1. hallo-muenchen-de
  2. München
  3. München Mitte

Statt 26 auf einmal 80 Jahre alt: Hallo schlüpft in den Altersanzug

Erstellt:

Kommentare

München - Einmal ausprobieren, wie es sich anfühlt, tatsächlich älter zu sein: Das hat Hallo-Mitarbeiterin Sabina Kläsener exklusiv getestet

Aufstehen, ein Buch lesen, Treppen steigen - für Hallo-Mitarbeiterin Sabina Kläsener wird mit dem Altersanzug ganz Alltägliches zur Herausforderung.
1 / 22Aufstehen, ein Buch lesen, Treppen steigen - für Hallo-Mitarbeiterin Sabina Kläsener wird mit dem Altersanzug ganz Alltägliches zur Herausforderung. © in
Aufstehen, ein Buch lesen, Treppen steigen - für Hallo-Mitarbeiterin Sabina Kläsener wird mit dem Altersanzug ganz Alltägliches zur Herausforderung.
2 / 22Aufstehen, ein Buch lesen, Treppen steigen - für Hallo-Mitarbeiterin Sabina Kläsener wird mit dem Altersanzug ganz Alltägliches zur Herausforderung. © in
Aufstehen, ein Buch lesen, Treppen steigen - für Hallo-Mitarbeiterin Sabina Kläsener wird mit dem Altersanzug ganz Alltägliches zur Herausforderung.
3 / 22Aufstehen, ein Buch lesen, Treppen steigen - für Hallo-Mitarbeiterin Sabina Kläsener wird mit dem Altersanzug ganz Alltägliches zur Herausforderung. © in
Das ist er: Der Altersanzug, der Sabina Kläsener auf einmal altern lassen soll.
4 / 22Das ist er: Der Altersanzug, der Sabina Kläsener auf einmal altern lassen soll. © in
Es bedarf einer genauen Einführung von Alexander Wild, damit man sich nicht gleich sofort übernimmt.
5 / 22Es bedarf einer genauen Einführung von Alexander Wild, damit man sich nicht gleich sofort übernimmt. © in
Alexander Wild hilft Sabina Kläsener in den Anzug.
6 / 22Alexander Wild hilft Sabina Kläsener in den Anzug. © in
Aufstehen, ein Buch lesen, Treppen steigen - für Hallo-Mitarbeiterin Sabina Kläsener wird mit dem Altersanzug ganz Alltägliches zur Herausforderung werden.
7 / 22Aufstehen, ein Buch lesen, Treppen steigen - für Hallo-Mitarbeiterin Sabina Kläsener wird mit dem Altersanzug ganz Alltägliches zur Herausforderung werden. © in
Noch ist alles in Ordnung. Die Manschetten sollen ein höheres Gewicht simulieren.
8 / 22Noch ist alles in Ordnung. Die Manschetten sollen ein höheres Gewicht simulieren. © in
Die letzten Handgriffe.
9 / 22Die letzten Handgriffe. © in
Die letzten Handgriffe.
10 / 22Die letzten Handgriffe. © in
Fertig: Von 26 auf 80 in fünf Minuten.
11 / 22Fertig: Von 26 auf 80 in fünf Minuten. © in
Erst einmal orientieren, damit einem nicht sofort schwindlig wird.
12 / 22Erst einmal orientieren, damit einem nicht sofort schwindlig wird. © in
Da werden sofort die Augen zusammen gekniffen, denn durch den Anzug sieht man gleich viel schlechter.
13 / 22Da werden sofort die Augen zusammen gekniffen, denn durch den Anzug sieht man gleich viel schlechter. © in
Da wird Hilfe sehr gerne angenommen.
14 / 22Da wird Hilfe sehr gerne angenommen. © in
Sogar sitzen fällt Hallo-Mitarbeiterin Sabina Kläsener schwer.
15 / 22Sogar sitzen fällt Hallo-Mitarbeiterin Sabina Kläsener schwer. © in
Nächster Versuch: Die richtigen Tasten im Aufzug bedienen. Echt eine harte Aufgabe!
16 / 22Nächster Versuch: Die richtigen Tasten im Aufzug bedienen. Echt eine harte Aufgabe! © in
Die Profi-Challenge: Steile Treppen hochsteigen.
17 / 22Die Profi-Challenge: Steile Treppen hochsteigen. © in
Eine halbe Stunde im Anzug und Sabina Kläsener ist ziemlich froh, wieder 26 Jahre alt zu sein.
18 / 22Eine halbe Stunde im Anzug und Sabina Kläsener ist ziemlich froh, wieder 26 Jahre alt zu sein. © in
Einen Belohnungsschluck Wasser hat sie sich nach dieser Zeitreise absolut verdient.
19 / 22Einen Belohnungsschluck Wasser hat sie sich nach dieser Zeitreise absolut verdient. © in
Experiment geglückt! Das findet auch Alexander Wild.
20 / 22Experiment geglückt! Das findet auch Alexander Wild. © in
Alexander Wild leitet eine Online Community für menschen über 60.
21 / 22Alexander Wild leitet eine Online Community für menschen über 60. © in
Reinhard Bauer vom Seniorenbeirat kennt die Probleme seiner Senioren.
22 / 22Reinhard Bauer vom Seniorenbeirat kennt die Probleme seiner Senioren. © in

„Hochaltrige“ über 75 Jahren sind die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe Münchens. Sie soll laut Referat für Umwelt und Gesundheit bis 2030 um 31 Prozent zunehmen. Insgesamt werden dann mehr als 140 000 Über-75-Jährige in der Stadt leben. Um jetzt schon zu verstehen, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert sind (siehe unten), wagt Hallo-Mitarbeiterin Sabina Kläsener (26) den Selbstversuch mit einem Altersanzug.

