Offizielle Vorstellung des Sammlerstücks

So sieht der neue Wiesn-Krug aus

Prost: Stadtrat Richard Quaas, Kabarettist Maxi Schafroth, Wiesn-Stadtrat Otto Seidl und Gitarrist Markus Schalk stoßen mit dem Wiesn-Masskrug an.
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Prost: Stadtrat Richard Quaas, Kabarettist Maxi Schafroth, Wiesn-Stadtrat Otto Seidl und Gitarrist Markus Schalk stoßen mit dem Wiesn-Masskrug an.
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Die Wiesnwirte Thomas Vollmer (Augustiner-Festzelt), Christian Schottenhamel (Schottenhamel-Festzelt) und Wiggerl Hagn (Löwenbräu-Festzelt) bei der Krug-Präsentation.
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Die Wexelbuam sorgten bei der Vorstellung für musikalische Unterhaltung.
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So sieht das Prachtstück aus: Wiesn-Symbole auf hellem Hintergrund zieren den Krug.
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Isabelle (l) und Sarah

Ludwigsvorstadt: O'zapft wird zwar erst in ein paar Wochen, den offiziellen Wiesn-Krug aber haben die Stadt und die Wirte schon jetzt präsentiert.

O'zapft is: Der Wiesn-Spruch schlechthin ziert dieses Jahr auch den offiziellen Oktoberfestkrug. Eingefasst in ein Lebkuchenherz ist er der Mittelpunkt des Sammlerstücks, umrahmt von Riesenrad, Bier, Brezn, Hendl und Trachtenhut. Auf einem zarten, pastelligem Hintergrund setzen sich die Wiesn-Symbole farblich vom Krug ab.

Die Stadt und die Wirte haben den Krug jetzt offiziell vorgestellt. Die Masskrug-Rede hielt dabei der Allgäuer Kabarettist Maxi Schafroth. Unter anderem nahm er den Streit um den Bierpreis und die gescheiterte Bierpreisbremse ins Visier - und drohte mit einem Güllefass voll Gerstensaft als Aufstand aus dem Allgäu. Den Krug beschrieb Schafroth als „minimalistisch und „zeitgenössisch-ikonografisch“.

Das Motiv haben Sarah Eigenseher und Hanna Hodzic entworfen, die an der Technischen Hochschule Nürnberg Design studieren. „Wichtig war uns, dass wir eine gute Balance zwischen typischen Merkmalen der Schausteller und Bierzeltbetreiber schaffen und diese Einzelteile harmonisch anordnen", erklärt Hanna Hodzic. 

Die beiden Studentinnen überzeugten mit ihren Ideen nicht nur eine Jury sondern auch die Münchner. Seit 65 Jahren lobt die Stadt einen Plakatwettbewerb aus, in dem Jahr für Jahr aufs Neue ein offizielles Oktoberfest-Motiv gesucht wird. Zum Jubiläum durften sich die Bürger heuer an der Auswahl beteiligen. In einer Online-Abstimmung wählten sie ihre 30 Favoriten unter allen eingegangenen Entwürfen. Aus dieser Vorauswahl kürte eine Jury Eigensehers und Hodzics Vorschlag zum Siegerentwurf. Die beiden erhalten ein Preisgeld von 2500 Euro - und gehen in die Wiesn-Geschichte ein. Ihr Design ist auf 10.000 Plakaten sowie auf über 20 Wiesn-Produkten zusehen, darunter eben auch auf dem offiziellen Wiesn-Krug.

Den gibt es nur in limitierter Auflage, er ist ein beliebtes Sammlerstücke. Seit 1978 werden die Krüge als Souvenierartikel für das Oktoberfest hergestellt. Es handelt sich um so genannte Steinzeug-Masskrüge, die in Bayern auch Keferloher genannt werden. Sie sind mit und ohne Zinndeckel erhältlich. 

Auf den Deckeln ist jedes Jahr ein berühmtes Wiesn-Original abgebildet. Heuer ist das Porträt von Georg Lang (1866-1904) eingraviert. Dem so genannten „Krokodilwirt aus Nürnberg" gelang 1898 ein besonderer Coup: Mit vielen Tricks schaffte er es, - obwohl er aus Franken stammt  - seine erste „bayerische Riesenhalle" mit 2000 Quadratmetern auf dem Oktoberfest zu errichten. Lang war ein geschäftstüchtiger Wirt und wusste schon damals: Je besser die Stimmung ist, desto mehr essen und trinken die Leute. Also engagierte er eine 30 Mann starke Blaskapelle in Oberländerkostümen. Die Musiker verteilten 50.000 Texthefte im Bierzelt: Die Gäste sangen mit und hatten ihren Spaß, der Umsatz stieg. Auch das „Prosit der Gemütlichkeit" geht wohl darauf zurück. Wenn die Wiesn-Besucher und Musiker heute „Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit! Oans, zwoa, drei, gsuffa" anstimmen, dann haben sie das unter anderem Georg Lang zu verdanken. 

Der Zinndeckel mit Langs Porträt ist genauso wie der Steinkrug handgefertigt. Viele Details und eine hochwertige Verarbeitung beweisen die Qualität der traditionellen Handwerkskunst. 

Für diese Wiesn-Saison wurden 70.000 Krüge hergestellt. Ein Masskrug ohne Zinndeckel kostet 16 Euro, einer mit Zinndeckel 32 Euro. Die Steine sind während der Wiesnzeit im Souvenirhandel, in den Festzelten und im Internet erhältlich.

Wie viel die Wiesn-Wirte heuer für die Getränke verlangen, lesen Sie hier

Mehr Sicherheit und bargeldloses Bezahlen: Das ändert sich 2017

So läuft der Wiesn-Aufbau ab

cla, dpa

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