Habicht soll die Vögel aus der Passage vertreiben

Hillary jagt in der Hofstatt

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Falkner Günther Rau und seine Hillary
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Habicht Hillary auf einer der Lampen, die Tauben als Brut- und Nistplätze dienen.
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Habicht Hillary auf einer der Lampen, die Tauben als Brut- und Nistplätze dienen.
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Center-Managerin Andrea Brandt am Eingang der Hofstatt-Passage.
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Mit ausgebreiteten Flügeln segelt Habicht Hillary durch die Einkaufspassage. „Hillary soll die Tauben aus der Hofstatt vertreiben, die sich gerne dort in den Lampen einnisten“, erklärt Falkner Günther Rau. Wieso die Hofstatt zu solch ungewöhnlichen Maßnahmen greift, was die Stadt gegen die Tauben unternehmen will, lesen Sie hier.

Biete: Helle, Viertelquadratmeter große Designer-Suite mit Fußbodenheizung und Versorgungsmöglichkeiten in der Hofstatt, der Einkaufspassage in der Sendlinger Straße. An Tauben jeglicher Art und Güte zu vergeben. Mit dem witzigen Immobilien-Inserat wollte Anwohnerin Monika Oberndorfer auf der Bürgerversammlung Altstadt jüngst auf ein ernstes Thema aufmerksam machen. Sie erklärte, die Tauben hätten die großen Lampen in der Passage der Hofstatt als warme und sichere Brut- und Nistplätze entdeckt und forderte die Stadt auf, gegen die zunehmende Taubenpopulation in der Hofstatt und in der City im Allgemeinen vorzugehen.

In der Hofstatt selbst habe man allerdings längst Schritte unternommen, viel Geld und Zeit investiert, betont Center-Managerin Andrea Brandt. Schließlich sei für die Hofstatt, die jährlich rund fünf Millionen Besucher zähle, die Kundenfrequenz sehr wichtig. „Für uns war es elementar, das Problem in den Griff zu bekommen. Wir haben uns mehrfach mit der Stadt und Experten besprochen, was man unternehmen kann und darf.“

Die Stadt hat jetzt auch die Genehmigung erteilt, einen Falkner einzusetzen, der seit einem Monat mit seinem Habicht in der Hofstatt die Tauben vertreibt. „Es geht hauptsächlich darum, einen Feinddruck zu erzeugen, weil die Tauben sonst in der Stadt keine natürlichen Feinde haben“, erklärt Falkner Günther Rau. „Erwischen tut Hillary recht selten eine Taube – die sind kleiner und wendiger als sie.“

Der Einsatz des Falkners ist die Krönung eines kostspieligen und intensiven Kampfes gegen die Tauben: „Vor drei Wochen haben wir die exklusiven Designerlampen abnehmen und mit elektrischen Drähten versehen lassen, damit sich die Tauben nicht mehr darauf niederlassen – für einen fünfstelligen Beitrag. Außerdem hat das Centermanagement, Hines Immobilien, 2016 einen sechsstelligen Betrag investiert, um die Tiefgarage auf allen drei Ebenen vernetzen zu lassen, so dass keine Tauben mehr hinein können“, sagt Brandt.

Mit dem Erfolg der Anstrengungen sei man zufrieden. „Aber wir wünschen uns, dass die Stadt weitere Maßnahmen trifft, um dem Taubenproblem in der Innenstadt beizukommen“, betont Brandt. Das städtische Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) verfolgt laut Sprecher Dr. Alois Maderspacher zwei Ansätze beim Kampf gegen die Taubenproblematik: „Einerseits das Fütterungsverbot, das vom Kreisverwaltungsreferat verfolgt und mit Bußgeldern belegt werden kann“, so Maderspacher. „Andererseits haben wir ein Dutzend Taubenhäuser im Stadtgebiet, mehrere sind noch in Planung.“ Die vom Tierschutzverein betreuten Häuser würden die Tierpopulation an diesen Standorten bündeln, die Verschmutzung bliebe im Haus und die Eier würden regelmäßig ausgetauscht, um die Vermehrung der Tauben zu unterbinden. Maren Kowitz

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