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So soll die Zukunft der evangelischen Kirchen in München aussehen

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Der Innenraum der Kirche St. Lukas soll saniert werden. Außerdem gibt es Diskussionen über einen Anbau.
Der Innenraum der Kirche St. Lukas soll saniert werden. Außerdem gibt es Diskussionen über einen Anbau. © Schlaf

München: Bei den Gebäuden der evangelischen Kirche in München wird sich in den nächsten Jahren einiges tun. Bei vielen Bauten stehen Baumaßnahmen oder Veränderungen an: zum Beispiel auch im evangelischen Dom St. Lukas.

Die evangelischen Kirchengebäude in München werden sich verändern. Zu den Plänen dazu gibt es jetzt zwei Prioritätenlisten: Zum einen mit Bauprojekten, die in den kommenden Jahren realisiert werden sollen. Zum anderen mit so genannten Ertragsobjekten, die durch eine andere Nutzung der Kirche Geld bringen könnten. „Seit 2012 sind wir dabei, die Gebäude auf ihre Finanzierbarkeit und Nutzung zu überprüfen“, erklärt Stadtdekanin Barbara Kittelberger (kl. Foto). 

Stadtdekanin Barbara Kittelberger
Stadtdekanin Barbara Kittelberger © kn

Denn: Bei vielen Kirchengebäuden sind teure Sanierungen notwendig und auch der Unterhalt kostet Geld. Die Kirche hofft deshalb, bei anderen kirchlichen Gebäuden zum Beispiel durch Vermietung oder Kooperationen mehr Einnahmen zu generieren. „Stadtteile verändern sich, neue entstehen“, so Kittelberger. „Da ist die Frage, wie wir mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, nachhaltig umgehen können.“

Lehel: Anbau an „Lukas-Dom“ geplant

Große Investitionen wird es beim so genannten „evangelischer Dom“, der Kirche St. Lukas zwischen Steinsdorfstraße und dem Mariannenplatz, geben. Außen ist das Gebäude bereits renoviert, bald soll sich auch im Inneren einiges tun: „Die Innensanierung ist dringend notwendig“, betont Kittelberger.

Der Innenraum der Kirche St. Lukas soll saniert werden. Außerdem gibt es Diskussionen über einen Anbau.
Der Innenraum der Kirche St. Lukas soll saniert werden. Außerdem gibt es Diskussionen über einen Anbau. © Schlaf

Ihre Idee: „Wir würden gerne das Gemeindehaus direkt an die Kirche anbauen“, sagt sie. Derzeit befindet es sich in der Nachbarschaft zur Kirche in der Thierschstraße 28. Die evangelische Kirche würde sich jedoch eine engere Verbindung der Gebäude wünschen. Genaue Pläne gibt es noch nicht, denn zuerst muss der Denkmalschutz überzeugt werden: „Wir werden mit den Behörden nochmal darüber sprechen“, so die Stadtdekanin. „Im Laufe des Jahres entscheidet sich dann, in welche Richtung die Sanierung geht.“ Sollte der Anbau des Gemeindehauses nicht klappen, stünde zum Beispiel zur Debatte, ob das bestehende Gebäude ertüchtigt werden soll.

Darüber hinaus sind bei der Lukas-Kirche weitere Renovierungen geplant: Unter anderem sollen die Toilettenanlagen und die Heizungen erneuert werden. Auch die Einrichtung des Gotteshauses verändert sich womöglich. „Die Frage ist zum Beispiel, ob man die Bestuhlung in aller Ausführlichkeit so lassen möchte, wie sie jetzt ist“, erklärt Kittelberger. „Wenn man andere Formate für Gottesdienste schaffen möchte, ist das an manchen Punkten hinderlich.“ Sie versichert aber: „Der Charakter der Kirche bleibt erhalten.“ Die evangelische Kirche rechnet damit, rund fünf Millionen Euro in das Projekt investieren zu müssen.

Pasing: Verlegung des Pfarrhauses der Himmelfahrtskirche

Große Veränderungen sind bei der Himmelfahrtskirche Pasing angedacht: „Man könnte das Ensemble Kirche, Gemeindehaus, Kindergarten und Pfarrhaus neu aufstellen“, sagt Stadtdekanin Barbara Kittelberger. „‚Wir prüfen, was möglich ist.“ Untersucht wird, ob das Gemeindehaus auf die Seite des Pfarrhauses verlegt werden kann. „Der Kirchplatz würde ganz anders wirken“, sagt Kittelberger. „Wichtig ist, dass alles im Ensemble und mit der Umgebung zusammen passt.“

Giesing: Kommt das Gemeindehaus auf die Seite der Lutherkirche?

