Wie grün wird das Umwelthaus?

Stadt weist Kritik des BA Maxvorstadt an Plänen für Neubau an Dachauer Straße zurück

Das Gesundheitszentrum an der Dachauer Straße 90 soll dieses Jahr abgerissen und neugebaut werden.

Grünes Licht für die Planungen an der Dachauer Straße 90:  Für den Neubau müssen laut dem Antrag der Grünen 52 Bäume gefällt werden.

Der zuständige Ausschuss des Stadtrats hat die bisherigen Planungen des Kommunalreferates zum Abriss und Neubau des Gesundheitszentrums des Referats für Gesundheit und Umwelt (RGU) gerade abgenickt – trotz massiver Proteste aus dem Bezirksausschuss Maxvorstadt. Dessen Grünen-Fraktion hatte einen Antrag durchgebracht, in dem sie von der Stadt forderte, möglichst wenig Fläche zu versiegeln und sich beim Bau an ökologische Kriterien zu halten – gerade als Referat für Umwelt und Gesundheit habe man schließlich eine Vorbildfunktion. „Nach dem Vorentwurf wird das Grundstück durch die Bebauung und durch die Tiefgarage zu etwa 90 Prozent versiegelt. Dies ist entschieden zu viel für die Maxvorstadt, die von steigenden Temperaturen und heftigen Regenfällen besonders betroffen sein wird“, heißt es da.

Ein Vorwurf, den Bernadette-Julia Felsch, Sprecherin des RGU, zurückweist. Sie vermutet einen Lesefehler: „Bei der Beurteilung des Wettbewerbsgewinners steht, bei diesem Entwurf würden 90 Prozent weniger versiegelt als in anderen Entwürfen.“ Tatsächlich würden rund 50 Prozent der Fläche versiegelt werden. Auch sonst solle der Neubau so ökologisch und energiesparend wie möglich gebaut werden.

Das 1960 gebaute, mittlerweile marode Gesundheitszentrum soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Geplant ist ein Umweltzentrum, zusätzlich sollen das Bauzentrum aus Riem sowie die Referats- und Geschäftsleitung, die derzeit in der Bayerstraße sitzt, dorthin verlagert werden. Außerdem soll auf dem Gelände noch ein Kindergarten entstehen.

„Der Wettbewerbsgewinner-Entwurf sorgt für einen grünen Innenhof und die von den Bürgern geforderte Durchwegung“, erklärt Bernd Plank, Sprecher des zuständigen Kommunalreferates und betont: „Wir haben in der Ausschreibung für den Realisierungswettbewerb alle Forderungen wie den Erhalt des Baumbestandes so weit wie möglich übernommen.“ Allerdings müssen natürlich Bäume gefällt werden – die Grünen sprechen in ihrem Antrag von 52. Der Beschluss des Kommunalausschusses bestätigte die Ersatzpflanzungen im Rahmen der Gestaltung des neuen Innenhofs. Noch dieses Jahr soll der Stadtrat mit einem Projektauftrag den Startschuss für den Baubeginn geben.

Ein Erweiterungsbau für das Männerwohnheim in der benachbarten Baulücke an der Schleißheimer Straße ist bereits von den Neubauplanungen abgekoppelt und wird von der GWG München in eigener Zuständigkeit realisiert.

Maren Kowitz

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