Parkstadt Schwabing und Münchner Freiheit steht er häufig hilflos vor der Lücke zwischen Bordstein und Trambahn. „Es gibt derzeit täglich das Problem, dass die Hublifte nicht funktionieren. Aber ich bin darauf angewiesen“, sagt Heinig. Die elektrischen Lifte seien anfällig für Split und Streusalz und deshalb im Winter regelmäßig außer Betrieb, berichtet Heinig. Als Alternative gibt es eigentlich Straßenbahnen mit Liften und zusätzlich Rampen, die der Fahrer per Hand ausklappen kann. Allerdings kommen solche Modelle auf der Linie 23 nicht zum Einsatz. 

Zu schwere Fahrzeuge für die Schenkendorfbrücke?

Dagmar Föst-Reich (FDP) aus dem Bezirksausschuss Schwabing-Freimann vermutet, dass diese Fahrzeuge zu schwer für die Schenkendorfbrücke sind, die sie überqueren müssen. Sie will deshalb die Brücke nachrüsten lassen. Denn gerade auf dieser Strecke seien viele Rollstuhlfahrer unterwegs, weil es in der Domagksiedlung und der Parkstadt Schwabing einige behindertengerechte Wohnungen gebe, so Föst-Reich. 

Der Pressesprecher der MVG, Matthias Korte, teilte allerdings auf Hallo-Nachfrage mit: „Wir haben kein Problem mit der Schenkendorfbrücke. Das Bauwerk ist grundsätzlich so ausgelegt, dass alle Trambahnen darüber fahren können.“ Im gesamten Stadtgebiet gebe es nur für die Äußere Ludwigsbrücke Einschränkungen. 

Nur 22 Züge haben zusätzliche Rampen

Dort dürften acht Züge des Typs Avenio nicht fahren. Das Problem sei vielmehr, dass derzeit nur 22 von 110 Zügen zusätzliche Rampen hätten. „Diese größeren Züge werden aufgrund ihrer Kapazität an anderer Stelle im Liniennetz dringender gebraucht“, sagt Korte. Für Rollstuhlfahrer bedeute das im Falle eines kaputten Liftes auf die nächste Trambahn zu warten, so Korte. Heinig hat hilfsbereite Nachbarn: „Sie heben mich in die Trambahn“, sagt er. Andreas Schwarzbauer/laf

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