Bei der Lutherkirche in Giesing wird überlegt, das Gemeindehaus zu verlegen.
Bei der Lutherkirche in Giesing wird überlegt, das Gemeindehaus zu verlegen. © Westermann

mehrspurige Straße. Das soll sich ändern: Es gibt ein Projekt, alle Räumlichkeiten auf der Seite der Kirche zu vereinen. „Die Planungen laufen“, erklärt Kittelberger. „Wir hoffen, sie relativ zeitnah umsetzen zu können.“ Womöglich könnten beispielsweise die bestehenden Gebäude ertüchtigt werden. Wofür das derzeitige Gemeindehaus dann verwendet wird, steht noch nicht fest. Die geplanten Kosten betragen rund fünf Millionen Euro.

Bei der Lutherkirche in Giesing wird überlegt, das Gemeindehaus zu verlegen.
Bei der Lutherkirche in Giesing wird überlegt, das Gemeindehaus zu verlegen. © Westermann

Auf der einen Seite sind die Lutherkirche, das Pfarrhaus und das Pfarramt, auf der anderen Seite ist das Gemeindehaus – und dazwischen eine mehrspurige Straße. Das soll sich ändern: Es gibt ein Projekt, alle Räumlichkeiten auf der Seite der Kirche zu vereinen. „Die Planungen laufen“, erklärt Kittelberger. „Wir hoffen, sie relativ zeitnah umsetzen zu können.“ Womöglich könnten beispielsweise die bestehenden Gebäude ertüchtigt werden. Wofür das derzeitige Gemeindehaus dann verwendet wird, steht noch nicht fest. Die geplanten Kosten betragen rund fünf Millionen Euro.

Milbertshofen: Wird der Turm der Kapernaumkirche abgerissen?

44 Meter hoch ist der Kirchturm der Kapernaumkirche in der Lerchenau. 44 Meter lang ist auch das Gemeindezentrum der Kirche. Beides steht seit 2011 unter Ensembleschutz. Doch der Kirchturm ist baufällig. „Mit jedem Winter vergrößert sich der Schaden“, erklärt Pfarrer Ulrich Leser-von Kietzell. „Unten ist eine Bushaltestelle, das kann sogar gefährlich sein.“ Regelmäßig wird der Beton deshalb auf Schadstellen abgeklopft und der Turm gesichert. „Die Maschinen, die dazu notwendig sind, kosten viel Geld“, erklärt Leser-von Kietzell. Schon seit Jahren wird über eine Sanierung diskutiert, der Pfarrer hofft, dass es 2018 so weit ist. 

Der Turm der Kapernaumkirche ist baufällig. Zur Debatte steht eine Sanierung aber auch ein Abriss mit Ersatzneubau.
Der Turm der Kapernaumkirche ist baufällig. Zur Debatte steht eine Sanierung aber auch ein Abriss mit Ersatzneubau. © Leser

Doch wie Stadtdekanin Barbara Kittelberger erklärt, steht auch ein Abriss des Turms zur Debatte: „Wir prüfen gemeinsam mit dem Denkmalschutz, ob ein Ersatzneubau möglich ist.“ Dazu gäbe es 2018 weitere Gespräche. Kittelberger verspricht: „Wenn der Turm abgerissen wird, wird er auf jeden Fall wieder aufgebaut. Er ist von weithin sichtbar und ein wichtiges Wahrzeichen im Stadtteil.“

Pfarrer Leser-von Kietzell ist trotzdem skeptisch: „Das würde viel mehr kosten“, befürchtet er. „Und wahrscheinlich dürfte man den Turm wegen neuen Vorschriften gar nicht mehr so bauen.“ Immerhin hätten sich seit den 60er-Jahren, als die Kirche gebaut wurde, einige Vorschriften verändert. Für die Gemeinde hat der Turm auf jeden Fall eine große Bedeutung: „Es ist uns ganz wichtig, dass das Ensemble Kirche, Gemeindehaus, Pfarrhaus und Turm so erhalten bleibt, wie es ist.