Noch weiß ich nicht recht, was mich als 80-Jährige erwartet. Dank eines Anzugs, der die Begleiterscheinungen des Alters simuliert, werde ich von einem auf den anderen Moment kurzatmig, schwerhörig und unsicher auf den Beinen. Zwei Personen müssen mir helfen in den aus vielen Teilen bestehenden Anzug zu schlüpfen. Ich fühle mich in die Kindheit versetzt.

Erste Station: steife Gelenke. Bandagen an Ellenbogen und Knie simulieren eine verminderte Beweglichkeit. Danach folgt eine zehn Kilogramm schwere Weste – gemein wird es mit dem Taillengurt, der das Lungenvolumen begrenzt. Mir wird bewusst, dass ich mir die Veränderungen nicht so gravierend vorgestellt habe. Denn: Ältere Menschen haben oft mit Kurzatmigkeit zu kämpfen. 

Alexander Wild leitet eine Online Community für menschen über 60.
Alexander Wild leitet eine Online Community für menschen über 60. © in

„Melden Sie sich, wenn Ihnen schwindlig wird“, warnt Alexander Wild (links) von Feierabend.de, einer Online-Community für Menschen über 60. Der 52-Jährige verspricht mir Aha-Erlebnisse nach nur fünf Minuten im Anzug, der insgesamt 20 Kilogramm wiegt.

Nach einer Latzhose und Jacke mit Gewichten, fehlen noch zwei Schichten Handschuhe, um mich auf die erste Probe zu stellen: Knöpfe. Die nachlassende Griffstärke spüre ich sofort. Immer wieder muss ich neu ansetzen, um nach einer gefühlten Ewigkeit zwei Knöpfe erfolgreich zugemacht zu haben – dafür fehlt mir die Geduld. Ohrenschützer sowie eine Maske sorgen für ein vermindertes Hör- und Sehvermögen.

Auch das Gehen bereitet mir Schwierigkeiten. Wie auf Eiern bewege ich mich, da ich meine Umwelt deutlich schlechter wahrnehme als sonst.

So richtig ins Schwitzen komme ich beim Hinsetzen und wieder Aufstehen aus einem Stuhl. Steif, unbeweglich und unter Kraftanstrengung schaffe ich es nur schwer wieder hoch. Das Treppensteigen wirkt im Vergleich wie ein Kinderspiel.

Erschöpft und um zahlreiche Erkenntnisse reicher, bin ich nach 30 Minuten froh, den Anzug wieder ablegen zu können. „Der Anzug simuliert alle Alterserscheinungen auf einmal“, erklärt Wild. Durch den Anzug sollen Entwickler aus dem Marketing die Bedürfnisse der Generation 60 Plus besser nachvollziehen können. Mir persönlich hat er gezeigt, wie sehr man sich umstellen muss. Was einem bisher leicht fiel, kann auf einmal nerven- und kraftraubend werden – für mich besonders die Knöpfe.

Sabina Kläsener

Herausforderungen für Münchner Senioren

Reinhard Bauer vom Seniorenbeirat kennt die Probleme seiner Senioren.
Reinhard Bauer vom Seniorenbeirat kennt die Probleme seiner Senioren. © in

Vor welchen Problemen die Münchner Senioren stehen und welche Folgen diese haben, erklärt Reinhard Bauer (Foto). Der neue Vorsitzende des Seniorenbeirats engagiert sich seit vielen Jahren im Stadtrat für die Belange der Generation 60 Plus.

• Geld und Gesundheit: Das größte Problem Münchner Senioren ist die Wohnsituation. Steigende Mieten und hohe Lebenshaltungskosten drängen immer mehr Senioren aus ihren Wohnung. Das hat auch Einfluss auf die Gesundheit: „Arme Menschen sterben im Schnitt zehn Jahre früher“, erklärt Bauer.

• Mobilität und Barrierefreiheit: Besonders bei der ärztlichen Versorgung macht sich die abnehmende Mobilität bemerkbar. „Die Arztpraxen liegen oft in höheren Etagen und haben keinen Aufzug“, so Bauer. Bei Bussen und Bushaltestellen rüste die Stadt in puncto barrierefreies Ein- und Aussteigen auf. „Problem ist die S-Bahn, da diese nicht städtisch ist.“ Auch der Weg zum Gleis kann zum Hindernis werden. „Schwierig wird es, wenn Fahrstühle ausfallen.“

• Abnehmendes Sehvermögen: Moderne Kommunikationsmittel halten immer mehr Einzug in den Alltag – ob es der Kontakt zu den Enkel per Handy oder das Kaufen einer Fahrkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel ist. „Das abnehmende Sehvermögen bereitet Probleme auch bei der Beherrschung dieser Mittel.“ Die Folgen können gravierend sein: „Diese Barrieren müssen überwunden werden, da sonst die Vereinsamung droht,“ warnt Bauer.

Auch interessant

Kommentare