2,6 Millionen Euro schweres Maßnahmenpaket in der Offenen Altenarbeit

Streetwork für Senioren

Ob im Park, am Friedhof oder in Einkaufszentren: Die Stadt Sozialpädagogen dorthin senden, wo sich vermehrt Senioren treffen, um als Türöffner für Unterstützung zu fungieren.
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Ob im Park, am Friedhof oder in Einkaufszentren: Die Stadt Sozialpädagogen dorthin senden, wo sich vermehrt Senioren treffen, um als Türöffner für Unterstützung zu fungieren.

München – Altersarmut ist ein massives Problem: Mit einem Maßnahmenpaket will das Sozialreferat älteren Menschen, die von Armut betroffen sind, jetzt mehr gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen

Das „Gesamtkonzept Münchner Altenhilfe“ wurde vor exakt einem Jahr beschlossen, jetzt legt das Sozialreferat nach: Es präsentiert ein 2,6 Millionen Euro schweres Maßnahmenpaket, das vor allem älteren Menschen, die von Armut betroffen sind, mehr gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen soll.

Ein zentraler Punkt daraus: das Pilotprojekt „SAVE – Seniorinnen und Senioren aufsuchen im Viertel durch Experten“. Sieben Sozialpädagogen besuchen Orte, an denen sich vermehrt Senioren treffen, sprechen diese an, bieten Unterstützung und weisen auf Angebote hin. „Das ist eine Art Streetwork für Senioren“, sagt Sozialreferentin Dorothee Schiwy.

Gratis Mittagstisch und günstigere Kulturangebote

Wie schnell die Sozialpädagogen im Park, auf Friedhöfen oder in Einkaufszentren ins Gespräch kommen, werde sich noch zeigen müssen. „Es wird interessant, wie sich das Projekt entwickelt“. Es startet zunächst in vier Vierteln. Welche das sind, steht jedoch noch nicht fest – mehrere Faktoren sollen berücksichtigt werden, etwa die Alterstruktur im Viertel. Über „SAVE“ hinaus sollen die präventiven Hausbesuche verstärkt werden.

Sozialreferentin Dorothee Schiwy ist gespannt, wie sich das kürzlich gestartete Pilotprojekt „SAVE“ künftig entwickeln wird.

Weitere Maßnahmen betreffen die Alten- und Service-Zentren (ASZ): Zunächst soll der Mittagstisch in jedem ASZ mindestens dreimal pro Woche stattfinden. Für Senioren mit geringem Einkommen soll er kostenlos sein. Ebenso sollen Kultur- und Freizeitangebote der ASZ, von Einrichtungen der offenen Altenarbeit und aus dem Seniorenprogramm der Erwachsenenbildungseinrichtungen günstiger werden: Menschen mit einem Einkommen unter 1350 Euro sollen nur die Hälfte der Teilnahmegebühren bezahlen müssen.

Damit die Angebote auch wahrgenommen werden, sieht die Beschlussvorlage eine Informationskampagne und eine zentrale Koordinierungsstelle vor, die kostengünstige und -freie Angebote zusammenstellt. Außerdem geplant: eine Hauswirtschaftsbörse, angegliedert an die bestehende Pflegebörse.

S. Obermeir

Altersarmut

Derzeit leben in München rund 266 000 Menschen, die 65 Jahre oder älter sind. Davon sind laut Sozialreferat mindestens 25 Prozent von Alters­armut betroffen. Ausgegangen wird dabei von einer Armutsrisikogrenze von 1350 Euro netto für einen Ein-Personen-Haushalt. Bis 2035 wird die Zahl der ab 65-Jährigen voraussichtlich um knapp 65 000 Personen steigen.

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