Hasenbergl: Koop bei Evangeliumskirche in Gefahr

„Ein Vorzeigeprojekt“ sei es, erklärt Barbara Kittelberger, dass die Evangeliumskirche im Hasenbergl in ihren Räumen die Diakonie aufnehmen würde. Die Gemeinde – mit ursprünglich 7500 Mitgliedern – ist in den letzten Jahren stark geschrumpft, das Gotteshaus zu groß geworden. Durch eine Kooperation könnte sich die Kirche Unterhaltskosten sparen und hätte gleichzeitig weitere Einnahmen. „Und wir könnten vielleicht wieder mehr Menschen in die Kirche holen“, hofft Kittelberger. Vorgesehen ist im hinteren Teil des Kirchenschiffs ein Einbau mit mehreren Räumen, die die Diakonie nutzen wird. Doch der Denkmalschutz lehnt das Fünf-Millionen-Euro-Projekt noch ab. Aufgeben will Kittenberger die Idee aber nicht: „Wir setzen uns weiter dafür ein. Bevor wir nicht alles dafür ausgeschöpft haben, machen wir keinen zweiten Plan.“

Haidhausen: Dachsanierung bei St. Johannes

In der Kirche St. Johannes in Haidhausen wird das Dach saniert. „Die

Bei St. Johannes in Haidhausen wird das Dach saniert.
Bei St. Johannes in Haidhausen wird das Dach saniert. © Schlaf

Balken sind morsch, das Dach ist zur Zeit notgesichert", erklärt Barbara Kittelberger. Vor rund einem Jahr sei Wasser in das Gotteshaus eingedrungen, jetzt geht es darum, den Schaden dauerhaft zu beheben. Anschließend plant die Gemeinde, den Innenraum zu streichen.

Maxvorstadt: Aufstockungen bei St. Markus

In St. Markus in der Maxvorstadt soll das Gebäude mit den Pfarrwohnungen vergrößert werden. Derzeit ist es zweistöckig, jetzt ist geplant das Dach auszubauen, damit künftig drei Etagen genutzt werden können. Dort könnten beispielsweise zwei oder drei Büroräume oder zusätzlicher Wohnraum entstehen. Starten sollen die Arbeiten im Sommer nach dem Juli 2020. Es gibt zudem die Idee, das Verwaltungsgebäude um ein Stockwerk aufzustocken. 

Hadern: Verschiedene Überlegungen zum Pfarrhaus der Reformations-Gedächtniskirche

Das Pfarrhaus der Reformations-Gedächtniskirche in Hadern ist marode. Zur Debatte steht zum einen ein Neubau, mit dem auch Wohnungen geschaffen werden. „Wir favorisieren derzeit aber eine Renovierung des Hauses“, erklärt Pfarrer Thomas Schmidt.

Schwabing: Grundstück der Nikodemiuskirche als Ertragsobjekt

Noch bewohnt ein Pfarrer das Pfarrhaus der Nikodemiuskirche - und solange das der Fall is,t geschieht dort auch nichts, verspricht Barbara Kittelberger. „So lange die Pfarrstelle so besetzt ist, wird gar nichts gemacht", sagt sie. „Bei einem Pfarrstellenwechsel muss man dann überlegen, wie es mit dem Grundstück weiter geht." Da es sich um ein hochwertiges Grundstück in guter Lage handle, könne es als Ertragsobjekt verwendet werden, beispielsweise für Mietwohnungen. 

Feldmoching: Mietwohnungen statt altes Mesnerhaus der Bethanienkirche

Das alte Mesnerhaus, das zur Bethanienkriche gehört, wird es so wohl bald nicht mehr geben. „Die Nutzung ist aufgrund der veränderten Gemeindesituation nicht mehr notwendig", erklärt Kittelberger. Deshalb sollen auf dem Grundstück Häuser mit mehreren kirchlichen Wohnungen entstehen.

Schwabing: Wohn- und Kindergartenprojekt bei Kreuzkirche

Dort, wo bisher zwei Pfarrdienstwohnungen in Bungalows waren, ist bei der Kreuzkirche ein innovatives Projekt geplant. „Wir haben genau die Bedürfnisse des Quartiers studiert", sagt Kittelberger. Jetzt werden die Bungalows abgerissen und ein Neubau errichtet. In diesem sollen verschiedene Nutzungen vereint werden. Im ersten Stock ist eine Kindertagesstätte für Kinder aus dem Kinderhaus Kinderhaus St. Markus-Kreuzkirche geplant. Außerdem sollen in dem Gebäude mehrere Studentenwohnungen sowie zwei hochwertigere Wohnungen entstehen. Das Vorhaben wird zeitnah realisiert: Grundsteinlegung für die Bauarbeiten ist im März, die Einweihung ist 2019 geplant. Die Kosten werden wohl „am oberen Rand des einstelligen Millionenbereichs" liegen, so Kittelberger.

Claudia Schuri

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